Balsthal

Holzbau ersetzt maroden Container: Neuer Schulraum für das Heilpädagogische Schulzentrum

Das puzzleartig zusammengestellte Heilpädagogische Schulzentrum in Balsthal mit dem Container (links).

Das puzzleartig zusammengestellte Heilpädagogische Schulzentrum in Balsthal mit dem Container (links).

Das Heilpädagogische Schulzentrum setzt auf den Standort Balsthal und braucht dort neuen Schulraum.

Die Bausubstanz am Heilpädagogischen Schulzentrum in Balsthal verrät, dass hier einst eine Schule entstand, die nicht zwingend dauerhaft an diesem Standort hätte bleiben sollen. Die aber eben doch dauerhaft geblieben ist.

Seit 1977 ist die kantonale Institution bereits an der Falkensteinerstrasse vertreten. Augenfällig steht im Zentrum die alte, aber noch immer schmucke Villa, die an die Industrialisierung im Thal erinnert. Nebenan entstand der 2016 fertiggestellte Erweiterungsbau, welcher die dringend benötigten zusätzlichen drei Schulräume brachte. Und etwas versteckt hinter der Villa ist ein Container platziert.

Seit rund 20 Jahren dient er als Provisorium. «Es regnet rein und der Wind zieht hindurch», sagt HPSZ-Abteilungsleiter Pascal Estermann. «In letzter Zeit ist es immer schlimmer geworden.» Mitte 2018 begann das HPSZ gemeinsam mit dem kantonalen Hochbauamt deshalb einen Ersatz-Container zu planen. Eineinhalb Jahre danach liegt nun das entsprechende Baugesuch vor.

Platzmangel: Auf den Container angewiesen

Die Standortfrage rückt mit diesem Entscheid mittelfristig in den Hintergrund. «Unser Planungs-Fokus ist auf 10 bis 15 Jahre ausgelegt», sagt Estermann. So figuriere die Standortfrage momentan auch nicht mehr in der strategischen Planung. Das Puzzlegebilde mit den drei Gebäuden hat sich als HPSZ-Standort bewährt. Weil die Sonderschule bereits in den Nullerjahren Platzknappheit beklagte, war zunächst ein Anbau geplant. Von diesem kam man zunächst ab, weil das HPSZ alternative Standorte prüfte. Zur Diskussion stand damals ein Umzug ins leerstehende Schulhaus Brühl in Mümliswil-Ramiswil. Und das HPSZ erwog auch einen Neubau in Balsthal oder Oensingen, wie der Kanton es vorschlug. In Oensingen hätte nach dessen Plänen auch das in Solothurn domizilierte Zentrum für körper- und sinnesbehinderte Kinder (ZKSK) integriert werden könnte.

Mit dem Erweiterungsbau und dem neuen Container bekennt sich das HPSZ zum bestehenden Standort in Balsthal. Der Ersatz-Container ist gemäss kantonalem Hochbauamt auf eine Lebensdauer von 30 Jahren ausgelegt.

Auf den Container ist das HPSZ weiterhin angewiesen, wie Estermann sagt. Trotz des 2016 bezogenen Anbaus, der drei zusätzliche Schulräume brachte, seien die räumlichen Gegebenheiten noch immer sehr knapp. Das Platzproblem des kantonalen HPSZ besteht nicht nur am Standort im Thal seit vielen Jahren: Vergangene Woche wurde bekannt, dass das Heilpädagogische Schulzentrum Olten in einem ehemaligen Industriegebäude in Olten SüdWest neue Räume bezieht.

Ein Holzbau, der 30 Jahre überdauert

Zwar seien die Schülerzahlen im Tagessonderschulbereich relativ stabil, beurteilt Estermann die Situation in Balsthal. Die Zahl der Kinder, welche durch das HPSZ in die öffentliche Schule integriert werden, nahm in den letzten Jahren zu. Funktioniert die Integration nicht, kommen die betroffenen Kinder ins Heilpädagogische Schulzentrum. «Als Rückfall-Ebene benötigen wir daher Reservekapazitäten», erklärt Estermann. An den beiden Thaler Standorten Balsthal und Herbetswil fördert das HPSZ mit rund 20 Mitarbeitenden derzeit rund 50 Schülerinnen und Schüler im Alter von 4 bis 18 Jahren individuell innerhalb einer Tagesschulstruktur.

Wie das kantonale Hochbauamt auf Anfrage schreibt, ist der Aufbau des Ersatzcontainers über die Sommerferien von Anfang Juli bis Anfang August geplant. Der 17,5 Meter lange Bau setzt sich aus fünf vorfabrizierten Holzmodulen zusammen, die vor Ort zusammengefügt werden. Im neuen Container verfügt das Schulzentrum über zwei Unterrichtsräume und einen Gruppenraum. Die Baukosten belaufen sich insgesamt auf 650'000 Franken.

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