Japanischer Staudenknöterich

Neophyten können zu allergischen Reaktionen führen — im Gäu wird auf spezielle Art gegen sie vorgegangen

Auf einem kleinen Versuchsfeld zwischen Oensingen und Oberbuchsiten wird dem Japanische Knöterich mit Heissdampf der Garaus gemacht.

Auf einem kleinen Versuchsfeld zwischen Oensingen und Oberbuchsiten wird dem Japanische Knöterich mit Heissdampf der Garaus gemacht.

An der Oltenstrasse zwischen Oensingen und Oberbuchsiten werden Neophyten ungewöhnlich bekämpft.

Wer von Oberbuchsiten nach Oensingen fährt, der tut dies meist über die Oltenstrasse. Sie führt auch an einem Parkplatz vorbei, der oft von Lastwagenfahrern genutzt wird. Seit kurzem ragen in der Nähe auffällige Pflanzen aus dem Boden. Es handelt sich hierbei um den Japanischen Staudenknöterich. Dieser zählt hierzulande zu den Neophyten, also zu den Pflanzen, die eingeschleppt werden und nicht selten für Probleme sorgen. So wirken diese oft allergen auf Menschen oder Tiere und drängen die einheimischen Pflanzen zurück.

Heimisch ist der Japanische Staudenknöterich, wie es der Name schon suggeriert, in Japan, aber auch auf der koreanischen Halbinsel und China. Eingeschleppt wurden die ostasiatischen Schling- und Flügelknöteriche nach Europa und Nordamerika von einem bayrischen Arzt im 19. Jahrhundert. «Der Japanische Staudenknöterich ist weit verbreitet, das ist schon problematisch», sagt Walter Kissling, Leiter Strasseninspektorat auf Anfrage. Ausgehend von einem Trieb breiten sich die unterirdischen Organe der Rhizome im Umkreis von sieben Metern und bis zu einer Tiefe von vier Metern aus, und an jedem Knoten können sich neue Triebe bilden. Laut ihm sind beim Japanischen Staudenknöterich aber keine schädlichen Auswirkungen auf Mensch oder Tier bekannt.

Mit Heissdampf gegen den Eindringling

Der Kampf gegen diese invasiven Pflanzen gestaltet sich nicht leicht und ist eine Sisyphusarbeit. Gegen die unerwünschten Besucher gibt es allerlei Massnahmen, wie zum Beispiel chemische Mittel wie Gifte oder mit einem Heissdampfverfahren. «Wir haben mit dem Kreisbauamt II Versuche unternommen mit der Bekämpfung von Neophyten mithilfe von Heissdampf», sagt Kissling. Eine Stahlplatte mit einer Fläche von zirka einem Quadratmeter, bestückt mit diversen Düsen, wird während ungefähr 40 Sekunden auf die Pflanzen gedrückt. Mittels Heissdampf, mit einer Temperatur von 180 Grad Celsius, wird bei den Neophyten ein sogenannter Eiweiss-Schock provoziert. Aber: «Natürlich ist es mit einer einmaligen Intervention nicht gemacht, denn die Arbeiten müssen mehrmals wiederholt werden», klärt der Leiter des Strasseninspektorats auf.

Darüber hinaus spielen bei der Entfernung der Neophyten immer wieder rechtliche und politische Regelungen eine Rolle. So auch beim Japanischen Staudenknöterich beim Parkplatz an der Oltenstrasse in Oensingen, denn das Gebiet rund um den Parkplatz ist in Besitz von Privatpersonen. Der Arbeitsbereich des Strasseninspektorats umfasst lediglich die Gebiete an den Kantonsstrassen. «Man hat keine rechtlichen Grundlagen, um Privaten vorzuschreiben, wie sie den Knöterich zu bekämpfen haben», so Kissling. Denn oftmals würden Private die Pflanzen einfach mähen und anschliessend in der Natur entsorgen, was der Leiter des Strasseninspektorats für keine gute Lösung hält. Zwar existieren keine Grundlagen, den Japanischen Staudenknöterich zu beseitigen, doch unbehandelt vermehrt sich der Neophyt rasend schnell und bereitet den Bauern auf den Feldern Ärger.

Drei Wochen lang den Versuch beobachten

Dennoch konnten die Pflanzen auf einem kleinen Versuchsfeld mit dem ökologischen Heissdampfverfahren behandelt werden. «Wir haben das Feld mit Absperrbändern markiert und jetzt wollen wir sehen, wie sich das Ganze in drei Wochen entwickelt», erzählt Kissling. Der nächste Schritt wäre, die Sache gemeinsam mit dem Grundeigentümer, der Gemeinde und dem Kanton zu regeln. Das könnte laut dem Leiter Strasseninspektorat aber noch eine ganze Weile dauern. Im Kampf gegen die Invasoren existiert übrigens eine Invasiv-App für die Schweiz, auf der angezeigt wird, wo es überall eine Ansammlung von Neophyten gibt. «Wir brauchen diese App auch schon in den Kreisbauämtern, aber natürlich vor allem in Bezug auf die Kantonsstrassen», so Kissling.

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