Oensingen

Gemeinderat gibt grünes Licht für den neuen Jugendraum

Die sogenannte Roeck-Halle im Bahnhofsquartier soll der neue Jugendtreffpunkt von Oensingen werden.

Die sogenannte Roeck-Halle im Bahnhofsquartier soll der neue Jugendtreffpunkt von Oensingen werden.

Der Oensinger Gemeinderat beschliesst, der Jugendarbeit weiterhin einen Raum zur Verfügung zu stellen.

Aufgrund der Corona-Situation musste der bisherige Oensinger Jugendraum, der im Bauamt untergebracht war, schliessen. Der Gemeinderat hatte schon vorher entschieden, den Raum aufgrund von Baumängeln nicht mehr zur Verfügung zu stellen.

Seither fehlen nun aber die nötigen Räumlichkeiten für die bisherigen Jugendarbeit-Angebote; sei es für den Schülertreff, das Bastelangebot am Mittwochnachmittag oder auch für den Jugendtreff am Freitagabend. Derzeit arbeitet die Jugendarbeit wetterabhängig mit Anlässen im öffentlichen Raum, stellt den Kindern Bastelangebote und Anleitungen per Post zu und ist vermehrt in den sozialen Medien präsent oder mobil unterwegs, war im Gemeinderat zu erfahren. So sei die Beziehungspflege zu den Kindern und Jugendlichen leider nur eingeschränkt möglich. Für die Primarschüler ergibt sich jedoch ab 21. Oktober die Lösung, als dass Räumlichkeiten für den Schülertreff und die Bastelangebote im Primarschulhaus zur Verfügung stehen. Noch fehlen Angebote für die Oberstufenschüler.

Rasche Lösung, rasch gefunden

Daher drängt sich eine schnelle Lösung auf, die man nun in der Umnutzung der Roeck-Halle sieht. Das Industriegebäude an der Grabenackerstrasse 5 ist Eigentum der Gemeinde. Der Gemeinderat hatte bereits im September 2019 einer Prüfung zur Umnutzung des Raumes zugestimmt. Hier soll der Betrieb eines Jugendraumes in bisherigem Rahmen, das heisst mit betreuten Anlässen und einer teilautonomen Nutzungsvereinbarung, möglich sein.

Anlässlich einer Begehung im August 2020 wurde eine Machbarkeitsprüfung mit dem Leiter Bau, Bereichsleiter Hausdienst und mit der Gebäudeversicherung durchgeführt. Man stellte fest, dass für eine Belegung von maximal 60 Personen nur kleine Anpassungen am Gebäude notwendig sind. Eine grössere Anpassung von rund 35'000 Franken muss jedoch für die feuersichere Ummantelung eines Heizöltanks sowie für eine Brandschutztüre in den Heizraum aufgewendet werden. Insgesamt werden die Umnutzungsarbeiten rund 66'500 Franken kosten; für den Betrieb werden jährliche Unterhaltskosten in der Höhe von rund 22'800 Franken berechnet. Da von den budgetierten 84'000 Franken für die Jugendarbeit bisher nur 15'000 verwendet wurden, können die Umbaukosten fast budgetneutral abgewickelt werden, wurde gesagt.

Der Gemeinderat beschloss, den Betrieb der Jugendarbeit im bisherigen Rahmen in der Roeck-Halle weiter zu führen. Die Abteilung Bau wurde beauftragt, die dafür notwendigen Massnahmen einzuleiten. Für die baulichen Brandschutz- und Sicherheitsmassnahmen sowie für Einrichtungs- und Anpassungsarbeiten wurde ein Nachtragskredit von 66'550 Franken gesprochen. Im November sollen die Umbau-Arbeiten an die Hand genommen werden, so dass der Jugendraum im Dezember 2020 neu eingerichtet in Betrieb genommen werden kann.

Einsprache gegen Schwerverkehrskontrollzentrum

Der Kanton erwarb 2018 die Grundstücke GB Oensingen 1126 und 1127 im Gebiet «unter der Gass». Darauf wird der Bau eines neuen Schwerverkehrskontrollzentrums SVKZ geplant, wofür im Moment die öffentliche Auflage stattfindet (wir berichteten). Anlässlich von Sitzungen im Vorfeld mit allen involvierten Partnern hatte der Gemeinderat die Vorlage eines Konzeptplanes über das gesamte Areal verlangt. «Infolge der starken Dynamik und der Verkehrslage von Oensingen ist gerade auch im Zusammenhang mit dem vorliegenden Projekt auf die Wichtigkeit und Priorisierung der Entlastungsstrasse Oensingen hinzuweisen», heisst es dazu im Protokoll. Darüber hinaus sei auf dem Areal eine möglichst hohe Ausnutzung mit wertschöpfungsintensiven Arbeitsplätzen anzustreben.

Der Gemeinderat hielt an seiner vergangenen Sitzung fest, dass er sich nicht fundamental gegen dieses Projekt stelle. Er hat nun aber beschlossen, Einsprache dagegen zu erheben, «um berechtigte kommunale Interessen zu wahren und eine ausreichende Qualität der Entwicklung der Industrie sicherzustellen.» In der Einsprache wird noch einmal verlangt, dass das Projekt einem kommunalen Gestaltungsplanverfahren zugeführt werden soll, und dass vor der Beendigung des Plangenehmigungsverfahrens ein Konzeptplan vorgelegt werden muss. (mgt/frb)

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