Entscheid

Fasnacht in Neuendorf ist abgesagt – gibt es gar keine Gäuer Fasnacht 2021?

Die Dorffasnacht findet nächstes Jahr nicht statt. (Archiv)

Die Dorffasnacht findet nächstes Jahr nicht statt. (Archiv)

Der Fasnachtsrat Neuendorf hat den Entscheid gefällt, die Fasnacht im Dorf fürs nächste Jahr abzusagen. Die Wolfwiler überlegen derweil noch.

«Es ist soweit … leider trifft die Covid-19 Krise jetzt auch unsere Fasnacht in Neuendorf», schreibt die Fara, der Fasnachtsrat Neuendorf in einem Flugblatt, das an alle Interessierten versandt und im Facebook bekannt gemacht wurde. «Schweren Herzens haben wir an der letzten Sitzung gemeinsam mit den Vertretern aller Neuendörfer Fasnachtscliquen beschlossen die Fasnacht 2021 abzusagen», heisst es weiter. Dazu sagt André Lötscher, der Fasnachtsrats-Präsident: «Wir trafen uns am Dienstag vergangener Woche. Alle Cliquen, die Guggenmusiken und sonstigen Fasnachts-Organisatoren von Neuendorf waren dabei und der Entscheid ist einstimmig gefallen.»

Dies sei ihnen allen natürlich nicht leichtgefallen, so Lötscher. «Haben wir doch immer wieder gehofft, dass sich die Situation dauerhaft entspannt und es möglich sein wird, unsere Anlässe wie gewohnt und ohne drastische Einschränkungen durchzuführen.» Doch fröhliche und ausgelassene Fasnachtstage unter der jetzigen Lage durchzuführen scheint schwierig bis unmöglich zu sein. Und wie sich die anstehende Winter-Grippezeit auf den Verlauf der Pandemie auswirken wird, ist frühestens in ein bis zwei Monaten abzusehen.

Und wenn noch die Auswärtigen dazukommen?

Lötscher präzisiert: «Das aktuelle Verbot von Grossanlässen in der Dorfhalle Neuendorf dauert noch bis mindestens 31. Dezember 2020. Wie es danach aussieht, ist noch unbekannt.» Und wie an einem Fasnachts-Anlass ein Schutzkonzept um- und durchgesetzt werden kann, weiss auch niemand. «Wie schafft man das, wenn Alkohol im Spiel ist und die Atmosphäre lustig und entspannt ist, so wie das an der Fasnacht der Fall ist?»

Und ein weiterer Aspekt machte den Verantwortlichen Sorge: «Wie entwickeln sich die Gästezahlen in unserem Dorf, wenn in immer mehr in umliegenden Dörfern, wie und eben auch in Olten die Fasnacht abgesagt wird?» Dann müsste mit vermehrt auswärtigen Fasnächtlern gerechnet werden, obwohl die Gästezahlen doch möglichst tief gehalten werden sollten. Wie setzt man an der Fasnacht ganz konkret Abstandsregeln und eine Maskenpflicht durch und wie eine Begrenzung der Besucher- und Zuschauerzahl am Umzug?

Die Verantwortlichen der Fara hoffen sehr, dass Ihre Entscheidung verstanden wird, und natürlich, dass 2022 wiederum wie gewohnt eine tolle Fasnacht durchgeführt werden kann. Der Fasnachtsumzug sei dann, wie im regulären Rhythmus, für Wolfwil geplant, so Lötscher weiter. Das Neuendorfer Motto sei jetzt schon bestimmt und würde dann einfach ins Jahr 2022 hinübergerettet. «Es würde uns sehr freuen, wenn alle dann wieder mit dabei sind und wir gemeinsame närrische Stunden geniessen können.»

Die Wolfwiler geben sich noch 14 Tage Zeit

Die Wolfwiler Fasnächtler haben sich noch nicht entschieden, ob Ihre Anlässe durchgeführt werden oder nicht. Das betrifft somit auch den Gäuer Fasnachtsumzug 2021. «Wir werden uns Mitte Oktober treffen und dann entscheiden», sagt Fasnachtsgesellschafts-Präsident Raphael Kissling. «Wir beraten uns dann in unseren Ressortgruppen, was wir machen wollen und wie und ob die Chesslete der Maskenball und eben auch der Fasnachtsumzug durchgeführt werden können», so Kissling.

Er sagt auch, dass Anlässe in Innenräumen sicher problematischer seien, als solche, die draussen stattfinden können. «Wir werden auch versuchen, Ideen zu sammeln und Lösungen suchen, wie unter diesen Umständen dennoch eine sichere Fasnacht durchgeführt werden soll», sagt Kissling.

Fasnacht-Ablauf grundsätzlich in Frage gestellt?

Grundsätzlich glaubt André Lötscher aber nicht, dass der Durchführungsstopp 2021 die Gäuer Fasnacht in ihren Grundfesten erschüttern wird. «Vor zwei Jahren haben in Neuendorf neue Leute das Ruder übernommen und wir alle sind sehr motiviert, die Fasnacht weiter leben zu lassen. Es herrsche eine gute Stimmung untereinander und er sei sicher, dass ein einjähriger Unterbruch, keinen Schaden verursachen wird.

«Im Gegenteil: vielleicht ist es danach gar so, dass die Fasnacht mehr geschätzt wird, wenn man einmal hat darauf verzichten müssen», so der Fara-Präsident. «Ich bin aber ziemlich sicher, dass wir uns in Zukunft mehr Gedanken darüber machen müssen, wie die Fasnacht grundsätzlich, eine Seniorenfasnacht oder Beizenfasnacht ablaufen kann.»

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