Beim 22. Inferno Triathlon vom Thuner Schwimmbad über 155,1 km auf das 2971 m hohe Schilthorn feierte der Berner Oberländer Samuel Hürzeler bereits den sechsten Sieg und den dritten in Serie. Bei den Frauen landete Petra Eggenschwiler im vierten Anlauf den grossen Coup. Nach zwei zweiten Plätzen in den Vorjahren liess die ursprüngliche Laupersdörferin die zweitklassierte Alexandra Zürcher-Lehmann aus Oey im Diemtigtal um fast 23 Minuten hinter sich.

Obwohl die gebürtige Thalerin den Auftakt des Triathlons, das 3.1 km Schwimmen im 17 Grad warmen Thunersee, nur als 17. der 44 gestarteten Frauen mit 18 Minuten Rückstand auf die schnellste Schwimmerin Isabella Manzoni aus Liestal beendete, folgte die grosse Stunde der Bergläuferin, Duathletin und Triathletin. Vor vielen Tausend Zuschauer, darunter auch zahlreichen staunenden Touristen, drehte Eggenschwiler im 97 Kilometer langen Rennen mit dem Strassenvelo gross auf. Bereits in Unterseen halbierte sie den Rückstand auf die Baselbieterin. Ausgangs Brienz waren es nur noch 50 Sekunden.

In Richtung Meiringen übernahm dann Eggenschwiler die Spitze, ehe sie nach der Überquerung der grossen Scheidegg in der Wechselzone schon 12:30 Minuten Vorsprung auf die an zweiter Stelle liegende Alexandra Zürcher-Lehmann aus Oey aufwies. Auf der 30 Kilometer langen Mountain Bike Strecke über die Kleine Scheidegg drehte dann Zürcher-Lehmann gross auf und holte die führende Petra Eggenschwiler noch vor dem Wechsel auf die 25 Kilometer lange Berglaufstrecke in Lauterbrunnen ein. Bereits anfangs der Berglaufstrecke kam Petra Eggenschwiler zurück und zeigte dabei ihre Qualitäten als Bergläuferin.

Nur 15 Männer erreichten das Ziel beim Bergrestaurant Piz Gloria auf dem Schilthorn schneller als Petra Eggenschwiler. Sie liess dabei die beiden Bernerinnen auf den Ehrenplätzen Alexandra Zürcher-Lehmann und Sabine Stalder um 23 und 38 Minuten hinter sich. «Das ist sicher der härteste Wettkampf, den ich je bestritten habe.» So die ersten Worte der grossen Siegerin. Für ihren Sieg auf dem Schilthorn wurde die Thalerin gleich zwei Mal geehrt: Zuerst auf dem Schilthorn bei der offiziellen Flowerzeromonie und dann am Abend im Sportzentrum in Mürren bei der Schlusszeromonie.

Ob sie am 8. September in Zofingen ihren WM Titel im Powerman Duathlon verteidigen wird, liess sie noch offen. Das hänge von ihrer Erholung ab, sagte sie zum Abschluss. (mgt/otr)