Forst im Thal
Nach Bedenkzeit: Matzendorf stimmt der Fusion der Forstbetriebe im Thal nun doch zu

Die beiden Forstbetriebe im hinteren und mittleren Thal möchten fusionieren. Noch im Dezember lehnte Matzendorf ab, man brauche noch mehr Bedenkzeit. An der Gemeinderatssitzung vom Montagabend hat der Rat nun doch die Zustimmung zur Fusion gegeben.

Rahel Bühler
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Der Gemeinderat Matzendorf hat der Fusion der Forstbetriebsgemeinschaften Hinteres und Mittleres Thal nun doch zugestimmt.

Der Gemeinderat Matzendorf hat der Fusion der Forstbetriebsgemeinschaften Hinteres und Mittleres Thal nun doch zugestimmt.

Bruno Kissling

Die beiden Forstbetriebe im hinteren und mittleren Thal möchten fusionieren. Ursprünglich sollten die Gemeindeversammlungen im Dezember 2021 darüber abstimmen, die Fusion per 1. Januar 2022 in Kraft treten. Alle involvierten Gemeinderäte stimmten dem Vorhaben zu. Ausser einer: Matzendorf. Man brauche Bedenkzeit, meinte Matzendorfs Gemeindepräsident Marcel Allemann damals zu dieser Zeitung. Die Türe für eine Fusion zugeschlagen, habe man aber mitnichten.

Nun hat der Matzendörfer Gemeinderat an seiner Sitzung vom Montagabend einen Entscheid gefällt: Er stimmt der Fusion jetzt doch auch zu.

Das Forstrevier Mittleres Thal setzt sich aus der Bürgergemeinde Laupersdorf und der Einheitsgemeinde Matzendorf zusammen. Welschenrohr-Gänsbrunnen, die Bürgergemeinde Welschenrohr, Aedermannsdorf und Herbetswil bilden zusammen das Revier Hinteres Thal. Ziel des Zusammenschlusses ist es, Synergien zu nutzen. Denn gute Maschinen sind teuer und in kleineren Betrieben nicht immer vollständig ausgelastet. Fällt beispielsweise ein Mitarbeiter in einem Drei-Mann-Betrieb aus, und ist der Lernende grad in der Schule, könnte das Personal bereits knapp werden.

Man habe erkannt: Vorteile überwiegen Nachteile

Nun hat also auch Matzendorf eingelenkt. Gemeindepräsident Allemann: «Wir haben die Zusatzschleife gebraucht, um noch mehr Informationen einzuholen.» Vielleicht sei sein Gemeinderat auch einfach besonders kritisch gewesen. Denn eine Fusion sei nicht immer das beste. Nun habe man aber erkannt, dass die Vorteile die Nachteile überwiegen, sagt Allemann.

Damit meint er zum Beispiel das Personal und den Maschinenpark: In einem grösseren Betrieb sei man flexibler, kann Ausfälle einfacher kompensieren. Ein wichtiger Punkt sei auch der Maschinenpark:

«Wenn man Arbeiter will, die motiviert sind, braucht man gute und auch sichere Maschinen.»

In der Grösse einer fusionierten Betriebsgemeinschaft könne man diese Arbeiten besser organisieren. Zudem habe der Matzendörfer Gemeinderat erkannt, dass die Zukunft des Holzpreises ungewiss sei. Denn der Verkauf von Holz rentiere nicht mehr im gleichen Ausmass wie früher.

Gemeindeversammlungen haben das letzte Wort

Stefan Eggenschwiler ist Präsident der Forstbetriebsgemeinschaft Mittleres Thal, zu der nebst Matzendorf auch Laupersdorf gehört, und Präsident des Fusionsvorstands. Dieser wurde extra für die Fusion eingerichtet. Eggenschwiler ist froh über den Entscheid:

«Wir haben nun fast zwei Jahre auf die Fusion hingearbeitet. Ich freue mich, geht es nun weiter.»

Ob der Zusammenschluss dann aber tatsächlich zu Stande kommt, hängt noch von den Gemeindeversammlungen im Juni ab. Denn: Die Stimmberechtigten haben dann das letzte Wort. Zudem muss auch der Kanton noch seine Zustimmung geben. Er ist im hinteren Thal Besitzer von Staatswald. Aber eines ist laut Eggenschwiler klar: «Die Weichen sind gut gestellt.» Man sei gespannt auf die Gemeindeversammlungen.

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