Ungewöhnlicher Umzug
600 Schafe ziehen vom Gäu ins Thal – mit dabei: eine Polizeieskorte

Am Wochenende zog eine Schafherde mit 600 Tieren vom Gäu ins Thal. Zwischen Oensingen und Balsthal erhielt der ungewöhnliche Tross Unterstützung der Kantonspolizei Solothurn.

Rahel Bühler
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600 Schafe, ein Hirte und ein Hirtenhund ziehen vom Gäu ins Thal. Im Bild: Balsthal.

600 Schafe, ein Hirte und ein Hirtenhund ziehen vom Gäu ins Thal. Im Bild: Balsthal.

Kapo Solothurn

Am vergangenen Sonntag dürfte so manch einem der Kinnladen ein Stück weit heruntergefallen sein: Ein Hirte zog mit seinen 600 Schafen vom Gäu ins Thal. Und brauchte dabei streckenweise die Begleitung einer Polizeieskorte. Bruno Gribi, Mediensprecher der Kantonspolizei Solothurn, berichtet vom ungewöhnlichen Einsatz:

«Der Schafhirt hat am Sonntagmorgen mit der Kantonspolizei Solothurn Kontakt aufgenommen und gefragt, ob ihn eine Polizeipatrouille beim Umzug der Herde zwischen der Landi in Oensingen und der Klus-Balsthal unterstützen könne. Selbstverständlich sind wir diesem Wunsch sehr gerne nachgekommen.» Begleitet worden sei die Herde dann tatsächlich von der Landi in Oensingen bis Höhe Restaurant Burg in Balsthal. Dort habe die Herde schliesslich die Hauptstrasse Richtung Lebernweg und Moos verlassen und sich auf den Weg zu neuen Weideplätzen im Thal gemacht.

Der Umzug habe ungefähr eine halbe Stunde gedauert, so Gribi weiter. Die Polizei habe dafür gesorgt, dass die Verkehrsteilnehmenden rechtzeitig auf die Schafherde aufmerksam wurden, auf die Seite fahren konnten und die Herde so ungehindert und unfallfrei die kritische Passage durch die Klus passieren konnte.

Kantonspolizei begleitet Schafherde etwa zweimal im Jahr

Komplikationen hat es laut Mediensprecher Gribi keine gegeben, alles sei reibungslos abgelaufen. Gribi:

«Die Verkehrsteilnehmenden zeigten grosses Verständnis für die kurze Verkehrsbehinderung und erfreuten sich am seltenen Anblick einer so grossen Schafherde.»

Oft kommt es nicht vor, dass eine Polizeieskorte eine Schafherde begleiten muss. In der Regel zweimal im Jahr, wie Gribi erklärt: Einmal beim Umzug vom Gäu ins Thal und einige Wochen später wieder zurück vom Thal ins Gäu. «Als ‹Freund und Helfer› nehmen wir solche Aufgaben immer sehr gerne wahr. Auch die Polizei ist schliesslich sehr daran interessiert, dass der Schafhirt, seine Hunde und die vielen Schafe unfallfrei kritische Strassenabschnitte passieren können.» Auf dem vorgängig erwähnten Strassenabschnitt müssen unter anderem zweimal die Gleise der Oensingen-Balsthal-Bahn (OeBB) überquert werden. «Ein Beizug der Polizei ist deshalb sicher gerechtfertigt.»

Was braucht es, um Schafe zu treiben?

Schafe treiben kann man im Kanton Solothurn nicht einfach so: Für das Treiben einer Wanderschafherde über das Gebiet von mehreren Gemeinden braucht es eine Bewilligung, die die Kantonstierärztin oder der Kantonstierarzt erteilen kann. Erteilt wird die Bewilligung, wenn der Eigentümer der Herde die von der Wanderroute betroffenen Gemeinden bezeichnet und bestätigt, dass sich keine trächtigen Tiere in der Herde befinden. Die Kantonstierärztin hat diese Bewilligung der beschriebenen Herde in einem Einschreiben erteilt. (rab) 

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