Daniel Nussbaumer, Mümliswiler Bürgergemeindepräsident kann sich kaum mehr erholen. „Es ist für mich einfach nicht nachvollziehbar, wie jemand an einem Ort, zu dem die ganze Dorfbevölkerung hinkommt, um ein paar schöne Stunden zu haben, so etwas anrichten kann. Wir haben ja als Junge auch „Seich“ gemacht, aber eine solche mutwillige Zerstörungswut - das habe ich noch nie erlebt.“ Einiges Geld hat die Bürgergemeinde im vergangenen Jahr in die Hand genommen, um den schon seit längerer Zeit bestehenden Rastplatz Stolten mit einer neuen Feuerstelle und wetterfesten Sitzgelegenheit auszurüsten. Ebenfalls wurde ein biologisches WC an den Ort gestellt, welches auch von Wanderern – nicht nur von Rastplatz-Besuchern - sehr geschätzt wird. „Seit ziemlich genau einem Jahr ist der neu gestaltete Rastplatz nun im Gebrauch. Nie passierte etwas, bis vor ein paar Wochen die Rückwand des Unterstandes von einem Graffiti-Sprayer heimgesucht wurde. „Wir meldeten das der Polizei, die es aufnahm“, berichtet Nussbaumer.

„Das war ja schon mal schlimm, doch am Ostermontag gingen die Beschädigungen weiter.“ Nussbauer weiss teilweise genau, was sich abspielte, denn: „Am Abend des Ostermontags habe ich ein Mail bekommen, in welchem Fotos eines riesigen Feuers auf unserem Feuerplatz zu sehen ist. Ich habe den Absender sofort angerufen und erklärt, dass das gar nicht ginge; dass man mit einem solchen Riesenfeuer die Feuerstelle beschädige.“ Am nächsten Abend, dem Dienstag, müssen nochmals schlimme Aktivitäten dort oben getrieben worden sein, denn am Mittwochmorgen informierte der für den Unterhalt zuständige Roman Kohler die Verantwortlichen, dass es auf dem Stolten-Platz eine riesige Sauerei gebe. „Ich ging hin und habe sofort die Polizei angerufen. Die erschien auch mit zwei Mann auf dem Platz, die alles dokumentiert und aufgenommen haben“, berichtet Nussbaumer.

Fazit der Untaten: Die Feuerstelle ist wie befürchtet zerstört und muss teilweise neu gemauert werden; der verchromte Galgen, an dem ein grosser Rost hängt, wurde durch das Riesenfeuer geschwärzt und ist wahrscheinlich jetzt rostanfällig; die Handkurbel, mit dem der Rost auf und ab bewegt werden kann, war zerstört. Die Tür des WC wurde weggerissen und in den Wald geschmissen, der Seifenspender wurde unbrauchbar gemacht. Ein massiver Holztisch wurde mit einem Hammer traktiert. Dieses Werkzeug lag zerstört im Wald. Bei einem anderen Tisch wurde ein faustgrosses Stück mit einer Handsäge rausgesägt. „Wir haben Anzeige gegen Unbekannt eingereicht“, sagt Daniel Nussbaumer, doch bestünde wenig Hoffnung, dass die Täter gefunden werden. „Ausser jemand hat etwas gesehen und kann verlässliche Angaben machen“, setzt er hinzu.

Es sei ja klar, dass ein solcher Rastplatz immer wieder Unterhalt beanspruche, den man auch gewillt sei, zu leisten. „Was jedoch hier oben abging, ist die reine Zerstörungswut. Man kann sich schon fragen, wer derart von allen guten Geistern verlassen ist, um solches zu veranstalten.“ Momentan ist die Bürgergemeinde daran, die Schäden zu beheben. „Klar kann man das alles wieder instand stellen. Doch ein schales Gefühl bleibt bei uns Verantwortlichen schon zurück.“