OeBB
Ein Stück Präzisionsarbeit: Spezialisten setzen mit Heli 49 neue Fahrleitungsmasten in der Klus

Spezialisten setzten am Donnerstag 49 neue Fahrleitungsmasten der OeBB in der Äusseren Klus. Dabei kam ein Helikopter zum Einsatz. Ein Stück Präzisionsarbeit. Während der Arbeit wurden die OeBB-Fahrten durch Busse ersetzt.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Neue Fahrleitungen für die Oebb
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Mit allen Beteiligten werden die Arbeiten detailliert besprochen.
Mit einem neuen Fahrleitungsmast manövriert der Helikopter durch die felsige Klus.
Das Bodenteam setzt den neuen Mast auf das vorgefertigte neue Fundament.
Markus Schindelholz und Barbara Riser beobachten die Arbeiten.
49 neue Masten wurden insgesamt neu eingesetzt.
Diese sollten 40 Jahre lang halten.

Neue Fahrleitungen für die Oebb

Patrick Lüthy

Eigentlich hätte es schon am vergangenen Montag passieren sollen: Die Montage von 49 neuen Fahrleitungsmasten für die OeBB mittels Helikopter. Doch die böigen Winde an diesem Tag liessen die Verantwortlichen das Vorhaben auf Donnerstag verschieben. «Es wäre zu gefährlich gewesen für die Mitarbeiter der Werkleitungsbaufirma», sagt Barbara Riser, stellvertretende Geschäftsführerin der OeBB. Umso besser liefen die Arbeiten am Donnerstag bei strahlendem Sonnenschein. Pünktlich um 10 Uhr hebt der Lastenhubschrauber der spezialisierten Firma Alpinlift aus Buochs mit dem ersten 850 Kilogramm schweren Fahrleitungsmast in die Höhe ab.

Seit rund sechs Jahren ist die OeBB daran, ihre Gleis- und Fahrleitungsanlagen auf der gesamten Strecke zu erneuern. Bis 2024 soll dies umfassend realisiert sein. «Wir rüsten uns damit für die Zukunft», sagt Geschäftsführer Markus Schindelholz. «Die neuen Fahrleitungen sollten dann sicher 40 Jahre lang halten.» Die letzten alten Masten stammen noch aus dem Jahr 1943. Der Abschnitt zwischen dem Bahnübergang Solothurnstrasse in Oensingen bis Maiacker in der Äusseren Klus, der ersetzt wurde, stammt aus dem Jahr 1967. Die neuen Fahrleitungsmasten per Helikopter zu setzen, geschah auf Empfehlung der Fahrleitungsbaufirma. So können mindestens drei Wochen Nachtarbeit eingespart werden. Die Fundamente für die neuen Masten wurden bereits im vergangenen Dezember gesetzt.

Auf einem 2,6 Kilometer langen Abschnitt unterwegs

Als Installationsplatz wurde der Acker beim Restaurant «Dal Toscana» gewählt. Dort liegen die Masten nummeriert und richtig sortiert bereit. Der Helikopter steigt mit dem Seil in die Luft, zwei Mitarbeiter hängen den Mast daran. Mit der grossen Last fliegt der Pilot abwechslungsweise einmal in Richtung Maiacker und dann in Richtung Bahnhof Oensingen. Am Boden nehmen Teams von je vier Mitarbeitern die Masten in Empfang, setzen sie auf das Fundament und verschrauben sie. So kommen sich die Trupps immer näher, bis schliesslich der letzte Mast gesetzt ist.

Markus Schindelholz beobachtet die Arbeit und ist begeistert. «Es läuft super. Man sagte mir, dass der Heli pro Mast drei bis fünf Minuten braucht. Ich hab es nicht richtig geglaubt, doch es stimmt.» Pilot Georg Baumann leistet Millimeter-Arbeit. Die Bodenteams schrauben zuverlässig, fast wie ein Boxenteam bei einem Formel-1-Rennen. In den nachfolgenden drei Wochen wird der neue Fahrdraht eingezogen – werden die alten Masten entfernt.

Die OeBB-Verbindungen wurden am Donnerstag bewusst ausserhalb der Pendlerzeiten durch Busse aufrechterhalten. Weil die Verantwortlichen sich sorgten, die Heli-Flüge könnten viele Schaulustige anlocken, informierte man die Bevölkerung nicht im Voraus. «Das war eine der kantonalen Auflagen zur Baumontage, die wir eingehen mussten», sagt Schindelholz.

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