Härkingen

Storch soll wieder im Dorf angesiedelt werden

Der Storchenhorst wurde von einer spezialisierten Firma auf dem Dach in Härkingen montiert.

Der Storchenhorst wurde von einer spezialisierten Firma auf dem Dach in Härkingen montiert.

In Härkingen verweilte ein Weissstorchen-Paar über mehrere Tage auf dem Kirchturmdach. Mithilfe künstlicher Nisthilfe erhofft sich der Natur- und Vogelschutzverein nun, dass sie sich im Dorf ansiedeln.

Seit Kurzem ragt auf dem Dach des Bauernhauses der Familien Moll beim Kreisel in Härkingen ein Riesenvogelnest in den Himmel. Dabei handelt es sich um einen künstlich geschaffenen Storchenhorst. Dieser wurde vom Natur- und Vogelschutzverein Härkingen (NVVH) in aufwendiger Arbeit angefertigt und von den Bedachungsspezialisten der Firma Hobau montiert. Der Storchenhorst besteht aus einer runden Plattform aus Holz und einem ringförmigen Aufbau aus geflochtenen Ästchen.

Dieser Ring wurde mit Holzwolle und Schnitzel gefüllt und das neue Nest schliesslich mit weisser Farbe besprenkelt, um einen benutzten Eindruck auf die vorbeifliegenden Störche zu hinterlassen. Ein benutztes Nest zeigt einen guten, gemütlichen Ort an, und so besteht die Möglichkeit, dass ein Storchenpaar sich niederlässt, wie NVVH-Präsident Peter Jäggi zu berichten weiss.

Störche sind nesttreu

In den letzten Jahren wurden in Härkingen öfters Weissstörche auf dem Rückzug aus ihren Überwinterungsgebieten gesichtet. Ein Paar verweilte sogar über mehrere Tage auf dem Kirchturmdach, weshalb sich der NVVH nun dank der künstlichen Nisthilfe deren Ansiedlung erhofft. Die Chancen dazu sind allerdings eher klein, wie Peter Jäggi eingestehen muss: «Weissstörche sind entgegen der romantischen Vorstellung nicht partnertreu, sondern nesttreu. Das bedeutet, dass ein Storch, der einmal gebrütet hat, immer wieder zu seinem Horst zurückkehrt.»

Die Wiederansiedlung sei auch deshalb schwierig, weil nur einjährige Weissstörche nach einem neuen Brutplatz suchten. Und mit dem Horst allein sei es noch nicht getan. Die Störche müssten auch innerhalb weniger Kilometer genügend Nahrung finden, damit sie ihren Nachwuchs ausreichend versorgen können.

Auf dem Dach war früher ein Nest

Um ein Storchenpaar in Härkingen brüten zu sehen, müssen also verschiedene Faktoren zusammenkommen – Glück gehört sicher auch dazu. Wenn man aber bedenkt, dass 1949 der Weisstorch in der ganzen Schweiz ausgestorben war, dann aber dank dem Wiederansiedlungsprojekt von Storchenvater Max Bloesch in Altreu in die Schweiz zurückkehrte, so ist ein wenig Optimismus durchaus auch angebracht.

Und: Auf besagtem Dach gab es schon einmal einen Storchenhorst, der auch bewohnt war. Heute leben wieder fast 400 Storchenpaare in der Schweiz, die letztes Jahr zusammen rund 650 Jungvögel grosszogen. Im Kanton Solothurn beschränkt sich das Vorkommen auf vier Standorte in den westlichen Teilen des Kantons, in den Bezirken Lebern und Wasseramt. Dies will der Natur- und Vogelschutzverein Härkingen nun ändern.

Der NVVHE würde es denn auch schön finden, wenn die Störche bei den «Fröschen», wie die Härkinger im Volksmund genannt werden, wieder heimisch würden.

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