Markus Wyss besitzt einen besonderen Bezug zum Film, liebt Filmgeschichten. Dies hat ihn auch dazu motiviert, Frauengesichtern nachzugehen, und zwar nicht im üblichen Sinn, sondern Gesichtern, die in sich verschlüsselt sind. Man erkennt träumende und entrückte, die Augen sind oft halb geschlossen, immer fein ausgearbeitet, der Mund ist von verführerischer Kraft.

Es liegt viel Sinnlichkeit, Geheimnisvolles und rätselhaftes in diesen Frauengesichtern. Betrachtet sie intensiv, wird man von ihnen auf eine besondere Art gefangen genommen. Man erkennt die Schönheit dieser stillen Gesichter, sinnt über ihre Geschichten nach, denn jedes Gesicht scheint eine andere Geschichte zu haben.

Figuren erzählen Geschichten

Und dann spannt man einen Bogen zu den Skulpturen im Raum. Sie sind aus Styropor geschaffen, bald Weiss belassen oder dann in Schwarz, Rot und anderen Farbkombinationen. Diese Figuren erzählen vom Menschen, von Mann und Frau, von Begegnungen aus dem Leben.

Im Chorraum hängen die» Lüsternen Weiber» mit goldenen Haaren, ineinander verwoben und im Raum auf dem Boden selbst sieht man weisse Figuren, die in sich gekehrt still vor sich hin sinnieren. Markus Wyss nennt diese Installation «Andacht», denn so wirken sie auch andächtig und schaffen einen Kontrast zu den schwebenden Frauenfiguren an der hohen Rückwand.

Interessant sind auch die «Drei Bräute», weisse Figuren, sie hängen bei der Empore in den Raum hinein und bewegen sich in luftiger Höhe sanft hin und her. (ms)

Die Ausstellung in der Alten Kirche Härkingen mit Werken von Markus Wyss dauert noch bis zum 25. März. Öffnungszeiten: Freitag, 19–21 Uhr, Samstag/Sonntag, 14–18 Uhr