«Wir wollen das Schulhaus 2019 beziehen, dies ist sehr sportlich», sagte Markus Flury, damals noch Gemeindepräsident Oensingens, im Februar 2017 gegenüber dieser Zeitung. Ein Jahr später fuhren am Jurahang die Bagger auf und bereits Ende August war der 12 Meter hohe Rohbau fertiggestellt. Im September begann der Innenausbau. Der bauführende Projektleiter ging zu jenem Zeitpunkt davon aus, das Schulhaus würde am 1. Juli – also just vor den Sommerferien bezugsbereit sein. Dieses Ziel erreichten die beteiligten Bauunternehmen zwei Monate früher als geplant, ist nach rund 15-monatiger Bauzeit das neue Schulhaus entstanden.

Nötig wurde der Ausbau der Schule wegen des rasanten Wachstums der Bevölkerung in der Gemeinde, welche in den letzten zwei Jahrzehnten um über 2000 Personen auf rund 6500 Einwohner angewachsen ist. Dieser starke Anstieg führte dazu, dass die Infrastruktur im Schulbereich an ihre Grenzen – und darüber hinaus – stiess. So musste Oensingen in der Vergangenheit einen Teil des Primarschule-Unterrichts in Provisorien abhalten. Die Bevölkerung in der Gemeinde erkannte die Notwendigkeit, den Schulraum zu erweitern. Sie hiess den Kredit von 10,8 Mio. Franken für das Projekt an einer Urnenabstimmung im Februar 2016 mit einem wuchtigen Stimmenanteil von 70 Prozent gut.

Das gute Wetter half mit

«Bereits im letzten Jahr sind wir mit dem Bau sehr gut vorangekommen», sagt Oensingens Bauverwalter Andreas Affolter. «Das gute Wetter im Winter hat die Arbeiten vereinfacht.» Der Neubau entstand vom Spatenstich bis zur letzten Fuge planmässig. In Bezug auf die Sicherheit, die vor allem beim Betrieb der Schule hohe Priorität hatte, wollte die Gemeinde jegliche Risiken ausschliessen. So hatten die Bauleiter die Lastwagenfahrer während dem Bau angewiesen, aus Sicherheitsgründen mit ihren Lastwagen nicht rückwärts auf die Strasse zu fahren.

Seit Ende April verfügt Oensingen im grauen Kubus über 8 zusätzliche Klassenzimmer, vier Gruppenräume, ein kleineres Lehrerzimmer und zwei Werkräume. Während die Primarschüler im Innern bereits büffeln, finden draussen noch die Umgebungsarbeiten statt. Der anliegende Trottoirbelag wird fertiggestellt und die Gärtner bepflanzen und säen die umliegenden Aussenplätze. «Sehr wahrscheinlich können wir auch den Aussenbereich Ende Juni freigeben», so Affolter. Mit dem Neubau hat die Gemeinde das Prunkstück der Schulraumerweiterung abgeschlossen. Nun befindet sich die Bauverwaltung in der Planung der Ausbauarbeiten am bestehenden Schulhaus. Diese sind Teil des 10,8 Millionen Franken-Projekts, welches die Stimmbevölkerung 2016 gutgeheissen hatte. Im Altbau realisiert die Gemeinde ein grösseres Lehrerzimmer, ein grösseres Büro für die Schulleitung und das Schulsekretariat. Zudem zieht die Tagesschule in zwei neu gestaltete Zimmer um, und auch die beiden Werkräume erhalten einen neuen Platz. Der südlich gelegene Haupteingang zum Altbau wird vergrössert. Noch in den Sommerferien sollen gemäss Affolter die lärmintensiven Umbauarbeiten beginnen. Die restlichen Arbeiten werden im kommenden Schuljahr parallel zum Schulbetrieb finalisiert. Wenn der Ausbau am Schulhaus Oberdorf vollständig abgeschlossen ist, will die Gemeinde dies gebührend feiern. An seiner gestrigen Sitzung besprach der Gemeinderat erstmals die bevorstehende Einweihungsfeier und lancierte die Planung.