Wolfwil

Eine unerwartet positive Rechnung - und wie steht es um die Wasserqualität der Gemeinde?

Tiefer Wasserstand nach trockenem Sommer in Olten (die Steine sind normalerweise von Wasser bedeckt) und Wolfwil am "Aareknie"

Der Gemeindepräsident erklärte, dass die Mengen an Chlorthalonil, die im Wasser nachgewiesen wurden, unbedenklich seien.

Tiefer Wasserstand nach trockenem Sommer in Olten (die Steine sind normalerweise von Wasser bedeckt) und Wolfwil am "Aareknie"

Die Gemeindeversammlung in Wolfwil stand im Zeichen des Virus, der unerwartet guten Rechnung 2019 und der Wasserqualität.

Sie war ein «churzer Chut», die Rechnungsgemeindeversammlung in der Mehrzweckhalle Wolfwil. Nach einer Stunde war der Anlass auch schon wieder vorbei.

Kurz nach halb acht begrüsst der Gemeindepräsident das 42 Köpfe zählende Publikum mit einer Ansprache zum Coronavirus. «Auch heute sind sie in Genuss von Sicherheitsmassnahmen gekommen. Die Registrierung am Eingang, die Möglichkeit Ihre Hände zu desinfizieren und der Abstand bei den Stühlen», so Georg Lindemann. Auf einen Apéro müssen an diesem Abend beide Seiten ausnahmsweise verzichten.

«In der Erfolgsrechnung schliessen wir wie praktisch alle Gemeinden im Kanton Solothurn mit einem ausserordentlich guten Ergebnis ab», teilte der Finanzverwalter mit. Wolfwil verzeichnete letztes Jahr bei einem Ertrag von gut 10,8 Millionen Franken einen Ertragsüberschuss von rund 753'000 Franken. Ebenfalls erfreut zeigte sich Wyss beim Pro-Kopf-Vermögen, das seit 2016 wieder gestiegen ist und bei 707 Franken pro Einwohner angelangt ist. «Das ist ein neuer Höchststand, es war ein gutes Rechnungsjahr, da die Einwohnerzahl nicht mehr so stark gewachsen ist», begründete der Finanzverwalter das gute Ergebnis. Aus der Investitionsrechnung geht hervor, dass Wolfwil im vergangenen Jahr weniger als eine Million Franken ausgab.

Ohne weitere Opposition nahmen die anwesenden Stimmberechtigten auch die Genehmigung des überarbeiteten Feuerwehrreglements, das Reglement über die Benützung der Mehrzweckhalle und Schulanlagen, die Genehmigung der Rechnung des Nahwärmeverbunds sowie die Nachtragskredite über knapp 141'000 Franken an. Beim Mehrzweckhallen-Reglement etwa ging es in erster Linie um kleinere Anpassungen. So ist die Benützung von Klebeband verboten, weil es schon zu Beschwerden kam. Die Rechnung des Nahwärmeverbunds schliesst mit einem positiven Ertragsüberschuss von gut 11'000 Franken. «Wir hatten ein gutes Jahr und die Anlage lief störungsfrei. Wir konnten eine Rekordmenge an Energie verkaufen», sagte Rene Wyss, Präsident des Nahwärmeverbunds. Ohne Diskussion genehmigte die Gemeinde die Rechnungen zu den Spezialfinanzierungen Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallbeseitigung.

Gegen Ende der Gemeindeversammlung kam es noch zu diversen Anliegen. So nannten zwei Anwohner die Mobilfunkantennen als problematisch. Ebenfalls thematisiert wurde die Wasserqualität, da in den Medien immer wieder vom Fungizid Chlorthalonil die Rede war. «Wie gut ist das Wasser bezüglich den Rückständen von Chlorthalonil?», fragte ein Einwohner. Gemeindepräsident Lindemann erwiderte, dass die Mengen, die im Wasser nachgewiesen wurden, unbedenklich seien. Am Ende der Versammlung kehrte Lindemann zum Coronavirus zurück und erzählte rückblickend von den Herausforderungen aber auch von der Nachbarschaftshilfe und dankte den Organisatorinnen. Auf die 1. August-Feier will die Gemeinde nicht verzichten. Das halte er für falsch, so Lindemann. Isolation und Verzicht führten «in eine andere Richtung», so der Gemeindepräsident. «Man fängt an über Probleme nachzudenken, die gar nicht vorhanden sind. Plötzlich ist ein Mohrenkopf eine rassistische Süssigkeit», sagte Lindemann. Er trauere der Zeit nach, in welcher ein «Schulmeitschi» (in einer Anspielung auf Greta Thunberg) die Leute aufklärte, was wir punkto Klima falsch machen. Statt Apéro gab es zum Schluss Schaumküsse, die heute politisch offenkundig korrektere Bezeichnung für diese Süssware.

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