Egerkingen

Lockerung der Massnahmen ist Gratwanderung für die lokale Politik

Wird der 1.August gefeiert? Das ist noch nicht klar.

Wird der 1.August gefeiert? Das ist noch nicht klar.

Letzte Woche beriet der Gemeinderat Egerkingen, wie er die Massnahmen lockern will, wenn der Bund heute Anpassungen vornimmt.

Schon bald können Gemeinderatssitzungen vor Ort abgehalten werden, Kinder auf dem Spielplatz herumtollen oder Sportvereine auf dem Platz trainieren. Das ist soweit die Idee, die der Gemeinderat Egerkingen letzten Mittwoch besprochen hat. Doch noch hängt es vom Entscheid des Bundesrats am Mittwoch ab, ob die Lockerungen tatsächlich per nächsten Samstag in Kraft treten können. «Es ist ein bisschen schwierig vorauszusehen, wir wissen nicht, was der Bundesrat entscheidet», sagt Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi auf Anfrage. Deshalb möchte die Gemeinde auch nicht mit Verboten vorpreschen, wie sie sagt. Aus heutiger Sicht ist noch gänzlich unklar, ob die 1. Augustfeier steigen kann oder nicht. Ein Alternativkonzept für den Fall einer Absage werde erarbeitet. Was dahinter steckt, will Bartholdi noch nicht verraten. Andere Gemeinden wie Oensingen haben derweil das Fest zum Nationalfeiertag bereits gestrichen.

Ungewiss ist in Egerkingen auch der «Umgang 2020», die traditionelle Prozession ist jedes Jahr ein Dorffest und wäre für das Wochenende vom 28. bis 30.  August geplant. Mit ihren Beizli beleben die Vereine üblicherweise das Dorf. «Wenn die Vereine das Gastrokonzept umsetzen müssen, ist das Dorffest wohl nicht realistisch», so Bartholdi.

Neuigkeiten gibt es auch bezüglich Schwimmbad Mühlematt. «Wir hoffen, dass die Lockerungen eintreten, damit das Schwimmbad mit den entsprechenden Massnahmen eröffnen kann», sagt die Gemeindepräsidentin. Am 10. Juni könnte es so weit sein. In seiner letzten Sitzung befasste sich der Gemeinderat mit dem Schutzkonzept, das nun überarbeitet und nach dem Bundesratsbeschluss finalisiert werden soll. Was bei der Eröffnung des Schwimmbads Mühlematt eventuell zum Problem werden könnte, sind die Fünfergruppen. Laut Bartholdi wird die Fläche der Schwimmbecken auf die Anzahl Personen umgerechnet. Konkret heisst das, dass auf die drei Becken verteilt rund 56 Personen baden dürfen und auf dem gesamten Gelände rund 210 Personen zugelassen sind. «Es wird klare Eingangs- aber auch Ausgangskontrollen geben. Wir sind aber gut darauf vorbereitet», meint die Egerkingerin. Aber nicht nur bei der Badi Lockerungen einkehren, sondern auch bei Gemeinderats- und Kommissionssitzungen. Diese sollen spätestens am 8. Juni wieder physisch vor Ort abgehalten werden können, jedoch bei physischer Distanz. Wieder möglich sind ab Anfang Juni voraussichtlich auch Raumreservationen in der Alten Mühle oder im Gemeindesaal des Schulhauses Mühlematt – aber nur wenn die geltenden Hygienevorschriften eingehalten werden können. Auch können sich Vereine auf den Sport- und Freizeitanlagen Mühlematt und Kleinfeld wieder austoben, wobei der Zugang auch für Privatpersonen gewährt ist. «Wir plädieren hier schwer auf Eigenverantwortung», sagt Bartholdi. Gleiches gilt für den Spielplatz Zebra beim Schulhaus Kleinfeld, bei dem es trotz absehbarer Wiedereröffnung nicht zu grösseren Gruppentreffen kommen soll.

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