Welschenrohr

Sie weiss alles über «Sabine»: Wetterstation liefert direkt zu SRF Meteo

Ein blaues Fenster öffnet sich nach dem Sturm Sabine über Welschenrohr: Fredy Grimm bei seiner Wetterstation.

Ein blaues Fenster öffnet sich nach dem Sturm Sabine über Welschenrohr: Fredy Grimm bei seiner Wetterstation.

Seit acht Jahren liefert die Wetterstation Daten. Als Ort der Wetterextreme ist Welschenrohr besonders interessant.

Minus 22,3 Grad kalt war es in Welschenrohr am 7. Januar 2017 – ein Rekordwert der letzten Jahre. Mit 109,4 Kilometern pro Stunde brauste die stärkste Windböe des Sturms Sabine am Montag durchs hintere Thal: Dank der Wetterstation von Fredy Grimm kommt Welschenrohr seit 2012 auf der meteorologischen Landkarte vor. Die exakten Daten gelangen direkt bei SRF Meteo in Zürich ins Haus.

Grimm hat sich seine Leidenschaft vor ein paar Jahren was kosten lassen. Bis heute wartet und finanziert er die Anlage selbst. «Wenn wir im Sommer viel Blütenstaub haben, dann verstopft es den Wasserbehälter», erzählt er. Reinigt er die Anlage nicht gleich, erhält er eine E-Mail aus Zürich, mit der Bitte, er solle die Station überprüfen. Oder da war Anfang 2018 der Sturm Burglind: Damals blies der Wind heftig durchs Dorf, weshalb die Windregistratur durch den Sturm Schaden nahm.

Die Reparatur kostete ein paar hundert Franken, die Grimm selbst berappte. «Alle haben das Gefühl, ich mache mit der Wetterstation ein Geschäft», sagt Grimm. Dem sei nicht so. Für die Wetterdienste erhält er von SRF Meteo nichts vergütet – nur grossen Dank, wie Grimm sagt. Neulich zeichnete Meteo seine Anlage zudem aus, weil sie besonders aufschlussreiche Daten liefert. Im Gegensatz zu vielen anderen Wetterstationen befindet sich Grimms Anlage nicht in der Nähe eines Schulhauses, sondern auf dem offenen Feld. Schneit es in Welschenrohr, stapft der bald 80-jährige Grimm raus in den Schnee, misst die Neuschneehöhe und meldet diese per E-Mail nach Zürich.

Nicht nur SRF Meteo hat direkten Zugang auf die Daten aus Welschenrohr. Auch die Gebäudeversicherung ist an die Anlage angeschlossen, wie Grimm berichtet. So kann sie überprüfen, mit welcher Stärke ein Sturm durchs Thal fegt und allfällige falsche Sturmschadensmeldungen entlarven.

Fredy Grimms Faszination für die Meteorologie

Von Interesse sind die Daten aus Welschenrohr auch, weil es meteorologisch ein Ort der Extreme ist. «Einerseits sind dort die Windverhältnisse speziell, weil es möglicherweise Föhneffekte gibt. Der Wind wird in diesem Thal kanalisiert und vermutlich dadurch beschleunigt», sagte Christoph Siegrist von SRF Meteo 2012, als die Anlage in Betrieb ging. Eben jene Wetterextreme weckten in Fredy Grimm das Interesse an den Messdaten. Bevor er die Daten in die Stube geliefert bekam, mass er das Wetter mit verschiedenen Instrumenten, die an seinem Hühnerhof hingen. Grimm meldete die extremen Temperaturen damals bereits den Meteorologen. «Die Extreme waren so auffällig, dass sie mir einen Floh hinters Ohr setzten, ich solle eine Wetterstation installieren», erzählt er. Der im Thal für seine innovativen Ideen bekannte Unternehmer konnte nicht anders und beschaffte eine Anlage.

Welche Daten der modernen Anlage Grimm am meisten interessieren? «Alles ist hochinteressant», sagt der Initiator der Wetterstation. Heute schaut Grimm die Daten täglich an und vergleiche sie mit Extremereignissen aus früheren Jahren.

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