Alphörner stehen auf dem Platz und sorgen für heimatliche Klänge. Das Lagerfeuer der Pfadi, der Grill-Stand der Feuerwehr sowie weitere Angebote von den örtlichen Vereinen komplettieren das Bild, das sich am vergangenen Wochenende vor dem Oensinger Bienkensaal präsentiert. Anlass für diese Festivitäten bildete der 1050. Geburtstag der Gemeinde.

Den Auftakt zum zweitägigen Fest machte der Festakt am Samstagmorgen im Bienkensaal. Gemeindepräsident Fabian Gloor durfte die Oensinger Bevölkerung und Vertreter aus der regionalen und kantonalen Politik begrüssen. Darunter auch Regierungsrätin Susanne Schaffner, die im Namen der Solothurner Regierung Glückwünsche überbrachte. «Oensingen ist das Herzstück des Kantons Solothurn», sagte Schaffner. «Die Gemeinde verbindet das Niederamt mit dem Leberberg, das Schwarzbubenland mit den Gäu.»

Buchtaufe als Highlight

Schwerpunkt des zweitägigen Dorffestes war die Taufe der neuen Dorfchronik «1050 Jahre Oensingen – Werden und Wachsen». Nachdem alle Mitwirkenden auf die Bühne des Bienkensaals gebeten wurden, enthüllten Gemeindepräsident Fabian Gloor und Hauptautor Thomas Hug das Werk gemeinsam. Hug zeigte sich stolz und auch sichtlich erleichtert, nach unzähligen Arbeitsstunden des Autorenteams nun das Endprodukt endlich in den Händen halten zu dürfen. «Ich war überrascht, wie viele Leute uns ihr Archiv geöffnet und uns Zugang zu alten Bildern gewährt haben», meinte er rückblickend. Als besonders wichtige Eckpunkte für die Entwicklung der Gemeinde erachtet er den industriellen Aufschwung sowie die Korrektur der Dünnern.

Die Oensinger Dorfchronik beinhaltet neben vielen Geschichten um und aus dem Dorf auch alte Ortspläne und zahlreiche Fotos. Einzelne Auszüge aus dem Buch waren im Saal auf grossen Tafeln zu sehen. So manches Bild sorgte umgehend für Gesprächsstoff. Wo denn das im Buch abgebildete Roggenloch zu finden sei, wollte eine Einwohnerin wissen. Alteingesessene Oensinger wussten diese Frage natürlich zu beantworten: «Unterhalb der Roggenfluh.»

Wahrzeichen: Schloss und Roggen

Während seiner Rede liess es sich Gemeindepräsident Fabian Gloor nicht nehmen, die Vorzüge und Schmuckstücke der Gäuer Gemeinde hervorzuheben: «Das Schloss Neu-Bechburg ist eine der grössten Sehenswürdigkeiten am Jura-Südfuss und der Roggen ist ein tolles Naherholungsgebiet. Wir haben hervorragende Schulen und viele aktive Vereine im Dorf», betonte er.

Die Oensingerinnen und Oensinger waren in diesem Punkt mit ihrem Gemeindepräsidenten einig: Auf die Frage, was er in Oensingen besonders schätzt, nannte ein Einwohner die Nähe zur Natur, eine andere Bewohnerin findet die Grösse des Dorfes optimal und schätzt die kurzen Distanzen zu den nahegelegenen Städten Olten und Solothurn.

Einige Besucher stellten indes etwas enttäuscht fest, dass zur Feier keine Flaggen aufgehängt worden waren. Auch die Anzahl der Besucher beim Festakt am Morgen fiel eher mager aus. Kaum die Hälfte der Stühle im Bienkensaal war besetzt. «Natürlich kann man sich immer mehr Zuschauer wünschen», bemerkte Fabian Gloor. Dieser Wunsch ging am Nachmittag schliesslich noch in Erfüllung, immer mehr Besucher strömten auf das Festareal.

Neben dem Feiern des Jubiläums, sei das Ziel des Dorffestes auch, dass die Bevölkerung wieder etwas näher zusammenrückt, sowohl emotional wie auch räumlich, hielt der Gemeindepräsident fest. «Der Wert der Gemeinschaft soll stärker ins Zentrum rücken.»