Am Waldrand zwischen Oberbuchsiten und Oensingen steht etwas abseits ein unscheinbares Holzhäuschen. Ein leises Summen zeigt: Hier sind Bienen zu Hause. Und daneben auch der Bienenzüchterverein Gäu.

Franz Berger ist seit drei Jahren zuständig für den sogenannten Lehrbienenstand. «Ich habe ihn wieder reaktiviert, vor allem, um damit den Vereinsnachwuchs zu unterstützen», sagt der passionierte Imker.

Er selbst kümmert sich momentan um zirka 80 Bienenvölker. «Der Aufwand pro Volk beträgt rund 10 Stunden im Jahr», erklärt Berger. Berger ist also rund 19 Arbeitswochen à 42 Stunden mit seinen Bienen beschäftigt. Ein zeitraubendes Hobby. Aber ein Wichtiges, wie er erklärt: «Für die Ökologie ist das Imkern sehr wichtig.» Vor allem im Zusammenhang mit der Varroamilbe müsse zu den Völkern Sorge getragen werden.

Zwei Wochen früher als sonst

Momentan sind Berger und seine Imkerkolleginnen und -kollegen daran, die Völker für den kommenden Winter vorzubereiten. Dafür müssen sie gefüttert werden, denn schliesslich hat man den Bienen ihre eigene Nahrung in Form von Honig aus den Waben geraubt. «Wir sind in diesem Jahr gut zwei Wochen voraus», erklärt Berger.

Und dies ist keineswegs positiv. Denn momentan wäre eigentlich die Zeit für Waldhonig. «Es ‹hungget› aber gar nicht in diesem Jahr», sagt Franz Berger. Jedenfalls in der Umgebung nicht.

Zuckerwasser, bestehend im Verhältnis aus dreien Teilen Zucker zu einem Teil Wasser, gibts für die Völker. Eine dickflüssige Angelegenheit, welche die Bienen nun in den nächsten Wochen in den Waben selbst einlagern müssen.

In den letzten Jahren habe sich das Aufgabenfeld der Imker geändert. «Früher war man Bienenhalter und heute ist man Bienenpfleger.»

Filme machen Imkerei bekannter

Sein Wissen um die Pflege der Bienen vermittelt Franz Berger im Lehrbienenstand Schlattbrunnen. Jeden Monat trifft sich eine Gruppe von zwischen 10 bis 20 Teilnehmenden zum Erfahrungsaustausch. Meist begleitet ein kleiner Vortrag zu einem aktuellen Thema der Bienenhaltung den Anlass.

Die Berichte über die eigenen Erfahrungen mit den Völkern seien aber sicherlich wertvoller. Denn einige hätten erst in den letzten Jahren mit dem Imkern angefangen. «Wir merken, dass gerade auch durch Filme wie ‹More than Honey› das Bewusstsein für das Imkern grösser geworden ist», sagt Berger und fährt fort: «Es ist ein spannendes Hobby. Vor allem weil kein Jahr gleich ist wie das andere.»

Momentan besteht der Verein aus etwa 50 Mitgliedern. Davon sind die meisten im Besitz von 10 bis 15 Bienenvölkern. «Zu Anfang macht es Sinn, wenn man mal mit zwei bis drei Völkern anfängt», erklärt Berger.

Dies vor allem auch, weil es durchaus sein kann, dass ein Volk über den Winter eingeht. Und dann steht der geneigte Imker, die geneigte Imkerin, welcher bloss ein Volk betreut, im Frühjahr vor dem Nichts. Falls aber trotzdem der schlechteste Fall eintrifft und ein Bienenvolk eingeht, sorgt Berger vor. «Hier im Lehrbienenstand soll auch die Belegstelle wieder aufleben.»

Dies ist der Ort, wo eine noch unbegattete junge Königin zusammen mit einigen, das heisst um die tausend Arbeiterbienen, ein neues Volk bildet. Diese Königinnen können dann dafür benutzt werden, um allfällige Verluste von Völkern im Frühling wieder zu kompensieren. «In der Natur kommt es selten vor, dass ein Volk über Jahre hinweg überlebt», sagt Berger.

Vielfach trennen sich die Völker, so etwa wenn eine ältere Königin von einer jüngeren verdrängt wird. Und damit in den nächsten Jahren auch auf den ersten Blick klar ist, wo die Königin zu finden ist im ganzen Gewusel, der in einem Bienenstock herrscht, malt Berger jeweils einen weissen Punkt auf die Königin.

Hilfreich für den Imker, offenbar nicht ganz ungefährlich für die Königin. So sei es schon vorgekommen, dass eine Königin getötet wurde, weil sie wegen der Farbe anders roch. Um die Bienen während dem Hantieren an den Wabenrahmen zu beruhigen, bläst Berger Rauch in den Kasten. «Dann ziehen sich die Bienen zum Fressen zurück und beruhigen sich.» Praktisch wenn man dabei, wie Berger nicht auf eine Rauchmaschine zurückgreifen muss, sondern auf die Zigarre im Mund vertrauen kann.