Projektwoche

Neuntklässler der Kreisschule Thal packen im Naturpark an

Besser als im Schulzimmer zu sitzen: Jugendliche der Kreisschule Thal haben im Rahmen einer Projektwoche Arbeitseinsätze im Naturpark Thal geleistet.

Draussen arbeiten, das Wetter erleben, ein Handwerk spüren, durchbeissen, Verantwortung übernehmen. Das sind die Ziele der Projektwoche «Umgang mit der Natur» der 9. Klassen der Kreisschule Thal. Vier Schulklassen haben im Rahmen dieser Projektwoche vom 9. bis 11. September Arbeiten im Naturpark Thal ihr Soll schon erfüllt, zwei Klassen haben die Einsätze noch vor sich. Bis jetzt haben rund 90 Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen und Einsatzleiter den Wald gepflegt, das Schloss Neu-Falkenstein und das Kluser Schloss geputzt, den Plattenweg an der Römerstrasse gejätet, einen Wasserlauf gebaut, Wege freigeschnitten, Tische und Bänke aufgefrischt und Treppen gebaut.

Hang ist grösser als erwartet

An der Alten Passwangstrasse oberhalb Mümliswil war die Klasse Sek E3a aus Balsthal im Einsatz. Dort hat der Naturpark vor fünf Jahren Bäume gefällt und den Wald ausgelichtet. Dieser Standort ist ideal für Orchideen. Nun war der Hang bereits wieder stark zugewachsen, manche Bäume waren schon zwei Meter hoch. Die Schüler haben mit Handwerkzeug die Bäumchen und Sträucher geschnitten. «Die grosse Fläche, die wir hier bearbeiten, hat mich überrascht. Auch, dass das Gebiet so steil ist», sagt Janis, Bauernsohn aus Mümliswil. Aber: «Das Jammern hält sich in Grenzen», sagt Einsatzleiter Hugo Roth vom Naturpark Thal. Manche Schüler haben doch auch privat schon ähnliche Arbeiten erledigt. Lara etwa hilft mit ihrer Familie regelmässig im Berner Oberland Bekannten beim Ausholzen von Buschwerk. «Die Arbeit ist für mich o.k., ich mache sie einfach», sagt die Schülerin, die nächsten Sommer die Kunstschule beginnen wird.

Ziel der Projektwochen der Kreisschule Thal ist, im neunten Schuljahr einen Blick in praktische Arbeiten zu erhalten, Verantwortung zu übernehmen, körperliche Anstrengung zu erfahren, Arbeit zu leisten ausserhalb des Schulzimmers. So haben es denn auch die Schüler empfunden. «Es ist besser, hier draussen etwas für die Natur zu tun und uns aufs Berufsleben vorzubereiten, als drinnen im Schulzimmer zu sitzen», sagt Janis am Passwang. Solche Einsätze geben einen Bezug zur Natur und lassen die Schüler Teamarbeit erfahren. «Oft bilden sich automatisch Zweierteams, einer schneidet, der andere räumt weg», sagt Lara. Zudem lernen die Schülerinnen und Schüler die Landschaft im Naturpark Thal kennen. «Es gab Schüler, die waren noch nie am Passwang», weiss der Lehrer Mauro Giovanni.

In allen vier Einsatzgebieten – am Passwang, St. Wolfgang, Schloss/Römerstrasse und Sunnenberg Laupersdorf – haben die Schüler dringend nötige Arbeiten erledigt. In Laupersdorf am Sunnenberg hat die Klasse Sek B3a zum Beispiel ein Gelbringfaltergebiet gepflegt. Die Raupe dieses seltenen Falters lebt von den Gräsern entlang den Waldwegen, weil dort viel Licht in den Wald fällt. Der Gelbringfalter kommt im Kanton Solothurn nur noch am Sunnenberg vor. Deshalb schützt der Naturpark Thal seinen Lebensraum.

Das gesteckte Ziel übertroffen

Die Arbeit hat auch den Ehrgeiz der Schüler geweckt. So staunte der Einsatzleiter Martin Zeltner vom Naturpark Thal in der Grube bei St. Wolfgang über das Arbeitstempo. «Wir haben das Ziel übertroffen und konnten noch mehr Arbeiten erledigen als ursprünglich geplant waren.» Im Gebiet Lobisei hat die Klasse Sek B3b Äste auf Haufen geschichtet, das Biotop geputzt und einen Weg freigeschnitten. «Die grosse Anzahl Schüler zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu haben, auf das individuelle Arbeitstempo einzugehen, rechtzeitig am nächsten Einsatzort bereit zu sein, das war eine logistische Herausforderung», berichtet der Einsatzleiter Max Rütti vom Holzfluh-Verein Balsthal. Die grosse Klasse Sek E3b war in Gruppen aufgeteilt an verschiedenen Orten im Einsatz. Diese kleineren Arbeitsgruppen haben sich bewährt. Max Rütti macht beim gemeinsamen Mittagessen den Schülerinnen und Schülern ein Kompliment. «Ihr habt sehr gut, speditiv und exakt gearbeitet und eine grosse Leistung erbracht. Wir sind an vielen Orten zügig vorangekommen», lobt er und hofft, dass die Arbeiten kommende Woche mit einer Matzendorfer Schulklasse am gleichen Ort ähnlich gut weiterlaufen.

Für die vier Balsthaler Abschlussklassen sind die Projektwochen zum Thema «Umgang mit der Natur» nun bereits Geschichte. Mit den zwei 9. Klassen der Kreisschule Thal am Standort Matzendorf werden von Montag bis Mittwoch, 22. bis 24. September, nochmals zwei Schulklassen im Einsatz sein. Sie setzen teils Arbeiten an bereits begonnenen Baustellen im Einsatzgebiet des Holzfluh-Vereins fort und werden an der Schlossflue in St. Wolfgang Äste zusammentragen und Sträucher schneiden.

Veranstalter dieser Arbeitseinsätze ist der Naturpark Thal, Auftraggeber an den einzelnen Standorten sind der Naturpark Thal, der Holzfluh-Verein Balsthal sowie der Kanton Solothurn im Rahmen des Mehrjahresprogramms Natur und Landschaft.

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