Gemeindeversammlung

Holderbank möchte zu Forst Thal gehören

Holderbank soll künftig Mitglied beim Zweckverband Forst Thal werden. An der Gemeindeversammlung wurde darüber heftig diskutiert.

Holderbank soll künftig Mitglied beim Zweckverband Forst Thal werden. An der Gemeindeversammlung wurde darüber heftig diskutiert.

Nach intensiver Diskussion an der Rechnungsgemeindeversammlung von Holderbank stimmte der Souverän dem Beitritt zum Zweckverband zu.

So idyllisch die Dorfansicht von Holderbank ist, so kontrovers verlaufen hier jeweils die Gemeindeversammlungen. So auch am Donnerstagabend, als neben dem «normalen» und positiven Rechnungsabschluss 2019 in der Turnhalle auch über einen Antrag des Gemeinderates zu einem Beitritt von Holderbank zum Zweckverband Forst Thal abgestimmt werden sollte.

Bereits beim coronabedingten Eintritt mit Namensliste wurde den 44 Stimmberechtigten ein Antrag in schriftlicher Form von Oskar Hartmeier abgegeben, in welchem sich dieser gegen ein Eintreten auf das Geschäft «Beitritt Forst Holderbank zum Zweckverband Forst Thal» aussprach.

Zur Vorgeschichte: Die Einheitsgemeinde Holderbank arbeitete bis 2017 mit einer Leistungsvereinbarung mit der Forst Oensingen. Der Oensinger Förster übernahm bis dahin hoheitliche und betriebliche Aufgaben in Zusammenarbeit mit der Forstkommission Holderbank. Im Sommer kündigte der Forst Oensingen diese Zusammenarbeit aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit der Forstkommission.

Der Gemeinderat hat seither in verschiedenen Sitzungen die Sachlage analysiert, auch das Gespräch mit den Oensingern geführt, und ist nun zum Schluss gekommen, dass eine Beteiligung beim Zweckverband Forst Thal, dem die Bürgergemeinden Balsthal und Mümliswil-Ramiswil angehören, die sinnvollste, aber auch finanziell attraktivste Lösung ist.

Holderbank würde sich am Zweckverband mit 16 Prozent, gemäss seinem Waldanteil ­beteiligen. Nötig würde aber eine Einkaufssumme von 130'000 Franken. Mit je zwei Personen im Vorstand und als Delegierte könnten die Holderbanker mitbestimmen. Und das Bestechendste: Entgegen bisherigen Jahren, als meist ein Defizit erwirtschaftet worden sei, könne man bei der Forst Thal mit einer Gewinnausschüttung rechnen, wurde gesagt. Die Forst Thal zahlt jedes Jahr 50 Prozent seines Gewinns an die Vertragsgemeinden aus. Jedoch: Ein Austritt aus dem Zweckverband ist erst nach sieben Jahren erstmals möglich.

«Wir wollen unseren Wald behalten»

Hartmeier begründete seinen Nichteintretensantrag folgendermassen: «Ich war an der Info-Veranstaltung vom 15. September mit dabei und wunderte mich sehr über die einseitige Herangehensweise der Behörden.» Er wolle genauer wissen, was zum Bruch mit «Oensingen» geführt habe. Zudem bestehe in dieser Sache kein Zeitdruck, zumal im nächsten Jahr mit einer neuen Zusammensetzung im Gemeinderat zu rechnen sei und dieser vielleicht anders entscheiden würde.

Die wichtigsten Arbeiten könnten auch ohne Vertrag auf Auftrag hin ausgeführt werden. Die Einkaufssumme von 130'000 Franken sei für Holderbank kein Pappenstiel, man könnte besser auch die Steuern senken. Grundsätzlich sei er einfach dagegen, dass alles von Holderbank wegginge; deshalb habe er auch schon für die Schule gekämpft. Man wolle auch den Wald behalten.

Gemeindepräsident Urs ­Hubler versuchte, Hartmeiers Argumente alle zu entkräften. Man arbeite jetzt seit drei Jahren an einer neuen Lösung und sei überzeugt, in der Forst Thal den richtigen Partner gefunden zu haben. Die 130'000 Franken seien nicht verloren, sondern würden bei einem Austritt wieder zurückbezahlt. Hingegen könne man von der Professionalität der Mitarbeiter der Forst Thal profitieren, die mit einem Betriebskapital von inzwischen 800'000 Franken auch ein Risiko, wie Sturm- und Käferschäden tragen könne. Hartmeiers weiterer Einwand, der Gemeinderat stünde nicht geschlossen hinter dem Antrag, bestätigte sich in der Diskussion, denn zwei der fünf Gemeinderäte unterstützten den Einwand, sich für einen Entscheid mehr Zeit zu lassen.

Nach teils hitzigen Voten schritt man zur Abstimmung und der Antrag Hartmeier wurde mit 24 zu 13 Stimmen abgelehnt. Somit wurde auf das Geschäft eingetreten. Die Detailberatung war dann kürzer und die Stimmberechtigten stimmten am Ende mit 30 Ja gegen 9 Nein und bei 4 Enthaltungen dem Beitritt zum Zweckverband Forst Thal zu. Nun müssen noch die beiden anderen Bürgergemeinden diesem Beitritt zustimmen. Das Ziel wäre, dass am 1. Januar 2021 der Zweckverband Forst Thal aus drei Partnern besteht.

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