Verkehrsanbindung Thal
Umfahrungsgegner fordert: Die Thaler Gemeindepräsidenten sollen das 53'500-Franken-Defizit selbst bezahlen

Das Komitee, das für die Verkehrsanbindung Thal geweibelt hat, gab in der Abstimmungskampagne mehr als doppelt so viel Geld aus wie geplant. Der Verein Läbigi Klus, der gegen das Strassenprojekt war, spricht von einem «Skandal».

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Der Verein Läbigi Klus zeigt sich «schockiert», dass die Abstimmungskampagne für die Umfahrung Klus deutlich teurer ausfiel.

Der Verein Läbigi Klus zeigt sich «schockiert», dass die Abstimmungskampagne für die Umfahrung Klus deutlich teurer ausfiel.

Bruno Kissling

Die Abstimmungskampagne, die das Komitee, das für die Verkehrsanbindung Thal kämpfte, kam deutlich teurer zu stehen als budgetiert: Ausgegeben wurde 94'500 Franken, budgetiert waren lediglich 41'000 Franken. Eine aufwendigere Kampagne, die Gerichtsverfahren und zurückhaltende Unterstützung von Seiten Wirtschaft seien die Gründe für die massiv höheren Ausgaben gewesen, sagte Stefan Müller-Altermatt, Co-Präsident des Pro-Komitees.

Die Bürgerinitiative «Läbigi Klus», die Teil des Nein-Komitees war, äussert sich am Montagnachmittag dazu in einer Medienmitteilung: «Die Kosten liefen völlig aus dem Ruder, scheinbar ohne jegliche Kontrolle der verantwortlichen Personen.»

Finanziert wurde die Kampagne unter anderem mit Geld der Gemeinden: Insgesamt 12'300 Franken kamen so zusammen. Die Mehrausgaben sollen nun durch die Thaler Gemeinden mit zusätzlichen Beiträgen an einen Topf der Gemeindepräsidentenkonferenz beglichen werden.

«Läbigi Klus» zeigt sich «schockiert über diesen fahrlässigen Umgang mit Steuergeldern»: Als Teil des damaligen Komitees gegen die Umfahrung Klus habe der Verein nur Spendengelder eingesetzt und dadurch sehr vorsichtig kalkulieren müssen, um anfallende Kosten zu begleichen. Damit habe das Nein-Komitee für den Abstimmungskampf deutlich weniger finanzielle Mittel zur Verfügung gehabt als das Pro-Komitee. In der Medienmitteilung heisst es:

«Demokratiepolitisch sind dieser Griff in die Steuerkasse und das daraus resultierende finanzielle Ungleichgewicht in einer Abstimmungskampagne fragwürdig.»

Die Gemeindepräsidenten «sollen Verantwortung übernehmen»

Die Tatsache, dass das Pro-Komitee tief in die Gemeindekassen greifen muss, zeige, dass die Unterstützung von Einzelpersonen und Wirtschaft äusserst gering ausgefallen sei und deutlich hinter dem Spendenertrag des gegnerischen Komitees liege. Fabian Müller, Präsident des Vereins und Aushängeschild des Nein-Komitees, wird in der Medienmitteilung zitiert:

Fabian Müller ist Präsident des Vereins Läbigi Klus.

Fabian Müller ist Präsident des Vereins Läbigi Klus.

zvg
«Als Thaler Gemeindepräsident kann man anscheinend ungeniert Fehlentscheide treffen und nicht vorhandenes Geld mit beiden Händen ausgeben, solange es in die eigene Ideologie passt.»

Laut Müller ist es das Mindeste, bei solchem «Missmanagement» die Verantwortung zu übernehmen und die entstandenen Kosten nicht einfach an die Steuerzahlenden abzuschieben. Konkret heisst das, die Gemeindepräsidenten sollen die entstandenen Mehrkosten selbst bezahlen, führt er auf Anfrage aus.

«Läbigi Klus» erinnert in der Medienmitteilung die Gemeindepräsidenten an ihre Vorbildfunktion. Wer ein Projekt plane, solle das Budget im Griff haben, Risikoabwägungen erstellen und eine Kostenkontrolle gewährleisten. «Es ist ein Skandal, dass Exekutivpolitiker rund um den Kopf des Pro-Komitees ein solches finanzielles Debakel verursachten und die überbordenden Kosten nun einfach den Thaler Steuerzahlenden überwälzen wollen.»

Stefan Müller-Altermatt, der Co-Präsident des Pro-Komitees, wollte auf Anfrage keine Stellungnahme abgeben. (rab)