Oensingen
Erste Kandidaten bringen sich als Gemeindepräsidenten ins Gespräch

Bei der Nachfolge von Gemeindepräsident Markus Flury zeichnet sich eine Kampfwahl ab. Der SP-Vizegemeindepräsident interessiert sich ebenso wie ein CVP-Kandidat.

Erwin von Arb
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Fabian Gloor (v.l.) der CVP und Martin Brunner der SP könnten als Kandidaten infrage kommen.

Fabian Gloor (v.l.) der CVP und Martin Brunner der SP könnten als Kandidaten infrage kommen.

zvg

Seit dem Bekenntnis von Gemeindepräsident Markus Flury (FDP), nach zwei Amtsperioden 2017 nicht mehr anzutreten (wir berichteten), wird im Dorf über allfällige Nachfolger spekuliert. Besonders oft darauf angesprochen wird Gemeindevizepräsident Martin Brunner, der seit sieben Jahren die SP im Gemeinderat vertritt. Brunner hatte bei den Gemeinderatswahlen vor drei Jahren mit 646 Stimmen das mit Abstand beste Resultat aller Kandidaten erreicht. Damals hatte er verlauten lassen, dass er sich sehr vorstellen könnte, Gemeindepräsident von Oensingen zu sein.

Der 58-Jährige bestätigt, dass sich daran grundsätzlich nichts geändert habe. Deshalb spiele er auch ernsthaft mit dem Gedanken, sich für die SP als Gemeindepräsident aufstellen zu lassen. Grundlage für ein Ja zum Gemeindepräsidium sei, dass er voll dahinterstehen könne. Noch will Brunner aber nicht verraten, wie er sich entschieden hat. «Ich möchte zuerst den Parteivorstand informieren.» Letzter SP-Gemeindepräsident war übrigens Ruedi Burri, der von 2001 bis 2009 im Amt war.

Auch Gloor bekundet Interesse

Ebenfalls noch bedeckt hält sich Fabian Gloor, seit fünf Jahren als CVP-Gemeinderat für das Ressort Finanzen und Kultur zuständig. «In der Parteileitung haben wir über die Wahlen 2017 schon gesprochen», sagt der 26-Jährige in seiner Funktion als Präsident der örtlichen CVP.

Primär verfolge die CVP das Ziel, ihre zwei Sitze im Gemeinderat zu verteidigen. «Ideal wäre eine 7er-Liste», so Gloor. Genügend geeignete Kandidaten zu gewinnen, halte er für realistisch, zumal die CVP über eine gesunde Basis verfüge. Dies habe sich auch bei den Wahlen 2013 gezeigt, als die Partei auf einen Wähleranteil von 24,5 Prozent gekommen sei. Ob er selbst als Gemeindepräsident kandidieren wird, wollte der Jungpolitiker weder bestätigen noch dementieren. Grundsätzlich sei er dafür offen, habe sich aber noch nicht entschieden.

Als stärkste Partei mit einem Wähleranteil von 36,6 Prozent ging bei den Wahlen 2013 die FDP hervor. Allerdings steht es um die Parteiführung schlecht, wie Kurt Zimmerli erklärt. Das 67-jährige FDP-Urgestein musste einmal mehr eingreifen, um zu verhindern, dass die einst stolze freisinnige Partei endgültig in der Versenkung verschwindet.

«Im Dezember 2015 habe ich damit begonnen, neue Leute für die nicht mehr existente Parteileitung zu suchen», berichtet Zimmerli, der von 1984 bis 2001 Gemeindepräsident von Oensingen war. Seither habe sich viel verändert. «Den Leuten geht es zu gut, sie halten es nicht mehr für nötig, sich politisch für das Gemeindewesen zu engagieren», beklagt Zimmerli. Inzwischen ist es ihm gelungen, Leute für den Vorstand zu gewinnen. Dieser hat sich letzten Donnerstag konstituiert und Zimmerli wurde ein weiteres Mal zum «Not-Präsident» der FDP gewählt.

FDP will Gemeindepräsident stellen

Zielsetzung sei, dass die FDP als wählerstärkste Partei wieder das Parteipräsidium besetzen könne, so Zimmerli. Kandidaten dafür kann der FDP-Präsident noch keine nennen, bemerkt aber, dass es bereits zwei Personen gebe, die als Kandidaten für den Gemeinderat infrage kämen. Eine 7er-Liste sei die Vorgabe. «Dies zu erreichen, ist eine grosse Herausforderung», gesteht Zimmerli. Ungünstig sei für die FDP, dass in Oensingen die Wahl für den Gemeinderat und den Gemeindepräsidenten gleichzeitig an 23. April 2017 stattfindet. Kandidaten, die bei der Wahl gut abschneiden, können dann nicht mehr als Gemeindepräsident kandidieren.

Eine andere Meinung vertritt in dieser Sache SVP-Gemeinderat Georg Schellenberg, der bei der Gemeindepräsidentenwahl 2009 gegen Markus Flury antrat und deutlich unterlag. Wer Gemeindepräsident werden wolle, müsse das schon vor einer allfälligen Wahl in den Gemeinderat wissen. «Das ist ehrlich», findet der 75-Jährige. Deshalb unterstütze er auch den am 25. April vom Gemeinderat getroffenen Entscheid. Er selbst werde nicht als Gemeindepräsident kandidieren, wenn Fabian Gloor dies tue. Gloor habe die Fähigkeiten, dieses Amt erfolgreich auszuüben. Offen liess Schellenberg, ob er wieder als Gemeinderat antreten wird.

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