Thal-Gäu

Es braucht gute Wege, um den Wald zu schützen

Steter Unterhalt in den Wäldern ist essenziell: Ein Waldweg oberhalb von Oensingen.

Steter Unterhalt in den Wäldern ist essenziell: Ein Waldweg oberhalb von Oensingen.

Der Kanton unterstützt die bis 2024 im Thal-Gäu anstehenden Waldweg-Sanierungen mit rund 568'000 Franken.

Waldwege dienen in der Schweiz nicht bloss der wanderlustigen Bevölkerung. Eigentlich ist das ausgebaute Waldwegnetz primär für die Forstwirtschaft gedacht. Damit die Wälder auch in Zukunft erschlossen bleiben, sanieren und unterhalten die Forstkreise im Kanton die bestehenden Wege fortlaufend. Die periodischen Projekte haben eine mehrjährige Laufzeit: Im Thal-Gäu sanierten die öffentlichen und privaten Waldeigentümer von 2016 bis Ende 2019 insgesamt 34 Waldwege.

In diesem Jahr beginnt somit die nächste Projektlaufzeit: Elf öffentliche und einige private Waldeigentümer haben beim Kanton ein Beitragsgesuch gestellt, um in den kommenden fünf Jahren Waldwege zu sanieren. In der Amtei Thal-Gäu beläuft sich der Kostenvoranschlag für die 42 vorgesehenen Wegsanierungen auf rund 1,05 Millionen Franken. Der Regierungsrat sicherte rund 568000 Franken Unterstützungsbeiträge zu.

Tragfähigkeit der Wege verbessern

Mit der Mechanisierung hin zu schwereren und breiteren Maschinen ist die Belastung für die Wege in den letzten 40 Jahren grösser geworden. Seit der Kanton die Gewichtsbeschränkung für Holztransporte aufhob, können die Waldstrassen mit bis zu 40 Tonnen schweren Lastwagen befahren werden. Besonders in steilen Gebieten hätten lastwagentaugliche Waldstrassen für die Erschliessung eine grosse Bedeutung, schreibt Kreisförster Joshua Huber auf Anfrage.

Bei den Wegprojekten im Thal-Gäu geht es in den kommenden Jahren in erster Linie darum, die Tragfähigkeit der Wege zu verbessern. «Da viele ältere Erschliessungen für Pferde oder kleinere Landwirtschaftstraktoren dimensioniert waren, sind diese ohne Ausbauten für moderne Maschinen nicht nutzbar», so Kreisförster Huber. Fünf Wege werden in den nächsten fünf Jahren ausgebaut – bei den übrigen Projekten handelt es sich um Instandsetzungen von Erschliessungsachsen, die in den letzten 10 Jahren nicht saniert wurden.

Keine Beiträge für die «reichen» Gemeinden

«Die lastwagentauglichen Waldwege ermöglichen eine effiziente und sichere Holzernte», führt Huber aus. Dabei werde der Boden als Lebensgrundlage für künftige Generationen geschützt. Aus diesem Grund beteiligt sich der Kanton an der Erschliessung von Waldgebieten. Diese solle einen Anreiz für die Waldeigentümer schaffen, die Waldwege so zu erhalten, dass sie auch in Zukunft für die Holznutzung und die erholungssuchende Bevölkerung zur Verfügung stehen.

Gemäss Waldgesetz unterstützt der Kanton die Walderschliessung und übernimmt dabei höchstens 70 Prozent der Kosten. Private Waldbesitzer sowie Projekte in den Staatswäldern erhalten automatisch den Maximalbetrag der bewilligten Projekte. Die öffentlichen Waldeigentümer wie etwa Bürgergemeinden oder Einwohner- und Einheitsgemeinden werden anhand ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit abgestuft. Wirtschaftlich starke Gemeinden können somit bis zu einem Beitragssatz von null Prozent abgestuft werden und erhalten in diesem Fall keine Beiträge vom Kanton.

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