Serie: Aus alt wird neu
40 Jahre, 2 Jahreszahlen, 1 Bild: In Mümliswil wurde viel gebaut – die Einwohnerzahl hat aber abgenommen

Teil acht unserer historischen Serie widmet sich mit Mümliswil einem Dorf, das in den vergangenen 40 Jahren mächtig gewachsen ist – zumindest auf den ersten Blick.

Rahel Bühler
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Das Guldental steht heute für eine Gemeinde: Mümliswil-Ramiswil. Die Gemeinde liegt zwischen der zweiten und dritten Jurakette und ist an den Routen über den Passwang, den Wasserfallen-Übergang und den Scheltenpass gelegen. Mümliswil-Ramiswil umfasst das gesamte Guldental, das die Klus Lobisei mit Balsthal verbindet, und ist mit 3547 Hektaren die flächenmässig grösste Gemeinde im Kanton Solothurn.

Vergleicht man das alte Mümliswiler Foto mit dem neuen, ist man versucht zu sagen: Mümliswil dürfte eines der Dörfer im Thal sein, das in den vergangenen 40 Jahren am meisten gewachsen ist. In den 1980er-Jahren war der Hang neben der Kirche noch praktisch leer. Heute reiht sich ein modernes Einfamilienhaus ans andere. Auch auf dem zeitgemässen Foto sind zwei Baukräne ersichtlich.

Die Einwohnerzahlen, die auf der Gemeindewebsite ersichtlich sind, zeichnen aber ein anderes Bild. Während zwar viel gebaut wurde, nahm die Zahl der Einwohner ab: Mit 2702 Einwohnern war 1970 der Höhepunkt erreicht. Im Jahr 2000 betrug die Einwohnerzahl noch 2603. 20 Jahre später noch 2395.

Erstmals in einer Urkunde erwähnt wird Mümliswil 1145 und Ramiswil zwei Jahre später. Ende des 15. Jahrhunderts zogen 1500 Solothurner Kriegsmächte über den Passwang, erhielten im Kampf Unterstützung von weiteren Bundesmitgliedern und wurden schliesslich unabhängig vom Deutschen Reich. Auf der Gemeindewebsite ist nachzulesen: «Der Bauernkrieg im Jahr 1653 wurde ausgelöst, da die Regierung in Solothurn 200 Schwarzbuben zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung ins Thal schickte.» Diese verwehrten jedoch den Durchzug. 1798 rückten schliesslich die Franzosen im Guldental ein, weil die Alte Eidgenossenschaft zusammenbrach.

Mümliswil war im 19. Jahrhundert ein Bauerndorf. Der Neuigkeitenplatz war der Lindenplatz. Das hat sich bis heute nur unwesentlich verändert, wie der überdimensionale Adventskalender zeigt, der den Platz nun im zweiten Jahr in Folge während der Weihnachtszeit schmückt.

Serie: Aus alt wird neu

Wie haben sich die Ortschaften im Thal und Gäu in den vergangenen Jahrzehnten ihn ihren Erscheinungsbildern verändert? Welche Auswirkungen hatten der Bau der Autobahn, die boomende Industrie oder die steigende Nachfrage nach Einfamilienhäusern sowie Bauland? In der aktuellen Serie vergleichen wir jeweils zwei Aufnahmen, die ungefähr am gleichen Standort zu Stande kamen – aber in unterschiedlichen Jahrzehnten. Die alten Aufnahmen stammen aus dem Buch «Solothurner Landschaften – Thal». Teil acht macht Mümliswil. (rab)

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