Gänsbrunnen
Fusion mit Welschenrohr rückt näher

An der Gemeindeversammlung kündigte die Gemeindepräsidentin die Fusion mit Welschenrohr an.

Erwin von Arb
Drucken
Teilen
Die Kirche St. Joseph thront über dem Dorfzentrum der 100-Seelen-Gemeinde Gänsbrunnen.

Die Kirche St. Joseph thront über dem Dorfzentrum der 100-Seelen-Gemeinde Gänsbrunnen.

Erwin von Arb

Für Aussenstehende eher ungewöhnlich: Die Gemeindeversammlung in der 100-Seelen-Gemeinde Gänsbrunnen begann mit der Verlesung des Protokolls. Dabei wurden die Beschlüsse der im Juni abgehaltenen Rechnungsgemeindeversammlung noch einmal erwähnt und das Protokoll danach von der Versammlung verabschiedet.

Damals ging unter es anderem um die Revision der Gemeindeordnung. Diese wurde zwar gutgeheissen, aber aus der Versammlung im Hinblick auf eine sich aufdrängende Fusion mit Welschenrohr auch grundsätzlich infrage gestellt. Gemeindepräsidentin Rosmarie Heiniger wurde dahingehend zitiert, dass eine solche Revision so oder so nötig sei. Weiter auf eine mögliche Fusion ging die Gemeindepräsidentin damals nicht ein.

4 von 5 Gemeinderäten hören auf

An der im Schulhaus abgehaltenen Budgetgemeindeversammlung sprach Rosmarie Heiniger nun Klartext. Unter dem Traktandum «Verschiedenes» verkündete sie den acht zur Versammlung erschienenen Stimmberechtigten, dass vier der insgesamt fünf Gemeinderäte bei den 2017 anstehenden Gemeinderatswahlen nicht mehr antreten würden.

Deshalb sei der Rat zur Auffassung gelangt, dass nun der Zeitpunkt gekommen sei, eine Fusion mit Welschenrohr anzustreben. Nicht mehr kandidieren werden Renate Nussbaumer, Kurt Schneeberger, Stephan Rastorfer und Rosmarie Heiniger als Gemeindepräsidentin. Wieder antreten wird offenbar Jan Schmid.

Als möglichen Zeitpunkt für den Zusammenschluss der beiden Gemeinden erwähnte Heiniger Ende Dezember 2017. Führen sollen die Fusionsverhandlungen mit Welschenrohr die bisherigen Gemeinderäte.

Abklärungen mit dem Amt für Gemeinden ergaben, dass eine Verlängerung des Gemeinderatsmandats bis Ende 2017 juristisch möglich sei. Auch die Räte selbst hätten sich bereit erklärt, bis zum Abschluss der Verhandlungen im Amt zu bleiben.

Am 23. Januar fällt der Entscheid

Ernst Lanz, Gemeindepräsident 1989 bis 2013, fand die Zielsetzung einer Fusion mit Welschenrohr sinnvoll, kritisierte aber das vom Rat eingeschlagene Tempo. «Der Zusammenschluss sollte nicht übereilt erfolgen», so Lanz. Besser sei, auf Kandidatensuche für die Gemeinderatswahlen zu gehen. Der neue Gemeinderat hätte nach der Wahl genügend Zeit, um die Fusion seriös einzuleiten und umzusetzen.

Der Entscheid, ob umgehend mit Welschenrohr Fusionsverhandlungen aufgenommen werden, fällt der Gemeinderat am 23. Januar 2017, wie die Gemeindepräsidentin erwähnte. Noch ist nicht auszuschliessen, dass Gänsbrunnen als Gemeinde vier weitere Jahre selbstständig bleibt.

Im Dorf gibt es offenbar Leute, die nach möglichen Kandidaten für den Gemeinderat suchen, wie Heiniger verriet. Davon hat auch Ernst Lanz gehört. Er selbst stecke nicht dahinter. Dass jemand im Dorf aktiv werde, sei ein Lichtblick für Gänsbrunnen als Gemeinde.

Kirchgemeinden fusionieren

Bereits die Fusion beschlossen haben übrigens die Kirchgemeinden Welschenrohr und Gänsbrunnen. Die beiden Gemeinden hatten sich am 5. Juni 2016 bei einem gleichzeitig durchgeführten Urnengang deutlich dafür ausgesprochen. Vollzogen wird der Zusammenschluss zur Kirchgemeine Welschenrohr-Gänsbrunnen am 1. Januar 2017.

Budget sieht Plus vor

Die Finanzverwaltung von Gänsbrunnen wird seit 2014 von Welschenrohr geführt. Gemeindeverwalterin Daniela Altermatt zeigte der Versammlung auf, dass gemäss Budget 2017 in Gänsbrunnen mit einem Ertragsüberschuss von 12 494 Franken gerechnet wird. Investiert werden 2017 insgesamt 41 820 Franken. (eva)

Aktuelle Nachrichten