Die beiden Oltner Kunstschaffenden Urs Borner und Stefan Grütter begegnen sich vom 24. März bis 9. April in der Alten Kirche in Härkingen innerhalb der Ausstellung Olten–Venedig und schaffen einen faszinierenden Spannungsbogen zu einander. Der Besucher erlebt ganz unterschiedliche Bilder.

Venedig, wie der Titel verrät, aber auch Motive aus der Stadt Olten, wie etwa ein Blick durch ein Fenster in die Altstadt, flankiert von Mann und Frau und einer schwarzen Rose, gemalt von Urs Borner.

Fast zärtlichen Formulierungen

Stefan Grütter präsentiert eine Reihe von Zeichnungen, skizzenhaft eingefangen, andere in leichter Färbung, aber auch grössere Bilder, gemalt in feinen Farben, oft dunkel und verhangen, dann aber auch in einer hellen Bläue von Wasser und Himmel. Er spielt mit architektonischen Elementen, man erkennt Häuserfronten, Silhouetten von Venedig, aber auch andere Motive, die geheimnisvoll wirken und sehr in sich selbst ruhen.

Er liebt die feinen, fast zärtlichen Formulierungen. Das Malerische liegt ihm, wobei er in seinen Zeichnungen und Skizzen sehr zurückhaltend wirkt, so als möchte er nicht alles preisgeben, was er in sich fühlt. Es sind interessante Bilder, die berühren und fesseln und die den sensiblen Künstler verraten, der hinter die Dinge sieht und mit einer zarten Portion Poesie malt.

Malerisch komponiert

Eindrucksvoll sind die Malereien von Urs Borner. Er ist ein Maler, der viel Erfahrung besitzt und in dieser Ausstellung eine eindrucksvolle malerische Lebendigkeit zeigt. Seine Bilder mit Figuren, mit architektonischen Elementen, malerisch komponiert, von unglaublicher Intensität und bildnerischer Schönheit nehmen gefangen. Einmalig ist das grosse Bild im Chorraum, eine Collage. Sie ist aus Tapeten-, Papier- und Stoffstreifen zusammengefügt. Man erkennt die verrücktesten Muster und Motive, immer fein integriert in die Gesamtaussage. Dargestellt ist der «Treppenaufgang Gabrielli» in einem Hotel in Venedig, so raffiniert dargestellt, dass man vom Eingang in die Kirche zum Chorraum läuft und das Gefühl hat, man könne in dieses Bild einsteigen, die Treppe hochgehen in diese wunderschöne Welt aus Farben und Mustern, aus Licht und Schatten, aus dunkleren und hellen Tönen.

Rechts und links sind zwei weitere Bilder in Öl zu erkennen. Besonders reizvoll ist das Bild «Beflügelt» mit einer Frauengestalt konfrontiert mit einem Pferd, das mit Flügeln bestückt ist voller poetischer Kraft. Auch andere Bilder haben erzählerischen Inhalt. Urs Borner versteht es meisterlich, seine Bildinhalte mit Geschichten zu beleben. Interessant ist auch das Bronzeobjekt mitten im Ausstellungsraum auf einem Sockel. Der Künstler nennt es «Arche» ,und man ortet ein Schiffsfragment, darin ist eine Frauenfigur plaziert mit kraftvollen Flügeln. Urs Borner spielt mit realen und surrealen Elementen, Expressives macht sich bemerkbar, aber auch zärtlich Zurückgenommenes. Man geht seinen Bildern entlang und erkennt, dass da ein Künstler am Werk war, der dem Malen leidenschaftlich verfallen ist.

Es ist dies eine Ausstellung, die Zeichen setzt, Kontraste schafft und aus dem Thema heraus einen Bogen spannt zu den unterschiedlichen Aussagen.

Bis 9. April. Fr 19–21 Uhr, Sa/So 14–18 Uhr