Oensingen
Konzert im eigenen Zuhause: Das Kino Onik streamt unter dem Label «unverhört» neu auch Kultur

Der Kino-Inhaber Christian Riesen will gemeinsam mit einem Team wieder mehr Leben in die Kultur-Branche bringen. Die neue Plattform startet am Samstag mit Pät, dem Sänger der Bieler Band QL.

Gülpinar Günes
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Am Samstag tritt der Sänger und Bassist der Bieler Funkpunk Band QL im Kino Onik auf. Das Konzert kann über Livestream verfolgt werden.

Am Samstag tritt der Sänger und Bassist der Bieler Funkpunk Band QL im Kino Onik auf. Das Konzert kann über Livestream verfolgt werden.

zvg

«Der Bundesrat hat entschieden. Das kulturelle Leben bleibt weiterhin gestoppt. Aber nicht in Oensingen.» So startet der neue Kino Onik Inhaber, Christian Riesen, sein aktuelles Mediencommuniqué. Damit wirbt er für eine neue Streaming-Plattform, die unter dem Label «unverhört» im Oensinger Kino Platz finden soll. Die Idee sei es, Auftritte von Künstlern, Podiumsdiskussionen und ähnliche audiovisuelle Anlässe live für die Zuschauer zu Hause zu übertragen. Das Projekt startet bereits diesen Samstag mit dem Auftritt des Sängers und Bassisten der Bieler Funkpunk Band QL.

Hinter der neuen Plattform steckt allerdings nicht nur das Kino Onik. Die Idee sei vom Grenchner Stadtpolizisten Kilian Messerli gekommen, wie Christian Riesen auf Anfrage sagt. «Und ich habe ihm das Kino als Spielwiese zur Verfügung gestellt», sagt er lachend. Aus gemeinsamen Kontakten sei schliesslich ein kleines Netzwerk mit Mathias De Rivo vom Oensinger Unternehmen «Progra» und dem Moderator Joel Grolimund entstanden sowie der erste Künstler angefragt worden. «Das Ganze hat sich extrem schnell entwickelt», so Riesen.

Das Budget werde tief gehalten

Es gehe dem Team unter anderem auch darum, Künstler während der Krise zu unterstützen: Zwar erhält Pät beispielsweise keine direkte Gage vom Label. Die Zuschauer aber können ihm während des Konzerts per Twint oder Paypal direkt eine Spende zukommen lassen. Im Gegenzug erhält man eventuell einen persönlichen Musikwunsch erfüllt. Beim gesamten Anlass fliesse aber kaum Geld: Grolimund moderiere das Konzert ehrenamtlich und das Team versuche alles kostengünstig zu organisieren. Einzig die Tontechnik werde über den Beitrag eines Sponsors finanziert.

«Am Samstag wird sich zeigen, ob unsere Vorbereitungen gut und richtig waren», sagt Riesen. Mit dem Anlass wolle das Team dem ausgehungerten Kultur-Betrieb wieder etwas Leben einhauchen. Beispielsweise läuft derzeit ein Wettbewerb, bei welchem Interessierte einen «Helfereinsatz» im Kino gewinnen und das Konzert im Kino erleben können. Allerdings wolle das Team «unverhört» nicht auf die Einschränkungen der Coronapolitik reduzieren. «Wir haben das Label bewusst breiter gefasst», sagt Riesen, sodass immer wieder übertragene oder Anlässe vor Ort zu erwarten seien.

Infos

Mehr Infos zum Projekt und den Anlässen finden Sie unter: www.unverhoert.ch