Egerkingen

Turbulenter Start im «Kreuz»: Der Küchenchef ist schon wieder weg

Daniel Pittet ist schon nicht mehr Küchenchef im Gasthof Kreuz. (Archiv)

Daniel Pittet ist schon nicht mehr Küchenchef im Gasthof Kreuz. (Archiv)

Daniel Pittet war nur für kurze Zeit Chefkoch im Gasthof Kreuz in Egerkingen. Der Walliser hatte den Posten erst im Juni 2019 übernommen und ihn im November wieder abgegeben. Jetzt kocht der Wirt selbst.

Im Juni übernahm der Walliser Spitzenkoch Daniel Pittet das Zepter im Gasthof Kreuz in Egerkingen. Die Liaison war nur von kurzer Dauer: Bereits nach rund fünfmonatiger Arbeitszeit verliess er im November vergangenen Jahres den Gasthof. Mittlerweile betreibt er ein eigenes Restaurant in Oftringen AG. «Wir sind im Guten auseinandergegangen», sagt Christian Wyler, der das Kreuz gemeinsam mit Ulrike Többen betreibt. Auch sie hätten sich in ihrem ersten Jahr als Wirte zuerst orientieren und ihr Gastro-Konzept umsetzen müssen. Dabei habe sich ergeben, dass es kleinere Differenzen zwischen Pittet und den Betreibern gab. «Ohne Frage, er hat super Leistungen erbracht, aber wir waren nicht immer derselben Auffassung», sagt Wyler.

Aus der Bahn warf dieser Abgang den Gasthof nicht. Allgemein gelte die Gastronomie als eine sehr schnelllebige Branche und als eine der härtesten überhaupt, so Wyler. Wechsel gehören dazu. «Wir sind schon lange in der Gastronomie tätig und haben schon etliche Wechsel und Abgänge erlebt, daher ist dies nichts Aussergewöhnliches», sagt der 39-Jährige.

Zu spüren bekamen die Gäste den Wechsel in der Küche nicht. Denn Wirt Christian Wyler – selbst gelernter Koch – übernahm die Verantwortung in der Küche gleich selbst. Trotzdem sei das Jahr 2019 sehr turbulent gewesen, nicht zuletzt auch, weil es für Wyler und Többen das erste Jahr auf dem Gasthof Kreuz war. «Es braucht sicherlich zwei bis drei Jahre, bis ein Gastbetrieb vollständig funktioniert», so Wyler. Es würden zwar noch ein paar «Brocken» im Wege stehen, aber die Zukunft sehen die beiden nach einem «guten, bis sehr guten Startjahr» positiv. «Wir haben die nötige Anerkennung im Dorf, von den Vereinen und wir werden auch Fasnachtsgäste bei uns willkommen heissen dürfen», sagt Ulrike Többen.

Was es jetzt noch brauche, sei Zeit. Im 17-köpfigen Mitarbeiterteam habe sich eine starke Basis gebildet. Als Gastronom werde man immer mehr zum Unternehmer. Die Zeit der Hierarchien zwischen Chefkoch und Mitarbeiter sei vorbei, so Wyler. «So sind die Mitarbeiter individuell stärker gefordert und sie erhalten mehr Selbstverantwortung». In ihrem Team sei dies gegeben. «Unsere Mitarbeiter müssen auch eine Prise Spass mitbringen, denn so profitieren alle voneinander», spricht Többen über ihre Philosophie. Mit Andreas Riedel hat das Gäuer Lokal einen neuen Chefkoch gefunden. «Er wird eng von uns begleitet. Wir möchten stärker zusammenarbeiten, um uns zu entlasten», sagt der gebürtige Brienzer Wyler.

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