Egerkingen
Was kommt nach den Asylbewerbern in der «Fridau»?

Ende Jahr ist das Asylzentrum Fridau Geschichte. Wie es mit dem Bau weitergeht, ist offen. Der Kanton Solothurn als Besitzer ist nun wiederum gefordert, eine Lösung zu finden.

Philipp Felber
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Wohin geht die Reise der Fridau ob Egerkingen? Noch ist völlig offen, wie die Zukunft des feudalen Baus aussehen könnte.

Wohin geht die Reise der Fridau ob Egerkingen? Noch ist völlig offen, wie die Zukunft des feudalen Baus aussehen könnte.

Bruno Kissling

Ende Jahr schliesst das kantonale Asyldurchgangszentrum Fridau in Egerkingen seine Pforten. Was danach im repräsentativen Bau ob Egerkingen hinkommt, ist ungewiss. Der Kanton ist jedoch flexibel, was die künftige Auslastung anbelangt. Nur Betriebe in direkter Konkurrenz zu den Solothurner Spitälern sind nicht erlaubt. Ansonsten ist vom Hotel bis zum Managementzentrum alles möglich.

Die Emotionen im Dorf gingen 2012 hoch, als zum ersten Mal von einem kantonalen Asyldurchgangsheim auf der Fridau die Rede war. «Mit einer Umnutzung der Fridau als Asylzentrum — und sei es nur für eine Übergangszeit von zwei bis drei Jahren — wird ein Kulturgut von Egerkingen und dem Kanton Solothurn zerstört», hiess es damals in einer Meidenmitteilung der Gemeinde Egerkingen.

Die Fridau sei denn auch fit für den Verkauf, nachdem der Kanton 2008 noch Millionen in den Bau investiert habe, hiess es in der Mitteilung weiter. Mit der temporären Umnutzung werde der Wert der Liegenschaft gedrückt und eine künftige Nutzung erschwert. Die Angst: aus dem Provisorium werde ein Dauerzustand.

Asylzentrum wird geschlossen

Nun zumindest wurde aus dem Provisorium Asylzentrum kein dauerhafter Zustand. Denn der Kanton will sein Wort halten und Ende Jahr, also wie abgemacht, drei Jahre nachdem die ersten Asylbewerber in der Fridau eingezogen sind, das Gebäude wieder freigeben. Dies bestätigt Claudia Hänzi, Amtschefin des kantonalen Amts für Soziale Sicherheit auf Anfrage. «Für uns ist dieser Zeitpunkt bindend», sagt Hänzi.

Länger dauern als die Phase Asylzentrum könnte jedoch die Suche nach einem Nachfolgebetrieb. «Wir haben noch keine Lösung gefunden», so Bernhard Mäusli, Chef des Hochbauamts des Kantons Solothurn.

Zwar seien Anfragen auch während den letzten zwei Jahren betreffend einer künftigen Nutzung der Fridau eingetroffen, doch keine habe sich konkretisiert. Das Problem dabei scheint zu sein, dass viele Interessenten eine Umnutzung im Gesundheitssektor vorsehen. Doch dies ist nicht möglich. «Es darf zu keiner Konkurrenzsituation zu den Solothurner Spitälern kommen. Zudem werden im Kanton Solothurn zurzeit keine zusätzlichen Pflegebetten mehr subventioniert», so Mäusli.

Was konkret bedeutet: Eine Nutzung im Gesundheitsbereich ist praktisch unmöglich. Eine Möglichkeit sei jedoch zum Beispiel die Nutzung als Demenzzentrum mit bestehenden Bettenkontingenten — wofür momentan im Gäu und Thal ein Standort gesucht wird.

Wertschöpfung für die Region

Welche Nutzung wäre sonst noch möglich? «Wir sind bezüglich der neuen Nutzung sehr flexibel.» Klar ist nur, dass die Nutzung einem neuen Zweck zugeführt werden soll. Wichtig sei dabei, dass für die Region eine Wertschöpfung realisiert werden könne, am besten sogar Arbeitsplätze rausschauen. Vordergründiges Ziel bleibt für den Kanton, das Gebäude zu verkaufen. Doch auch für eine Miete oder die Abgabe im Baurecht sei man offen, heisst es vom Hochbauamt.

Sicher müsste einiges in den Bau gesteckt werden, je nach neuer Nutzung. Doch auch bei der Verkaufssumme sei man sehr flexibel, wenn man merke, dass ein seriöses Projekt dahinter steht. Die Kosten waren denn auch nie das Problem, dass es bis heute zu keinem Verkauf kam, sagt Bernhard Mäusli. Auch wenn er betont: «Wir verschenken das Gebäude sicher nicht.» Mit mehreren Interessenten habe man die Fridau besucht, auch jetzt während der Zeit als Asylzentrum.

Im Hinblick auf den nahenden Auszug der Asylbewerber sollen die Verkaufsbemühungen wieder verstärkt aufgenommen werden, sagt Mäusli. «Die Lage ist ja optimal, mit einer schönen Aussicht», gibt sich Mäusli positiv, dass das Gebäude bald einem neuen Zweck zugeführt werden kann. Auch wenn ein Interessent unter anderem darauf hingewiesen habe, dass die Autobahn doch erheblich zu hören sei.

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