«Wir haben das Urteil des Bundesgerichts, dass unsere Einsatzfahrzeuge weiterhin mit Sirene und Blaulicht unterwegs sein dürfen, mit einer gewissen Genugtuung zur Kenntnis genommen. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind», erklärt SRS-Medical-Geschäftsführer Andi Leutwyler.

Mit dem Urteil fand ein juristischer Streit zwischen der kantonalen Motorfahrzeugkontrolle (MFK) und dem privaten Rettungsdienst SRS Medical nach zwei Jahren ein Ende. Dazu gekommen war es, weil die MFK dem seit Juni 2011 in Härkingen ansässigen Unternehmen die Bewilligung für Blaulichtfahrten entzog und eine entsprechende Demontage von den Fahrzeugen forderte.

Begründet wurde diese fünf Ambulanzen und zwei Notarzteinsatzfahrzeuge betreffende Verfügung damit, dass nur Firmen mit kantonalem Leistungsauftrag und mit Anschluss an die Alarmzentrale mit Blaulicht unterwegs sein dürften.

Sirene wird selten eingesetzt

SRS Medical fühlte sich in seiner Wirtschaftlichkeit eingeschränkt und zog dagegen vor Gericht und bekam 2014 vom Solothurner Verwaltungsgericht teilweise recht. «Uns wurde erlaubt, die fünf Ambulanzen weiter mit Blaulicht und Sirene zu betreiben. Für die zwei Notarztfahrzeuge wurde uns das aber wegen angeblich geringer Einschränkung der Wirtschaftlichkeit verweigert», so Leutwyler.

Dank dem Bundesgerichtsurteil seien auch diese Sondersignale an den beiden Personenwagen wieder legal. Benutzt werden diese gemäss Leutwyler für Einsätze von Notärzten oder Einsatzleitern. Die Sirene werde ohnehin nur bei wirklichen Notfällen eingesetzt. Jährlich sei das vielleicht etwa zehnmal der Fall. «Bei uns kommt es nicht vor, dass wir einfach so mit eingeschalteter Sirene durch die Gegend fahren», betont Leutwyler.

Jährlich 1500 Einsatzfahrten

Am ehesten zum Einsatz gelangen Sirenen und Blaulicht bei den insgesamt sieben Ambulanzen. Nötig werden könnte dies bei den jährlich bis zu 1500 effektiven Einsatzfahrten, welche von SRS Medical in der ganzen Schweiz sowie im benachbarten Ausland durchführt werden.

«Die Aufträge bekommen wir von Kliniken, Flughäfen, Pflegeheimen, Firmen Versicherungen oder Privatkunden», erwähnt Leutwyler. Ein weiteres wichtiges Standbein ist die sogenannte Event-Sanität. Dabei geht es um die Sicherstellung der medizinischen Notversorgung bei Grossanlässen, wie etwa beim Rollstuhlmarathon in Oensingen, Radsport- und Motorsportveranstaltungen oder Partys wie etwa Motion Gunzgen oder im Dezember 2015 die Chlausenparty des FC Härkingen in Neuendorf.

Für Grossveranstaltungen müssten bis zu 60 Leute aufgeboten werden. SRS Medical verfügt selbst über einen Personalbestand von 15 Personen im Voll- und Teilzeitpensum. Das jeweils notwendige Personal aufzutreiben, gelinge dank des guten Netzwerks von SRS Medical.

Spitex-Dienstleistungen im Angebot

Das Härkingen Unternehmen bietet auch Spitex-Dienstleitungen an und verfügt dafür über die vom Kanton geforderten Betriebsbewilligung. «Wie erbringen dieselben Leistungen wie die in den Gemeinden tätigen Spitzenorganisationen, müssen aber wegen der fehlenden Restfinanzierung durch die Gemeinden noch effizienter arbeiten.

Die geschehe aber nicht auf Kosten der Qualität. Für die von SRS Medical betreuten Kunden werde eine Notfallzentrale betrieben, die rund um die Uhr besetzt sei. «Bei Bedarf können wir sofort ausrücken und helfen», erwähnt Nadia Herger.

Die ausgebildete Rettungssanitäterin ist bei SRS Medical für die medizinischen Belange und die Notfallzentrale verantwortlich. Spitex-Dienstleistungen nehmen derzeit zwischen Solothurn und Schönenwerd etwa 25 Personen in Anspruch, wie Herger bemerkt. SRS Medical bildet übrigens auch Lehrlinge aus. Derzeit absolvieren zwei junge Frauen eine Ausbildung zur Fachangestellten Gesundheit. Die Lehrstelle Kaufmännische Angestellte ist im Moment nicht besetzt.

Einkünfte erwirtschaftet die SRS Medical ferner mit diversen Kursen in den Bereichen Sanitäts-, Notarzt-, Rettungs- und Spitexdienst sowie mit dem Vertrieb von Artikeln aus diesen Bereichen und Dienstleitung in den Sparten Verkehrs-, Park- und Ordnungsdienst und Intervention.

Rund 1,5 Mio. Franken Umsatz

Jährlich werden mit den der SRS Group angehörenden SRS Medical, SRS Service und SRS Security rund 1,5 Mio. Franken Umsatz erzielt. Geschäftsführer Andy Leutwyler spricht von einer schwarzen Null, welche angestrebt und in der Regel auch erreicht werde.

Ziel sei allerdings, die Firma weiter wachsen zu lassen und Gewinne zu realisieren. «Damit wir Rücklagen bilden können, um dereinst unseren eigenen Firmensitz finanzieren zu können», meint Leutwyler optimistisch.