Thal

Schüler empfinden Kreisschule als eher streng

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Die Schule in Balsthal ist eine der beiden Standorte der Kreisschule Thal.

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Die Kreisschule Thal schneidet in einer Evaluation gut ab. In fünf von sechs Punkten erfüllt die Thaler Mittelschule die Erwartungen.

Seit diesem Sommer führt ein zweiköpfiges Schulleitungsteam die Kreisschule Thal. Christoph Schiltknecht und Verena Meister übernahmen gemeinsam die Co-Leitung der Schule mit Standorten in Balsthal und Matzendorf. Meister und Schiltknecht finden im Thal eine intakte Schule vor. Dies geht aus dem externen Evaluationsbericht hervor, den das Departement Bildung und Kultur in Auftrag gab. Die Experten der Fachhochschule Nordwestschweiz machten Schulbesuche, befragten Eltern, Lernende, Lehrpersonen und die Schulleitung. Insgesamt stellt der Schlussbericht der Evaluation der Kreisschule Thal ein gutes Zeugnis aus. In fünf von sechs Bereichen erteilten sie der Schule eine grüne Ampel. Einzig im Bereich «Schul- und Unterrichtsklima» erkannten sie Schwachpunkte.

Nach der ersten externen Schulevaluation im Jahr 2010 überprüfte die Fachstelle für externe Schulevaluation der Fachhochschule Nordwest-schweiz die Kreisschule im Frühling 2019 zum zweiten Mal.

Dabei stellte das Evaluationsteam fest, dass die Kreisschule Thal in der Region einen hohen Stellenwert hat und eine breite Unterstützung geniesst. In der Schulführung gab es seit der letzten Evaluation verschiedene personelle Wechsel. «Die neue Schulführung arbeitet gut zusammen und will die Kreisschule gemeinsam stärken», schreibt die Kreisschule in ihrer Medienmitteilung. Gemäss externer Schulevaluation identifizieren sich die Lehrpersonen stark mit ihrer Schule. Ein Punkt, den die bisherige Standortleiterin der Matzendorfer Schule und Neo-Schulleiterin Verena Meister besonders freut. «Matzendorf war etwas verloren, wir fühlten uns nicht unterstützt. Deshalb freut es mich, dass wir eine grosse Lehrer- und Elternzufriedenheit generieren konnten», sagt sie.

Durch die Impulse der Schulleitung einerseits und durch die Entwicklungs- und Kooperationsbereitschaft der Lehrerschaft andererseits, habe die Kreisschule Thal in den letzten Jahren wichtige Entwicklungsschritte in Angriff genommen. Die Schule sieht sich auf gutem Wege, das eigene Profil zu schärfen.

Schüler wünschen sich attraktiven Pausenplatz

In der Evaluation gaben die Lehrpersonen an, mit dem Arbeitsklima zufrieden zu sein. Das Führungsverhalten der Schulleitung unterstütze und entlaste die Lehrerschaft im Arbeitsalltag spürbar. Weiter funktioniert gemäss Bericht die interne Kommunikation gut und die Lehrerinnen und Lehrer schätzen die Partizipation bei wichtigen Entscheidungen.

Auch in Bezug auf die Kontakte und auf die Kommunikation mit den Eltern stellte das Evaluationsteam der Kreisschule ein gutes Zeugnis aus. «Die Zusammenarbeit mit der Schule wird von den Eltern als mehrheitlich positiv erlebt, die festgelegten Elternabende und Elterngespräche werden von den Lehrpersonen gut umgesetzt», heisst es in der Medienmitteilung. Positive Resonanz gab es zum Elterncafé, mit welchem die Kreisschule Thal am Besuchstag in den letzten Jahren neue Wege zu gehen versuchte. Die Eltern sollten so vertiefte Einblicke in den Schulalltag erhalten.

Eine grüne Ampel erhielt die Kreisschule auch im Bereich der Betreuungs- und Aufsichtsfunktion über die Schülerinnen und Schülerinnen. Themen wie Sucht und Gewalt würden an der Schule bearbeitet, das Angebot der Schulsozialarbeit werde rege genutzt. Aus Sicht der Schülerinnen und Schüler und der Eltern wären ein attraktiverer Pausenplatz am Standort Balsthal sowie ein Mittagsangebot in der Schule wünschenswert.

Weiter schnitt die Kreisschule im Bereich der Schulführung gut ab. Die Zusammenarbeit unter den Schulleitungspersonen funktioniere gut. Mit dem neuen Co-Schulleitungsmodell werde dies noch intensiviert, verspricht die Schule. In der Evaluation erwies sich zudem, dass das Qualitätsmanagement der Kreisschule ausgeprägt ist und sich dieses bewährt.

Die einzige gelbe Ampel: Strenges Disziplinarsystem

Im Bereich «Schul- und Unterrichtsklima» hat das Evaluationsteam zwei Schwachpunkte im Schulalltag erkannt. Zum einen wird das Disziplinarsystem der Kreisschule sowohl von Lernenden als auch von Eltern als eher streng erlebt. Es sei schwierig, das schulinterne Regelwerk einheitlich umzusetzen, schreibt die Schule. Schülerinnen und Schüler monierten, einige Regeln nicht nachvollziehen zu können. Das Disziplinarsystem geniesse einen hohen Stellenwert, sagt Meister hierzu. «Uns ist es sehr wichtig, Transparenz und Gerechtigkeit zu leben. Leider ist es uns nicht gelungen, dass die Schülerschaft dies so wahrnimmt.»

Während die Schülerinnen und Schüler das Verhältnis zu den Lehrpersonen mehrheitlich als gut einstufen, erleben sie den Umgang untereinander dagegen nicht immer als fair und respektvoll. Die Schule schreibt in ihrer Mitteilung, sie habe sichtbare Vorfälle konsequent aufgegriffen und bearbeitet. «Trotzdem stellt die soziale Heterogenität und die multikulturelle Vielfalt der Lernenden für alle Beteiligten eine grosse Herausforderung dar, die das Klima in einigen Klassen zu belasten scheint.»

Woran dies liegt, will die Schule nun analysieren und aus diesen Erkenntnissen heraus Massnahmen entwickeln. Im Fokus stehen gemäss Medienmitteilung zwei Ziele: Das Klassenklima soll verbessert werden. Zudem wolle die Schule mit der Schülerschaft «eine Disziplin etablieren, die möglichst von allen Beteiligten als nachvollziehbar und fair empfunden wird». (yas/mgt)

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