20 Mietwohnungen verteilt auf zwei Mehrfamilienhäuser: Auf der Parzelle Nummer 41, also auf dem Land zwischen dem Hodler, dem Cheesturm- und dem Bürgerweg in Härkingen sollen neuer Wohnraum sowie neue Parkplätze entstehen.

«Wir müssen als Bürgergemeinde unser Geld investieren», sagt Urs Jäggi, Präsident der Bürgergemeinde Härkingen zum Beweggrund des Bauvorhabens. Die Bürgergemeinde ist Grundbesitzerin der Parzelle und sieht eine Investitions-Gelegenheit in einer Überbauung dieser. So lancierte der Bürgergemeinderat 2016 einen «Projektwettbewerb»: Vier ausgewählte Architekturbüros durften ihre Gestaltungsvorschläge dem Rat vorlegen.«Das Projekt muss zukunftsorientiert sein und eine gute Nutzungsziffer aufweisen», erklärt Jäggi. Konkret bedeutet das: Die Parzelle befindet sich in einer Wohnzone, wo dreigeschossig gebaut werden darf. Dieser Platz soll optimal genutzt werden und energetisch zukünftigen Erwartungen und Entwicklungen entsprechen.

«Plus 41» überzeugt die Liegenschaftskommission

Gewonnen hat das Projekt «Plus 41» der Setz Architektur AG aus Rupperswil. Es sieht zwei Mehrfamilienhäuser, jeweils zwei- und dreistöckig mit zusätzlichem Attikageschoss, sowie acht überirdische, 37 unterirdische Parkplätze und einen Spielplatz vor. «Das Verhältnis von Kosten und Nutzen hat für uns gestimmt und das Projekt entspricht unseren ästhetischen Erwartungen», sagt Bürgergemeindepräsident Jäggi. Bei der Entscheidungsfindung habe auch die Planungskommission der Einwohnergemeinde Härkingen ein Wörtchen mitzureden gehabt: So haben laut Jäggi beispielsweise nicht beide Gebäude gleich hoch gebaut werden sollen, um die Sicht gegen Osten zu erhalten.

Das (vor-)letzte Wort im laufenden Verfahren hat aber ohnehin die Einwohnergemeinde: Die Parzelle unterliegt nämlich einer Gestaltungsplanpflicht. Demnach müssen die Unterlagen sowohl vom Gemeinderat, welcher als Planungsbehörde agiert, als auch vom Regierungsrat gutgeheissen werden. «Es ist eine grosse Fläche, die gestaltet wird und wir als Einwohnergemeinde haben auch Anliegen, die uns wichtig sind», sagt Einwohnergemeindepräsident Daniel Nützi. Damit meint er unter anderem die Erschliessung des Areals sowie die Parksituation vor Ort, die in Vergangenheit bereits für Probleme gesorgt habe.

Drei Eingaben beim Mitwirkungsverfahren

Bei der Erarbeitung des Gestaltungsplans ist daher auch die Bevölkerung in einem Mitwirkungsverfahren im Dezember letzten Jahres miteinbezogen worden. Die unmittelbar am geplanten Gebäude angrenzenden Bewohner des Quartiers beschwerten sich via Eingaben vor allem über die verminderte Wohnqualität und die eingeschränkte Privatsphäre, welche sie aufgrund der Nähe und Höhe der geplanten Gebäude befürchten. Die Liegenschaftskommission der Bürgergemeinde kam den Anliegen mit einer Verschiebung der Gebäude um einen Meter ostwärts entgegen. «Wir haben die Betroffenen eingeladen und ihnen das Projekt vorgestellt», sagt Bürgergemeindepräsident Urs Jäggi. «Aber wir können nicht auf alle Anliegen eingehen.»

Der ausgearbeitete Gestaltungsplan liegt noch bis zum 6. September bei der Gemeindeverwaltung für die Bevölkerung auf. Er basiert auf dem räumlichen Leitbild von 2016, welcher die Entwicklung von Härkingen in einen «attraktiven Arbeits- und Wohnort» sowie eine Entwicklung innerhalb des bestehenden Siedlungsgebietes vorsieht. Er sei zusätzlich mit den Arbeiten zur laufenden Ortsplanungsrevision abgestimmt worden, bestätigt Einwohnergemeindepräsident Daniel Nützi. Nach Ablauf der öffentlichen Auflage beziehungsweise nach Abschluss eines allfälligen Rechtsmittelverfahrens wird der Gestaltungsplan zur Genehmigung dem Regierungsrat unterbreitet. Darauf folgt das Baubewilligungsverfahren. Am 15. Dezember stimmt anschliessend die Bürgergemeinde über einen Kredit von 8.2 Millionen Franken für das Projekt ab. Laut Urs Jäggi könne man bei einem positiven Entscheid 2020 mit den Bauarbeiten beginnen. Ende 2021 sollen die ersten Wohnungen bereits bezugsbereit sein.