Oensingen

Für den Werkhof gibt es genug Platz neben der Entlastungsstrasse

Bereits heute nutzt die Gemeinde den künftigen Werkhof-Standort als Lagerplatz.

Bereits heute nutzt die Gemeinde den künftigen Werkhof-Standort als Lagerplatz.

Der im letzten Jahrzehnt viel diskutierte Werkhof Oensingens soll künftig auf dem Land der ehemaligen Saeco-Halle entstehen.

Ein wenig schlummerte die Zukunftsfrage rund um den Werkhof Oensingens vor sich hin. Weil die Gemeindeversammlung vor gut einem Jahr den unmittelbaren Verkauf des Unterdorfs begrub, war der Druck, eine Lösung für den heruntergekommenen Werkhof zu finden, nicht mehr akut.
Im Hintergrund aber beriet die Arbeitsgruppe weiter, wo der Werkhof künftig Unterschlupf finden soll.

Am Montag unterbreitete sie dem Gemeinderat ihren Vorschlag und dieser entspricht der Ursprungsidee vor zehn Jahren: Damals kaufte die Gemeinde die ehemalige Saeco-Halle mit der Absicht, dort einen neuen Werkhof zu errichten. Zwischenzeitlich kam aber das Projekt der Entlastungsstrasse dazu, die in einigen Jahren just über diese Parzelle führen wird. «Nachdem wir wissen, dass noch immer genügend Land für unseren Werkhof vorhanden ist, erweist sich dieser Standort als der beste», sagt Georg Schellenberg, Ressortleiter Infrastruktur. Das Terrain für den Werkhof wäre am Platz der ehemaligen Saeco-Halle vorgespurt. Die Gemeinde ist im Besitz des Grundstücks und bei der Ortsplanung wurde dieses als öffentliche Zone aufgenommen.

Das Geld für den neuen Werkhof fehlt

Nur fehlt Oensingen derzeit das Geld, um einen Werkhof zu realisieren. Auf vier bis fünf Millionen Franken schätzt Gemeinderat Schellenberg die Kosten für den Neubau – inklusive des bereits gekauften Landes, das die Gemeinde noch abschreiben müsste. Die heutige Werkhof-Lösung mit dem Hauptstandort im Unterdorf und weiteren Materiallagern in rund vier Liegenschaften wird daher noch für vier bis sieben Jahre genügen müssen. Um die Sicherheitsauflagen der Suva und des Arbeitsinspektorats zu erfüllen, bewilligte der Gemeinderat vor rund einem Monat einen Kredit über rund 80'000 Franken.

«Nur ein kleiner Teil davon ist direkt nötig, um den Werkhof im Unterdorf weiterzubetreiben», sagt Schellenberg. Keine Zukunft haben in der Liegenschaft die eingemieteten Schützen und auch der Jugendraum. Damit sie das Gebäude weiterhin hätten nutzen können, wären die Investitionen gemäss Schellenberg unverhältnismässig hoch gewesen. Ungewiss ist somit, wie es mit der Jugendarbeit weitergehen soll, wobei die Gemeinde diese momentan ohnehin überdenkt und einen neuen Standort sucht.

Im Sommer erste Ergebnisse zum Unterdorf?

Wie es mit dem Unterdorf weitergehen könnte, soll die vor einem Jahr installierte Arbeitsgruppe eruieren. «Wenn wir das Unterdorf verkaufen würden, könnten wir relativ schnell handeln», sagt Schellenberg auf den Werkhof bezogen. Noch zeichnet sich aber ein Verkauf der Liegenschaften im alten Dorfkern Oensingens mittelfristig nicht ab. Drei der ursprünglich 13 Personen, die letztes Jahr in die Arbeitsgruppe kamen, haben sich – aus diversen Gründen – wieder aus dem Gremium zurückgezogen.

Bisher seien die Sitzungen primär dazu genutzt worden, um die Arbeitsgruppe mit den notwendigen Grundlagen vertraut zu machen und sich intensiv mit dem Zonenreglement als Basis auseinanderzusetzen, heisst es vonseiten der Gemeinde. Die Gemeindeversammlung hatte im vergangenen Jahr beschlossen, die Gemeinde solle sich gut überlegen, was sie mit dem Gebiet Unterdorf machen will. Ende Juni findet die nächste Sitzung der Arbeitsgruppe statt, die wegen des Coronastillstands ebenfalls pausierte.

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