Matzendorf/Erlinsbach

Keine Listenfüllerin mehr: Rea Eng-Meister kann nun in den Kantonsrat

Rea Eng-Meister kümmert sich um ihre Familie und um die kantonale Politik.

Rea Eng-Meister kümmert sich um ihre Familie und um die kantonale Politik.

Die 30-jährige CVP-Politikerin kann nach dem Rücktritt von Daniel Mackuth in den Kantonsrat nachrucken.

Im Juni klingelte das Telefon von Rea Eng-Meister. Am anderen Ende war Georg Nussbaumer, Kantonsrat und Vizefraktionspräsident der CVP Solothurn. Und er wartete mit einer überraschenden Nachricht auf: Rea Eng-Meister kann nach dem Rücktritt von Daniel Mackuth in den Kantonsrat nachrutschen. Fast dreieinhalb Jahre nach den Wahlen 2017. «Ich war schon sehr überrascht von dieser Anfrage. Denn eigentlich war ich nur als Listenfüllerin auf der CVP-Liste und war damals schon etwas erschrocken, wie gut ich abgeschnitten habe. Ich hatte kein einziges Plakat aufgehängt und war erst relativ kurz davor nach Erlinsbach gezogen», so Rea Eng-Meister.

Die Herausforderung als Kantonsrätin reizte die gebürtige Matzendorferin sehr. Dennoch liess sie sich Zeit für den definitiven Entscheid. Denn seit eineinhalb Jahren ist sie «Vollzeit-Mami» und kümmert sich um Sohn Henry. Und im Dezember erwartet sie gemeinsam mit Ehemann Andreas das zweite Kind. «Ich habe mich bewusst fürs ‹Mami-Sein› entschieden. Und wenn ich etwas mache, will ich es richtig machen. Auf der anderen Seite spürte ich aber auch ein Kribbeln und fühlte mich bereit für eine neue Auf­gabe.»

Deshalb entschied sie sich nach reichlichem Überlegen und Gesprächen mit ihrem Mann für das Amt als Kantonsrätin. «Ich freue mich sehr darauf, aber ich habe auch Re­spekt vor dieser Aufgabe. Es ist mein erstes politisches Amt, und seit ich Mami geworden bin, habe ich das Politikgeschehen nicht mehr ganz so eng verfolgt», gesteht sie.

Obwohl Rea Eng-Meister mit ihren 30 Jahren im Politik- Geschäft zu den «Jungen» gehört, spielt die Politik schon seit vielen Jahren eine wichtige Rolle in ihrem Leben. Ihre Mutter Silvia war während 12 Jahren Kantonsrätin. Ebenfalls für die CVP. «Ihre Arbeit in der Politik hat mich schon als Kind fas­ziniert. Wir führten an unserem Küchentisch häufig politische Diskussionen», erinnert sich Rea Eng-Meister, die mit vier Geschwistern auf einem Bauernhof in Matzendorf aufgewachsen ist.

Mit 19 liess sie sich das erste Mal auf eine Kandidatenliste setzen. «Meine gleichaltrigen Kolleginnen und Kollegen interessierten sich überhaupt nicht für Politik und warfen das Abstimmungsbüchlein weg.» Ihre politischen Anliegen haben sich seither kaum verändert. Landwirtschaft und Familie sind für sie die wichtigsten Themen. Irgendwie logisch als Bauerntochter aus einer grossen Familie.

Auch künftig macht sie keine Plakatwerbung

Auch dass sie die CVP als Partei gewählt hat, passt ins Bild. Nicht nur, weil bereits ihre Mutter für dieselbe Partie politisierte. «Für mich hat jedes Thema zwei Seiten, mit denen ich mich zumeist identifizieren kann. Polarisierende Meinungen sind nichts für mich.» Entsprechend hatte sie auch keine Probleme mit der Umbenennung der CVP in «die Mitte». «Ich habe die Partei damals gewählt, weil die Mitte gut zu mir passt. Das ‹C› spielte für mich nie eine Rolle. Ich wurde zwar katholisch erzogen, bin aber seit vielen Jahren konfessionslos. Das Christliche spielt für mich keine grosse Rolle – auch in der Politik nicht.»

Am Donnerstag hat Rea Eng-Meister ihre erste Fraktionssitzung absolviert. Morgen steht dann die erste Sessionssitzung an, bei der sie offiziell vereidigt wird. Und wenn es nach Rea Eng-Meister geht, bleibt sie länger im Kantonsrat. «Ich werde bei den Wahlen im März wieder antreten und hoffe, dass ich gewählt werde», so Eng-Meister, die aber auch bei den kommenden Wahlen auf Plakat­werbung verzichten wird. «Das musste ich meinem Mann versprechen, als ich für das Amt als Kantonsrätin zugesagt habe», sagt sie lachend.

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