Balthal

Rütti gegen Menna: Es kommt zum Duell um das Gemeindepräsidium

Christine Rütti (SVP) und Pierino Menna (CVP) wollen das Gemeindepräsidium.

Christine Rütti (SVP) und Pierino Menna (CVP) wollen das Gemeindepräsidium.

Die Balsthaler SVP und die CVP erheben offiziell Anspruch auf das Gemeindepräsidium. Die FDP gibt eine Wahlempfehlung für Pierino Menna ab.

Nach dem Urnengang vom 21. Mai für die Gemeinderatswahlen in Balsthal hatte Christine Rütti von der SVP noch verlauten lassen, dass sie nicht für das Gemeindepräsidium kandidieren werde. Ihren Entscheid begründete sie damals mit dem guten Resultat ihres Ehemannes Georg Rütti als bestgewählten Gemeinderat und dass sie ihm mit einer Kandidatur nicht die Hosen abschneiden wolle. An diesem Wahlsonntag hatten Enzo Cessotto von der FDP und Fabian Müller von der SP ihren Rückzug aus dem Rennen um das Gemeindepräsidium bekannt gegeben. Rütti hatte ihrerseits angekündigt, dass die SVP in jedem Fall einen Kandidat stellen werde. Sie werde es aber wie erwähnt auf keinen Fall sein.

Vorstand setzt auf Rütti

Nun kommt die 57-jährige Ortsparteipräsidentin auf ihren Entscheid zurück und stellt sich für eine Kandidatur zur Verfügung. Ihren Meinungswandel begründet sie mit dem klaren Votum der Parteileitung sowie ihres Mannes Georg für eine Kandidatur. Ihr Mann habe seine Meinung am Montag nach der Gemeinderatswahl auf besondere Weise kundgetan, indem er demonstrativ mit kurzen Hosen zur Sitzung der Partei erschienen sei. «Das war wirklich eine tolle Aktion».

Dabei habe er versichert, ihr bei einer allfälligen Wahl zur Gemeindepräsidentin im Gemeinderat gerne Platz zu machen. Laut dem Gemeindegesetz ist es nämlich ausgeschlossen, dass Ehepaare in derselben Behörde Einsitz nehmen.

Eine eigene Kandidatur habe ihr Mann klar ausgeschlagen, sagt Christine Rütti «Wenn jemand von der SVP kandidiert, dann Du», sei die klare Botschaft der Parteileitung und die ihres Mannes gewesen. Auch dass sich viele Frauen im Dorf für ihre Kandidatur ausgesprochen hätten und die SVP insgesamt gestärkt aus den Wahlen hervorgegangen sei, habe sie in ihrem Entschluss gestärkt. «Ich habe nichts zu verlieren und die Welt würde nicht zusammenbrechen, wenn ich nicht gewählt werde.» Sie rechne sich aber gute Chancen aus, die neue Gemeindepräsidentin von Balsthal zu werden.

Von seiner neuen Gegenkandidatin für das Gemeindepräsidium erfuhr am Montag Pierina Menna von dieser Zeitung. Im Sinn einer lebendigen Demokratie sei zu begrüssen, dass er nicht der einzige Kandidat für das Gemeindepräsidium sei, erklärt der CVP-Parteipräsident. Allerdings hätte er auch ohne Gegenkandidat die Übernahme dieses Amtes nicht abgelehnt, so Menna. Christine Rütti sei sicher eine ernst zu nehmende Kandidatin. Im Gensatz zu ihr verfüge er aber über eine vierjährige Erfahrung im Gemeinderat. Und für die Führung einer Gemeinde sei das von Bedeutung.

FDP unterstützt Menna

Auch von der FDP wurde Christine Rüttis Kandidatur zur Kenntnis genommen. Die stärkste Partei im Dorf lanciert denn auch gleich den Wahlkampf für die am 2. Juli stattfindende Gemeindepräsidiumswahl. Der Parteivorstand hat bereits eine Wahlempfehlung herausgegeben: «Wir unterstützen klar Pierino Menna. Er hat sich während vier Jahren mit viel Engagement, Wissen und Kompetenz im Gemeinderat eingebracht. Das sind für uns gute Voraussetzungen für das Amt des Gemeindepräsidenten» erklärt FDP-Präsident André Schaad. Dass Neu- oder Quereinsteiger keine ideale Besetzung für das Gemeindepräsidium seien, habe sich nach der Wahl von Roland Stampfli gezeigt.

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