Schulraumplanung

Nach dem Nein zum Schulhaus-Kredit: Der Egerkinger Gemeinderat setzt die Arbeitsgruppe neu zusammen

Wo soll das neue Schulhaus stehen? Eine neue Arbeitsgruppe soll sich nochmals mit dieser Frage auseinandersetzen.

Wo soll das neue Schulhaus stehen? Eine neue Arbeitsgruppe soll sich nochmals mit dieser Frage auseinandersetzen.

Im September lehnten die Stimmbürger einen Kredit für das neue Schulhaus Mühlematt ab. Der Egerkinger Gemeinderat setzt nun neue Rahmenbedingungen für die Schulraumplanung.

Letzte Woche lehnten die Egerkinger Stimmbürger einen 11,8 Millionen Franken schweren Kredit für den Neubau eines Schulhauses auf dem Mühlemattareal ab. Grösster Kritikpunkt am Projekt: der Standort zwischen Sportplätzen und Schwimmbad. Den Gemeinderäten blieb eine Woche später, an ihrer gestrigen Sitzung, nichts anderes übrig, als die Arbeitsgruppe aufzulösen und einen neuen Zugang zum Projekt zu suchen.

Denn die Bevölkerung wächst weiter und der Bedarf nach mehr Schulraum steigt: Bereits 2022 braucht die Schule laut Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi zwei neue Klassenzimmer. Die Frage ist also nicht ob, sondern wie und wo die Gemeinde neuen Schulraum schaffen soll.

Neue «breit abgestützte» Projektgruppe

Eine neue Projektgruppe soll sich in den kommenden Monaten darum kümmern. Der Gemeinderat einigte sich darauf, dass sie aus Vertretern der Finanzkommission, der Bildungskommission, der Kommission für öffentliche Bauten sowie der Schulleitung und der Kritiker des letzten Projektes bestehen soll. Auch der Fussballklub, der Turnverein und die Musikgesellschaften sollen mitreden dürfen.

«Es ist uns wichtig, dass das Projekt dieses Mal breit abgestützt ist», sagt Bartholdi. Sie werde noch diese Woche die Vereine und Einzelpersonen anfragen, ob sie am Projekt teilnehmen möchten. Die Betroffenen können sich schliesslich bis am 15. Oktober entscheiden.

Areal-/Schulraumplanung trennen

Einen Schritt weiter ging der Gemeinderat auch beim Aufbau der Planung: Lange war unklar, wie die neue Arbeitsgruppe die Fehler der letzten vermeiden könne. «Gestützt auf die Vorabklärungen lag unser Fokus nur auf dem Mühlemattareal», sagt Bartholdi. Dementsprechend unzufrieden waren die Stimmbürger. Nun aber wird die Planung in zwei Phasen eingeteilt: In der ersten kümmert sich die neue Arbeitsgruppe um die Arealplanung: Wo soll das neue Schulhaus stehen?

Dieses darf laut dem Gemeinderat dieses Mal auch ausserhalb des Mühlemattareals liegen. Auch die Zukunft des alten Schulhauses liegt in den Händen der Arbeitsgruppe. Anschliessend soll die Kommission für öffentliche Bauten die Leitung des Projekts erhalten. Sie kümmert sich fortan um die Planung des Schulgebäudes. In dieser Phase können weitere Betroffene, wie beispielsweise das Elternforum, miteinbezogen werden. Das ist jedoch abhängig davon, wo das Schulhaus schliesslich gebaut wird.

Am 2. November 2020 findet voraussichtlich das erste Treffen der neuen Arbeitsgruppe statt. Der Gemeinderat erwartet, dass bis im März 2021 die Arealsuche abgeschlossen ist. Er hat der Gruppe an der gestrigen Sitzung bereits 30'000 Franken für allfällige Abklärungen gesprochen, um das Projekt nicht noch mehr in Verzug zu bringen. An der Gemeindeversammlung im Dezember 2021 soll das Stimmvolk schliesslich über das neue Projekt entscheiden. Da aber erst im Jahr 2022 neuer Schulraum geschaffen werden kann, wird laut Bartholdi ein Schulhausprovisorium immer wahrscheinlicher, mindestens für die zwei notwendigen Klassenzimmer.

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