Die beiden Härkinger Kunstschaffenden Franziska Näf und Rolf C. Wyss zeigen von heute Freitag bis 12. Februar in der Alten Kirche in Härkingen ihre neusten Arbeiten. Es ist dies eine spannende Ausstellung, man taucht ein in unterschiedliche Welten, erkennt Malerisches und sieht sich konfrontiert mit originellen Skulpturen bis hin zu figurenartigen Gebilden von grosser Qualität. Beide Kunstschaffende haben sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht. Sie wagen Ungewohntes und suchen ständig mit viel Leidenschaft nach neuen Formulierungen.

Mystische Ausstrahlung

Franziska Näf hat in der Malerei eine erstaunliche Leichtigkeit entwickelt, malt in zarten Farbtönen, aber auch in kraftvolleren, in feinen Zeichen und belebt ihre Bilderräume in spielerischer Bewegung. Abstrakte Gebilde fesseln ebenso wie jene, auf denen man Figuren oder einzelne Motive erkennen kann.

Im Chorraum der Alten Kirche stechen die grösseren Bilder mit farbintensiven rundlichen Elementen oder die abstrakten Bildräume in erdigen Sandtönen mit markanten einzelnen dunklen Zeichen im Bildraum ins Auge. Sie fangen die im Raume stehenden oder hängenden Skulpturen aus Jura-Kalkstein von Rolf C. Wyss auf. Auf der einen Hälfte sind sie geschliffen, wobei abenteuerliche Zeichen in der Fläche entstehen.

Einen Teil des Steins belässt Rolf C. Wyss unbearbeitet, so entstehen faszinierende Spannungsfelder. Der Chorraum bekommt durch diese Anordnung eine höchst mystische Ausstrahlung voller Poesie.

Tiefer Bezug zur Natur

Vieles lässt Franziska Näf in ihren Bildern offen, nichts wird ausformuliert und dies gibt den Aussagen etwas Geheimnisvolles. Bewusst gibt sie ihren Bildern keine Titel, der Betrachter darf sich selber Gedanken über die Inhalte machen. So verliert man sich in diesen Bildräumen, geht eigenen Emotionen nach und erkennt, dass da eine Malerin am Werk ist, die einen besonders tiefen Bezug zur Natur hat, zu Himmel und Erde, zu Wasser und Bäumen.

In der Abstraktion fühlt sie sich wohl, was aber nicht heissen soll, dass sie manchmal ganz bewusst figurative Zeichen einfliessen lässt. Denn gerade in dieser spontanen Mischung entsteht ein Rhythmus, der sich auf den Betrachter überträgt. Im Kirchenraum zeigt sie auch einzelne Figuren auf Holzsockeln, auf Würfeln mit Draht, Rostfiguren auf Holzbretter oder Drahtfiguren auf Metall, die von origineller, höchst eigenständiger Ausstrahlung sind.

Wyss haucht Steinen Leben ein

Im Kontrast dazu stehen die Skulpturen von Rolf C. Wyss, einem Steinbildhauer der besonderen Art. Er ist ein ewig Suchender, der immer wieder in neue Formen eintaucht, Ungewohntes wagt, sich in anderen oder kombinierten Materialien versucht und dabei einmalig originelle und bestechend schöne Objekte in den Raum stellt. Er liebt das Besondere, das nicht sofort erkennbar und von innerer Kraft gekennzeichnet ist.

Die formale Gestaltung ist Rolf C. Wyss wichtig, auch in den einzelnen Bronzefiguren. Er vernetzt Bestehendes und schafft durch unterschiedliche Materialien Kontraste, die begeistern. Der leidenschaftliche Steinbildhauer besitzt ein klares gestalterisches Talent, haucht seinen Steinen Leben ein, beseelt sie und macht sie zu einem Ereignis. Franziska Näf und Rolf C.

Wyss beleben mit ihren Bildern, Figuren und Skulpturen die Alte Kirche auf besondere Art. Die beiden Kunstschaffenden werden in Zukunft noch viel von sich reden machen.
Die Vernissage findet heute Freitag, 27. Januar, um 19.30 Uhr statt. Es spricht der Härkinger Gemeindepräsident Daniel Nützi.

Öffnungszeiten: Freitag 19 - 21 Uhr, Samstag/Sonntag 14 - 18 Uhr. Franziska Näf und Rolf C. Wyss sind an der Vernissage und am 12. Februar persönlich anwesend.