Egerkingen
Wegen mehrerer Coronafälle: Die Primarschule und der Kindergarten wechseln auf Fernunterricht

Wegen vermehrten Corona- und Quarantänefällen haben die Egerkinger Schulen bis zu den Weihnachtsferien auf Fernunterricht umgestellt.

Gülpinar Günes
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Es ist wieder still im Schulhaus Egerkingen: Bis zu den Ferien gibt es wegen Corona Fernunterricht.

Es ist wieder still im Schulhaus Egerkingen: Bis zu den Ferien gibt es wegen Corona Fernunterricht.

Patrick Lüthy

Die Primarschule und der Kindergarten in Egerkingen haben auf Fernunterricht gewechselt. Wie Schulleiter Andrea-Sandro Portapia auf Anfrage mitteilt, hätten sich in den vergangenen zwei Wochen die Anzahl der positiven Coronafälle innerhalb und ausserhalb der Schule gehäuft. Das heisst, dass auch immer mehr Eltern betroffen seien. Total sind laut Portapia derzeit vier Kinder in Isolation. Folglich habe auch die steigende Anzahl an Kindern in Quarantäne die Schulleitung beunruhig. Bis und mit Sonntag seien 35 Kinder aus den 17 Klassen in Quarantäne gewesen. Eine ganze Klasse sei davon betroffen.

Zudem seien immer mehr Kinder mit Symptomen – sogenannte Verdachtsfälle – in der Schule aufgefallen. Gemäss den kantonalen Richtlinien müssen die Kinder nämlich erst zu Hause bleiben, wenn Fieber auftaucht und sich das Kind unwohl fühlt. Und selbstverständlich, wenn es positiv getestet wird.

Der Wechsel ist eine Premiere im Kanton Solothurn

Auf Antrag der Schulleitung und in Absprache mit dem kantonsärztlichen Dienst sowie dem Einverständnis des Gemeindepräsidiums habe das Volksschulamt entschieden, bis zu den Weihnachtsferien auf Fernunterricht umzustellen – also noch diese Woche. Wie Elisabeth Ambühl-Christen, Leiterin der Abteilung Qualitätssicherung im kantonalen Volksschulamt, auf Anfrage mitteilt, sei das eine Premiere im Kanton – aber keine unerwartete. Lange Zeit seien nur einzelne Klassen betroffen gewesen und nur wenige Schülerinnen und Schüler hätten sich tatsächlich infiziert. Doch die Anzahl der erkrankten Kinder und solche mit Symptomen hätten zugenommen und sich auf alle 17 Schulklassen verteilt. Das mache es schwieriger, den Unterricht ruhig durchzuführen und mache den Eltern Sorgen.

Der Wechsel auf Fernunterricht ermögliche, dass der Unterricht in anderer Form weitergeführt werden könne. Vor allem aber gebe er allen Beteiligten Sicherheit, emotionale und strukturelle, wie Ambühl-Christen weiter ausführt. «Die Schulleitung in Egerkingen ist ruhig geblieben und hat gut kommuniziert», sagt sie zum Vorgehen des Schulleiters. Die Eltern seien bereits am Freitag über den Entscheid informiert worden und am Montagmorgen sei alles gut gelaufen, teilt Schulleiter Portapia mit.

Angebot für Eltern, die Vollzeit arbeiten

Eltern, die keine Zeit haben, diese Woche ihre Kinder zu Hause zu betreuen, können sie in die Schule schicken. Die anwesenden Lehrerinnen und Lehrer werden sich während der Schulzeit vor Ort um sie kümmern, wie Portapia bestätigt. Das betreffe allerdings nur rund drei bis vier Schüler. Die Übrigen können ihre Schulunterlagen für die Woche jeweils in der Schule abholen gehen. Wie es nach den Weihnachtsferien weitergeht, können weder Portapia noch Ambühl-Christen sagen. Das Volksschulamt werde die Situation zusammen mit den Beteiligten überprüfen und eher kurzfristig entscheiden.

Keine Regelmässigkeiten unter den Fällen

Auf Anfrage sagt Elisabeth Ambühl-Christen, dass es keine auffälligen Unterschiede zwischen der Primar- und Sekundarstufe gebe. «Es sind vom Alter der Schülerinnen und Schüler her keine Regelmässigkeiten zu erkennen und das macht es schwierig», sagt sie. Die Schule sei Abbild der Gesellschaft und dadurch hätten auch dort die Coronafälle zugenommen. Weder in der Kreisschule Gäu, noch in der Kreisschule Thal aber gebe es eine «ausserordentliche Situation». (gue)