Einblicke in ihr gegenwärtiges künstlerisches Schaffen gewähren an diesem Wochenende 13 Kunstschaffende in der Alten Kirche in Härkingen. Es sind dies Christoph R. Aerni, Fritz Brack, Giulio Cemin, Katrin Dirlam–Lanz, Daniel Gasser, Martin Heim, Cuno Müller, Pierette Müller, Judith Nussbaumer, Sofie Schenker, Adrian Spiegel, Gitta von Felten und Edy A. Wyss.

Eine besondere Ausstellung

Jedes Jahr am Ende der Ausstellungssaison kreiert die Kulturkommission Härkingen eine solche Ausstellung, die immer einen Teil der Gäuer Kunstschaffenden umfasst, dies aus der näheren und weiteren Region. Es ist dies ein beliebter und einmaliger Anlass, vielleicht mit dem Oltner Kunstmarkt zu vergleichen, denn das Publikum darf sich auf eine besondere Art mit Kunstschaffenden auseinandersetzen.

Im Gespräch, in der persönlichen Begegnung erlebt man vertiefte Zusammenhänge in der Sache Kunst, erkennt Dinge, die einem an sonst fremd bleiben. Durch die ungezwungene Atmosphäre verschwinden alle Berührungsängste. Man darf Fragen stellen, Bilder intensiv betrachten, auch Objekte und Skulpturen, darf in Fremdes und Vertrautes eintauchen, darf neugierig sein und seine Wahrnehmungen auf diese Art erweitern und aktivieren.

Kunst ist nicht einfach Kunst und lebt wegen sich selbst, sie ist Teil der menschlichen Auseinandersetzung mit der Gesellschaft, mit dem Leben, mit der Natur mit unseren tiefsten Gefühlen, Ängsten und Freuden. Der aufmerksame Besucher und Betrachter erlebt dadurch ganz neue Perspektiven. Kunst ist auch nicht einfach ein Konsumgut, das es zu erwerben gilt. Sie möchte im Betrachter neue Impulse auslösen, vom Leben erzählen, von Provokation und Stillstand, von Sehnsucht und Weite, aber auch erkennen lassen, dass alles Kreative in uns Menschen, um uns, dem Leben einen besonderen Zauber gibt.

Kunst weckt so viel Positives, das mit nichts zu vergleichen ist und ist sicher nicht nur für ein paar Privilegierte gedacht, sondern für uns alle, gleich in welcher Lebenssituation, in welchem Alter wir uns befinden. Solche Ausstellungen wecken Neues in uns, wenn wir es zu lassen. Nicht das Werten soll im Vordergrund stehen, auch wenn dies erlaubt ist, sondern das Erkennen, was sich da vor einem in einem Bildraum, in einem Objekt abspielt. Dadurch erfährt man eine ganz persönliche Belebung seiner Sinne, und das Schöne daran ist, dass wir nichts zu erklären brauchen.

Kunst wird fühlbar

Es gibt Dinge, die Gefallen, solche, die wir nicht verstehen und solche, die provozieren, aber all diese Zusammenhänge sind nicht wesentlich, entscheidend ist, dass wir aus unserem Alltag heraussteigen, wenn auch nur für einen Augenblick, in eine Welt hinein, die zum Sehen und Betrachten da ist, in eine Welt, die ausserhalb der Zeit steht und einem fühlbar macht, dass im Schöpferischen der Sinn unseres Lebens liegt. In der Alten Kirche in Härkingen ermöglichen die 13 Kunstschaffenden dem Publikum nicht nur einen solchen Zugang zur Kunst, sondern verraten im Gespräch auch ihre eigenen Wahrnehmungen dazu.

Öffnungszeiten: Samstag, 22. April und Sonntag bis 23. April, jeweils 14 bis 18 Uhr