1923 wurde das Schloss Alt Falkenstein, der ehemalige Amtssitz des Landschreibers, nach 122 Jahren in privater Hand, wieder dem Kanton Solothurn übereignet. Seither beherbergt das Schloss ein inzwischen museal anmutendes Heimatmuseum, welches vom Verein Schloss und Museum Alt Falkenstein, früher Museumsgesellschaft, betreut wird. Das Schloss sei in verschiedenen Bereichen sanierungsbedürftig geworden, schreibt der langjährige Präsident des Vereins Franz Portmann aus Balsthal in einem Bericht, in welchem er 2018 der Regierung ausführlich den Ist-Zustand beschreibt und Möglichkeiten einer künftigen kulturellen Nutzung der Burg aufzeigt.

Die Zeit dränge, Sanierung und auch eine Neukonzeption des Hauses an die Hand zu nehmen, wird betont, zumal der Schlosswart Hans Hug, der seit 27 Jahren auf dem Schloss für Unterhalt, Gäste und Sammlungsbetreuung besorgt ist, per Ende 2020 aus Altersgründen von seinem Amt zurücktreten wird. Nun seien grundsätzliche Entscheidungen zu treffen, nicht nur über den Fortbestand des Museums, sondern auch darüber, welche Nutzungen für die Bevölkerung sich noch ergeben würden.

Räume neu einrichten

Der Verein schlägt vor, das Schloss für den Betrieb eines Museums weiterzuführen, aber auch Räume für öffentliche kulturelle Anlässe einzurichten, denn das Gebäude und die Anlage mit dem Schlossgarten seien dazu in hohem Mass prädestiniert. Heute aber fehle die Einrichtung, um auf dem Schloss Gäste in einem würdigen Rahmen zu empfangen und zu bewirten, «Dies ist leider so,» meint Portmann, und Schlosswart Hans Hug bestätigt, «es kommen immer wieder Anfragen, die abgewiesen werden müssen». Wichtig ist den Verantwortlichen, dass die Bewohnbarkeit des Schlosses mit der 4 1/2-Zimmerwohnung für den Schlosswart erhalten bleiben soll, da der Unterhalt der Gebäulichkeiten so gewährleistet bleibe. Die Schlosswart-Wohnung ist aber stark renovationsbedürftig, stammt doch deren Einrichtung mehrheitlich noch aus den Fünfzigerjahren.

Ein grosses Raumpotenzial liege im heute nur beschränkt genutzten Estrich, welcher über dem Waffensaal und der Abwartswohnung liegt, heisst es. Hier könnte eine Fläche von 50 bis 80 m2 generiert werden. Dieser Raum könnte zudem unabhängig vom Museumsbetrieb genutzt werden. Auch der markante Turm biete erhebliche Raumreserven. «Den Turmzylinder könnte man mit einer Stahl-Glaskonstruktion decken. Auch könnten Zwischenböden eingebaut werden». Ein solcher Ausbau wäre mit denkmalpflegerischen Auflagen vereinbar, ist man überzeugt.

Der Verein Schloss und Museum Alt-Falkenstein strebt an, den Museumsbetrieb in Übereinstimmung mit dem kantonalen Kulturleitbild attraktiv zu gestalten. Themen wie die Geschichte des Schlosses und der Schlösser im Kanton liegen auf der Hand. Im Weiteren müssten die Zugänge zum Schloss geprüft werden, indem Parkraum geschaffen wird.
Aber am allernötigsten ist aber die Trockenlegung der Turmplattform und des Turmes heisst es. Zu bedenken sei auch, dass die Treppen- und Treppengeländer nicht mehr heutigen Sicherheitsanforderungen entsprechen. Weiter müssen auch alle Fenster und Elektroinstallationen ersetzt werden.

Franz Portmann schätzt grob, dass Kosten von 1,4 bis 2 Mio. Franken entstehen könnten, setzte man alles so um, wie es vorgeschlagen wird. Der Kanton als Eigentümer sei gefordert, bald Hand anzulegen. Auch wenn das neue Kulturförderungskonzept noch nicht vorliegt, so steht doch der Planung der notwendigen Schloss-Sanierung nichts im Wege.

Auf einem Fenstersims haben letzte Woche die Turmfalken Nachwuchs bekommen: