Jahresrechnung

Hohe Investitionen als «gutes Zeichen» und Geschenke für Senioren in Mümliswil-Ramiswil

Die Guldentaler Gemeinde ist nach dem Abschluss 2019 gut aufgestellt.

Die Guldentaler Gemeinde ist nach dem Abschluss 2019 gut aufgestellt.

Der Gemeinderat von Mümliswil-Ramiswil genehmigte die Jahresrechnung. Der Gemeindepräsident zeigte sich stolz über die hohen Investitionen. Ausserdem gab es als Zeichen der Wertschätzung Geschenke für die Senioren.

Der Mümliswiler Gemeinderat tagte zum wiederholten Mal coronabedingt in der Aula des Schulhauses Brühl. Auf der Traktandenliste stand die Genehmigung der Rechnung 2019 zuhanden der Gemeindeversammlung, die statt wie geplant Ende Mai nun am 15. September stattfindet.

Die letztjährige Rechnung schliesst mit einem Bruttoertragsüberschuss von 582'000 Franken – das Netto-Jahresergebnis beläuft sich auf 72'155 Franken nach Abschreibungen. Dieses soll dem Eigenkapital zugeführt werden. Der Gesamtaufwand belief sich auf 11,69 Mio. Franken, der Ertrag auf 12,2 Mio. Franken. Rund 6 Mio. Franken wurden über Steuern natürlicher Personen eingenommen – gut 400'000 Franken mehr als im Vorjahr. Von juristischen Personen konnten 164'000 Franken Einnahmen verbucht werden.

Schuldenanstieg im erwarteten Rahmen

Für Investitionen gab die Gemeinde rund 1,8 Mio. Franken aus. Im Jahr 2018 waren dies noch 1,5 Mio. Franken. Einnahmen waren bei den Investitionen rund 170'000 Franken zu verzeichnen. Gemeindepräsident Kurt Bloch meinte, er sei stolz auf die hohe Investitionssumme. Sie belege, dass die Gemeinde sehr aktiv sei. Die Auswirkung der Pro-Kopf-Verschuldung steige trotz hoher Investitionssumme nicht allzu stark. Für das Jahr 2019 beläuft sich die Pro-Kopf-Verschuldung auf 2462 Franken, im Vorjahr waren es noch 2213 Franken. Der Steuerfuss für natürliche Personen beträgt 127 Prozent, für juristische Personen 110 Prozent. Der Selbstfinanzierungsgrad lag im letzten Jahr bei 72 Prozent, im Vorjahr waren es noch 91 Prozent gewesen. Der Gemeinderat genehmigte die Rechnung 2019 und legt sie so der Gemeindeversammlung vor.

Weiter genehmigte der Gemeinderat den Erwerb eines Strassenareals am Rigackerweg. Dies auf Antrag der Werk- und Umweltschutzkommission; ebenso ein Stück an der Gartenstrasse zu Gunsten des öffentlichen Strassenareals. Auch wurde das Buswartehäuschen an der Ramisiwilerstrasse ins Eigentum der Einwohnergemeinde überführt. Auf Antrag des Schulleiters genehmigte der Rat ausserdem drei zusätzliche Logopädie-Lektionen für das kommende Schuljahr.

Eine längere Diskussion entspann sich um das neue Daten-Verarbeitungssystem Dialog Gever auf der Gemeindeverwaltung. Finanzverwalterin Sarah Kamber präsentierte dem Rat die neuen Möglichkeiten dieses Systems und erwähnte die Kosten. Grundsätzlich zeigte sich der Gemeinderat dieser Neuerung aufgeschlossen gegenüber, und man beschloss, den Vorschlag von Sarah Kamber gutzuheissen und die Kosten, die sich insgesamt auf rund 25'000 Franken belaufen werden, in drei Etappen einzuteilen. Eine erste Etappe wird bereits in diesem Jahr fällig, und zwar sind rund 8000 Franken für das Programm, Lizenzen, Schulung und Support nötig. «Die Personalkosten auf der Verwaltung sind gesunken, also können wir gut in die Infrastruktur investieren», argumentierte der Rat. Kurt Bloch erwähnte, in nächster Zukunft würden auch Kosten für eine neue Website auf die Gemeinde zukommen; die Verwaltung wird diesbezüglich Abklärungen treffen.

Gutscheine kompensieren den Geburtstagsgruss

Nach intensiver Diskussion beschloss der Gemeinderat, dass wegen Corona bis Ende August keine grösseren Anlässe im Dorf durchgeführt werden dürfen. Die Aula im Schulhaus Brühl kann für Anlässe mit bis zu 80 Personen genutzt werden.

Man möchte den älteren Mitbürgern ein Zeichen der Wertschätzung in der nicht einfachen Zeit geben. Der Gemeinderat beschloss, allen Senioren, welche einen Geburtstag feierten, und die aufgrund von Corona keinen Besuch von offizieller Gemeindeseite bekommen konnten, einen «Guldentaler» (Wert 25 Franken) zu schenken. Alle anderen Senioren über 69 Jahre, die wegen der besonderen Lage auf Seniorennachmittage oder Seniorenausflüge verzichten mussten, sollen einen 10-Franken-Gutschein erhalten, welchen sie beim einheimischen Gewerbe einlösen können.

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