Schon fast weihnächtliche Stimmung herrschte an der Budgetgemeindeversammlung in Balsthal, die von 138 Stimmberechtigten besucht wurde. Fredy Bieli, Präsident der Fachkommission Finanzen, führte aus, dass der vorliegende Budgetantrag dem festgelegten Minimalziel entspreche. Mit den Herausforderungen der Zukunft, welche der Gemeinderat weiterhin mit einer moderaten Steuerbelastung bewältigen will, müssten die Ergebnisse der Erfolgsrechnung in den nächsten Jahren aber deutlich verbessert werden.

Gemeindepräsident Pierino Menna und Freddy Kreuchi, Ressortleiter Planung, wussten mit ihren Erklärungen die Notwendigkeit eines Investitionskredits von 575 000 Franken für die Erweiterung des Kindergartens Mühlefeld «schmackhaft» zu machen. Dieser setzt sich wie folgt zusammen: 350 000 Franken für den Bau in Modulbauweise für zwei Klassen, 200 000 Franken für bauseitige Massnahmen und 25 000 Franken Reserve. Das bestehende Gebäude soll später saniert und als Gruppenarbeitsraum genutzt werden. Das Grundstück rund um den Kindergarten Mühlefeld gehört der Gemeinde, biete genügend Platz für den Erweiterungsbau und löse keine Kosten für Landerwerb aus. Nötig wird diese Erweiterung wegen der steigenden Anzahl von Familien mit Kindern im entsprechenden Alter im besagten Einzugsgebiet. Der Bezug der neuen Räumlichkeiten ist auf Schuljahresbeginn 2019/2020 geplant.

Der Steuerbezug von 125 Prozentpunkten für natürliche Personen und 120 Prozentpunkte für juristische Personen wird beibehalten. Die Feuerwehrersatzabgabe bleibt ebenfalls gleich, mindestens 20 Franken, maximal 400 Franken. Die Teuerungszulage für das Gemeindepersonal wurde analog dem Kanton auf ein Prozent festgelegt.

Rudolf Dettling, Leiter der Finanzverwaltung, erläuterte den Voranschlag 2019. Dieser weist bei einem Gesamtaufwand von 32,135 Mio. Franken und einem Gesamtertrag von 31,371 Mio. Franken einen Aufwandüberschuss in der Erfolgsrechnung von 764 000 Franken aus. Der Gemeinderat sei sich aber bewusst, dass dieses Resultat auf Sparmassnahmen zurückzuführen sei, welche auf Kosten der Infrastruktur vorgenommen werden mussten. Mehrkosten seien vor allem im Sachbereich Bildung entstanden, genau gesagt wegen der Einführung von zwei zusätzlichen Klassen in der Primarschule.

Votant sprach gegen Naturpark

Die Nettoinvestitionen für das kommende Jahr betragen 2,168 Mio. Franken. Diese teilen sich auf in 1,364 Mio. Franken allgemeine (steuerfinanzierte) Investitionen, 448 000 Franken Investitionen bei der Wasserversorgung und 356 500 Franken bei der Abwasserbeseitigung. Mit 135 Stimmen und drei Enthaltungen wurde das Gesamtbudget genehmigt. (Investitionen siehe Box). Später ging es um den Naturpark. Der Gemeindepräsident führte aus, dass das Label Ende 2019 auslaufe. Um das Label erneut für zehn Jahre zu beantragen, bedürfe es die Zustimmung aller neun Naturparkgemeinden im Thal. Ein Votant sprach sich gegen die Erneuerung aus. Er ist überzeugt, dass der Naturpark einen Massentourismus generiere, was nicht nachhaltig sei. 130 Stimmende waren aber anderer Meinung und stimmte dem Gesuch um Erneuerung des Parklabels zu.

Unter «Verschiedenes» gab ein Versammlungsteilnehmer seinem Befremden über die «Inszenierung» am Schluss der letzten Gemeindeversammlung Ausdruck. Dabei war es um die vermeintliche Nichtoffenlegung der Kosten für die Einführung der blauen Parkplätze gegangen.

Eine weitere Votantin richtete sich an den Gemeinderat mit der Frage, was er zum geplanten Wegfall des Schnellzug-Haltes in Oensingen zu unternehmen gedenke. Diese Sorge sei sehr berechtigt und betreffe die ganze Region Man werde zusammen mit der OeBB und der Gemeinde Oensingen aktiv werden, lautete die Antwort.