Kestenholz

Nistplätze für gefährdete Vogelarten: Natur- und Vogelschutzverein will Schwalbenturm errichten

Im Jahr 2014 wurde in Hüniken im Wasseramt ein Turm errichtet.

Im Jahr 2014 wurde in Hüniken im Wasseramt ein Turm errichtet.

In der Gemeinde Kestenholz soll ein neuer Schwalbenturm entstehen. Das Programm des Natur- und Vogelschutzvereins möchte einen Beitrag zum Arterhalt leisten.

Für die potenziell gefährdete Mehlschwalbe soll in Kestenholz ein Turm entstehen. Dabei geht es um ein Anliegen des Natur- und Vogelschutzvereins Kestenholz. Dieser möchte einen sechs Meter hohen Turm mit Nistplätzen in der Nähe der Mehrzweckhalle des Primarschulhauses an der Joseph-Joachim-Strasse errichten. Der Turm war ursprünglich auf dem Gelände des Kindergartens gedacht. «Das hat sich als technisch schwierig herausgestellt», sagt Gemeindepräsident Arno Bürgi auf Anfrage. Der Turm werde mit einem Lastwagen transportiert. Für diesen hätte es auf dem Gelände wenig Bewegungsfreiheit gegeben, aufgrund der geringen Grösse des Areals.

Bürgi war selber einmal Präsident des Natur- und Vogelschutzvereins. Heute hat sein Cousin Niklaus Bürgi dieses Amt inne. «Der Schwalbenturm dient als Ersatz für die zunehmend schwindenden Bauernhäuser», sagt Niklaus Bürgi auf Anfrage. Der Rückgang von Bauernhäuser sorge dafür, dass die Mehlschwalbe weniger Nistplätze vorfindet. «Kestenholz ist nicht in Besitz eines Vogelturmes, Oensingen und Egerkingen aber schon», sagt Bürgi.

Turm gibt Platz für 50 Schwalben

Der neue Turm soll Platz bieten für ungefähr 50 Tiere und einfach abbaubar sein, damit er im Notfall verlegt werden kann. Die Kosten für das Projekt übernimmt der Verein. Schon im Frühling stimmte der Gemeinderat dem Antrag des Natur- und Vogelschutzvereins einstimmig zu. Das entsprechende Baugesuch liegt nun auf.

Grund für den Bau des Turmes, ist die Erhaltung der Mehlschwalbe. Sie gilt in der Schweiz als potenziell gefährdet und wurde 2010 in die Rote Liste der Brutvögel eingetragen. «Die Zahl der Mehlschwalben in der Schweiz beträgt ungefähr 140 000 bis 180 000 Tiere», sagt Matthias Kestenholz, aus dem Bereich Biologie und Medien der Schweizerischen Vogelwarte Sempach auf Anfrage. Wieso geht es aber der Mehlschwalbe in der Schweiz so schlecht? «Der Grund ist nicht das Klima oder dergleichen», sagt Kestenholz. Die Schwalben hätten viel mehr ein Problem mit dem Nistmaterial. Dieses sei auf den Böden von Siedlungsgebieten nicht zahlreich genug. Auch sei die Dachkonstruktion moderner Häuser ungeeignet für Schwalbennester.

«Es hängt auch damit zusammen, dass Hausbewohner keinen Vogelkot auf ihren Wänden sehen möchten», sagt Kestenholz. Im Dorf, das denselben Namen trägt wie der Fachmann der Vogelwarte Sempach, will der Natur- und Vogelschutzverein etwas für die bedrohte Vogelart tun. Die Bauarbeiten beginnen und enden gemäss Niklaus Bürgi zwischen März und April 2020. Die Kosten sollen sich in einem Rahmen zwischen 5000 bis 12 000 Franken bewegen, je nach Bauart des Turmes. Die Baubewilligung für das Projekt steht noch aus.

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