Seit September letzten Jahres entsteht in Egerkingen ein neues Schwimmbad. Drei Millionen Franken hat die Gemeinde für den Neubau der stark sanierungsbedürftigen alten Badi in die Hand genommen. Ab dem 17. Mai soll das neue Bad für die Öffentlichkeit bereit sein und eröffnet werden.

«Ausschlaggebend für den Neubau waren schwere Sicherheitsmängel und Alterserscheinungen der ehemaligen Anlage», weiss der Architekt des Neubaus, Urs Köpfli. So hatte die Folienbekleidung des alten Beckens ihre Lebensdauer längst überschritten; sie hätte erneuert werden müssen, erklärt er. Bedenklich seien vor allem aber die ungenügende Wassertiefe der Sprunganlage sowie dessen Überschneidung mit dem Schwimmerbecken gewesen. «Ein wesentliches Ziel war es, die beiden Becken sauber zu trennen.» Zudem habe die Schwimmbadtechnik nicht mehr den heutigen Anforderungen und Hygienevorschriften für öffentliche Bäder entsprochen. Die Gemeinde entschied sich daher für einen kompletten Neubau, anstatt eine ähnlich hohe Investition in eine Sanierung zu machen.

Wesentliche Erneuerungen

Das ehemalige 25-Meter-Becken wurde durch ein neues, ebenso grosses Becken mit pflegeleichter Edelstahlbekleidung ersetzt. Neu befinden sich nun eine separierte Sprunganlage mit Ein- und Drei-Meter-Brett sowie ein Nichtschwimmerbecken daneben. So können Erwachsene, Sportler, Jugendliche und Kinder ungestört nebeneinander das Badeangebot geniessen. Mit einer neuen Kleinkinderanlage dachte der Architekt auch an die jüngsten unter den Badegästen. Für frischen Badespass sorgt zudem eine Rutsche, die vom Dach des neuen Technikraumes in ein kleines Wasserbecken führt.

Auch der Technikraum ist ein Neubau. Die Verlegung aus dem Untergeschoss der Turnhalle auf das Areal des Schwimmbads nutzte man dafür, die gesamte Technik auf den neusten Stand zu bringen. «Ein öffentliches Bad muss heute an den Beckenrändern umlaufende Rinnen haben, wo das überschüssige Wasser, das früher bei uns in die Kanalisation floss, in ein Ausgleichsbecken fliessen kann», so Markus Thommen, Bereichsleiter Bau der Gemeinde Egerkingen. Im neuen Ausgleichsbecken wird das Wasser wieder für den Einsatz in den Schwimmbecken aufbereitet und sorgt damit für geringeren Wasserverbrauch. Ausserdem ermögliche die neue Technik eine bessere Steuerung und Überwachung der Wasserqualität als zuvor und erleichtere dem Bademeister die Arbeit.

Bessere Infrastruktur

Für die Badegäste bedeutet der Bau vor allem mehr Platz und mehr Angebote. «Neu gibt es eine kleine Küche im Eingangsbereich, wo man vor allem Tiefkühlprodukte wie Pizza und Flammkuchen erhält», erklärt Thommen. Das breitere Snackangebot könne man diese Saison neu auch in einem Terrassenbereich mit mehreren Stühlen und Tischen konsumieren. Des Weiteren sei die Infrastruktur um eine behindertengerechte Toilette und Garderobe gleich neben dem neuen Technikraum ergänzt worden. «Das Schwimmbad kann nun ohne weiteres 600 bis 700 Badegäste fassen», sagt Architekt Köpfli. Mit der zusätzlichen Erweiterung der Liegeflächen und des Schwimmbeckenangebotes stieg die Kapazität des Bads um rund 200 Gäste.

Der Neubau und das breitere Angebot macht sich allerdings auch bei den Eintrittspreisen bemerkbar: Während die Preise für Einzeleintritte und Zehnerabonnemente gleich bleiben, verlangt die Gemeinde deutlich mehr für die Saison-Abonnemente. Ein erwachsener Einwohner der Gemeinde Egerkingen beispielsweise bezahlt neu 80 statt 60 Franken, ein Auswärtiger 100 statt 80 Franken. Dafür profitierten die Badegäste von längeren und regelmässigen Öffnungszeiten, jeweils täglich von 9 bis 20 Uhr – Mai und September bis 19 Uhr – und am Wochenende bis 18 Uhr.

«Als das Schwimmbad vor 50 Jahren gebaut wurde, war es nicht als öffentliches Bad sondern als Lernschwimmbecken für die Schule konzipiert worden», bemerkt Thommen. Mit den gemachten Erneuerungen und Neubauten entspreche es nun den Anforderungen eines öffentlichen Bads. «Es ist nun ein kommunales Familienbad und deckt das ganze Spektrum von den ganz kleinen Gästen über Sportler bis hin zu Senioren alles ab», sagt Architekt Köpfli. Bis zur Eröffnung am 17. Mai müssen noch diverse Arbeiten fertiggestellt und der Rasen gesät werden.