Balsthal
Holderbank kann einen Teil der Schule im Dorf behalten

Die Gemeinderäte von Balsthal und Holderbank haben nach intensiven Verhandlungen einer Arbeitsgruppe einem Zusammenarbeitsvertrag der Einwohnergemeinden zugestimmt. Die Gemeindeversammlungen werden das letzte Wort haben.

Peter Wetzel
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In Holderbank wird weiterhin eine altersgemischte Kindergartenklasse sowie eine 1./2. Klasse geführt. (Archiv)

In Holderbank wird weiterhin eine altersgemischte Kindergartenklasse sowie eine 1./2. Klasse geführt. (Archiv)

Alois Winiger

«Ich habe gehofft, dass der Antrag der Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern von Balsthal und Holderbank sowie einem Vertreter des Volksschulamtes, im Gemeinderat Balsthal angenommen wird. Besonders freue ich mich, dass Holderbank mit dieser Lösung einen Teil der Schule im Dorf behalten kann», sagte Kuno Flury, Gesamtschulleiter der Primarschule Balsthal. Auch Gabriela Dennler, Ressortleiterin Bildung im Gemeinderat Holderbank, hofft sehr, dass die Gemeindeversammlung dieser Lösung mit Balsthal zustimmen wird.

Ein Beschluss des Kantons

Die Arbeitsgruppe (Daniel Eggimann, Volksschulamt, Urs Hubler, Gabriela Dennler, Cécile Kamer, Karin Pfrengle, Cäsar Bürgi, Holderbank; sowie Roland Stampfli, Georg Rütti, Kuno Flury, Martin Neuenschwander, Balsthal) erarbeitete seit Januar dieses Jahres einen Zusammenarbeitsvertrag sowie ein Konzept für die Ausarbeitung eines Reglements «Familienergänzende Tagesstrukturen in Holderbank (TSH)» aus. Auslöser dieser Zusammenarbeit war folgender Beschluss des Volksschulamtes des Kantons Solothurn vom Dezember 2013: «Aufgrund sinkender Schülerzahlen in Holderbank ist im Hinblick auf das Schuljahr 2016/17 die Planung einer Zusammenarbeit mit möglichen Schulträgern aus den Nachbargemeinden aufzunehmen».

Ab dritter Klasse nach Balsthal

Die Arbeitsgruppe schlägt nun vor, eine Kreisprimarschule Balsthal-Holderbank nach dem Leitgemeindemodell zu gründen. In Holderbank wird weiterhin eine altersgemischte Kindergartenklasse sowie eine 1./2. Klasse geführt. Ab der dritten Klasse besuchen die Primarschüler von Holderbank neu den Unterricht in Balsthal, wo sie in bestehende Klassen integriert werden. Gemäss Kuno Flury steht wegen der hohen Schülerzahlen in Balsthal für das kommende Schuljahr sowieso die Führung einer zusätzlichen dritten Klasse zur Diskussion (vierfache Führung). Nach detaillierten Berechnungen könnten nach Ansicht der Arbeitsgruppe bei einem Zusammenschluss der Schulen die Bildungskosten in beiden Gemeinden gesenkt werden (ohne Mitberechnung der Kosten für die Schulanlage, der Kreisschule, der Musikschule und der Sonderschulung). Gemäss Vertrag werden die Schüler grundsätzlich mit dem Postauto transportiert. Die Kosten dafür übernimmt der Kanton. Die Unterrichtszeiten werden dem Fahrplan angepasst.

Tagesstruktur in Holderbank

Mit dieser von der Arbeitsgruppe vorgeschlagenen Lösung können die Schulgebäude in Holderbank weiter genutzt, ja sogar optimiert werden. Der Kindergarten soll im Schulhaus Wässermatte integriert werden, und der Kindergarten-Pavillon soll der neu zu schaffenden Tagesstruktur dienen. Auch die bestehenden Räumlichkeiten im Schulhaus stehen dazu zur Diskussion. Die Schule mit Tagesstrukturen am Standort Holderbank nimmt Kinder vom Kindergarten und der ersten/zweiten Klassen aus Balsthal und Holderbank auf. Kinder aus Balsthal können für die Tagesschule Holderbank angemeldet werden. Die Einrichtung einer Tagesstruktur soll kostendeckend sein (Beiträge der Eltern, Sponsoring, evtl. Ausgleich durch Gemeinden). Die Gemeinderäte von Balsthal und Holderbank stimmten dem Zusammenarbeitsvertrag zuhanden der Gemeindeversammlungen einstimmig zu.

Kooperationsvertrag gekündigt

Zwischen den Thaler Gemeinden (ausser Mümliswil-Ramiswil) besteht in Bezug auf das Zentrum Spezielle Förderung (ZSF) ein Zusammenarbeitsvertrag. Leitgemeinde ist Balsthal, welche mit drei Lektionen den Schulleiter stellte und die Verwaltung erledigte. Die ganze Lohnabrechnung erforderte wegen der unterschiedlichen Subventionssätze einen erheblichen Aufwand. Die einzelnen Lehrpersonen, die im ZSF angestellt sind, würden zu 90 Prozent nur in einer Gemeinde unterrichten. Deshalb könne der jeweilige Schulleiter der entsprechenden Ortschaft die Lehrpersonen selber anstellen. Mit der Einführung der Schülerpauschale müsse nun zudem jede Gemeinde ihre Lektionen selber deklarieren, um die Pauschale in diesem Bereich zu erhalten, wurde argumentiert.

Entgegen einer positiven Stellungnahme zum Zentrum Spezielle Förderung durch die Schulleitungen der Primarschulen Thal beschloss eine Mehrheit des Balsthaler Gemeinderates, den Kooperationsvertrag auf Ende dieses Schuljahres zu kündigen.

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