Hotel Bahnhof

Drei Italiener lassen Hotel Bahnhof aufleben

Roberto (l.) und Giuseppe Mazzaglia (r.) wollen das Hotel Balsthal zusammen mit Chefkoch Pino D’Ambrosio zum Erfolg führen.

Roberto (l.) und Giuseppe Mazzaglia (r.) wollen das Hotel Balsthal zusammen mit Chefkoch Pino D’Ambrosio zum Erfolg führen.

Balsthal Das traditionsreiche Gasthaus öffnet am 26. Februar wieder seine Pforten für Gäste

Seit rund drei Jahren steht das im Jugendstil gebaute Hotel Bahnhof in Balsthal leer. Nun wollen drei Italiener das wunderschöne Haus neben dem Bahnhof mit neuem Leben erfüllen. Auf das Wagnis einlassen wollen sich die Brüder Giuseppe und Roberto Mazzaglia. Die beiden Italiener leben seit rund zweieinhalb Jahren in der Schweiz und sind von Kindsbeinen an eng mit der Gastronomie verbunden. «Ich bin quasi in einer Restaurantküche zur Welt gekommen», sagt Giuseppe Mazzaglia. Er und sein Bruder stammen aus einer italienischen Familie, die in ihrem Heimatland im Gastrogewerbe tätig sind.

Einschlägige Erfahrungen gesammelt haben die beiden Brüder in den letzten Jahren in Italien, wo sie in Riccione in der Nähe von Rimini einen Hotel- und Restaurantbetrieb führten, sowie danach in Deutschland und in der Schweiz. Landesweit bekannt wurde das Brüderpaar durch die SRF-Sendung «Mini Beiz, dini Beiz», in welcher im März 2015 über ihr Wirken im Lokal Gocetto in Wangen bei Olten berichtet wurde. «Das war für uns natürlich schon ein Höhepunkt», sagt Giuseppe Mazzaglia. Allerdings sei das erwähnte Restaurant zu klein, um sich weiter entwickeln zu können, sagt der 55-Jährige. Das sei auch der Grund, weshalb sie sich im Internet nach einem anderen Lokal umgesehen hätten. «Dabei sind wir auf das Hotel Bahnhof gestossen und haben uns nach der Besichtigung des Hauses sofort in das Gebäude verliebt», erinnert sich Giuseppe Mazzaglias zehn Jahre jüngerer Bruder Roberto.

«Draht zur Bevölkerung ist wichtig»

Sehr zur Freude von Liegenschaftsbesitzer Philipp Marti. «Ich bin überzeugt, dass es die beiden schaffen, aus dem Hotel Bahnhof wieder ein gut laufendes Gast- und Beherbergungshaus zu machen», sagt der 52-jährige Inhaber der gleichnamigen Marti Immobilen AG aus Grosswangen LU. Seine Zusage begründet er mit dem Leistungsausweis der zwei Brüder sowie mit dem Herzblut der beiden für die Gastronomie. Dank ihres südländischen Charmes werde es ihren auch gelingen, den für den Erfolg wichtigen Kontakt zur Dorfbevölkerung herzustellen. Das hätten die vorherigen Pächter – ein deutsches Ehepaar – leider nicht geschafft. Nach deren Abgang habe er unzählige Anfragen von interessierten Pächtern bekommen, aber allen jeweils abgesagt. «Ich suchte im Interesse des Hauses nach einer soliden Nachfolgeregelung und die habe ich nun gefunden», meint Marti auf die dreijährige Schliessung des Hotels angesprochen.

Giuseppe und Roberto Mazzaglia erklären denn auch, dass sie mit Hotel Bahnhof alle Bevölkerungsschichten ansprechen möchten. «Bei uns soll sich jeder wohlfühlen», so Giuseppe Mazzaglia. Auf der Speisekarte sollen vornehmlich klassische italienische Gerichte in Kombination mit Schweizer Kost angeboten werden. Zubereiten wird diese Speisen der ebenfalls aus Italien stammende Chefkoch Pino D’Ambrosio. Komplettiert wird das kulinarische Angebot mit italienischen Weinen sowie einigen guten Tropfen aus der Schweiz, wie der für diesen Bereich zuständige Roberto Mazzaglia verrät.

Im Parterre verfügt das Hotel über eine Gaststube und zwei Säle über insgesamt 110 Sitzplätzen. Dazu kommt im Sommer eine Gartenwirtschaft unter schattenspendenden Bäumen. In den zwei Obergeschossen untergebracht sind zudem insgesamt zehn Hotelzimmer. Mit deren Ausmietung erhoffen sich Giuseppe und Roberto Mazzaglia eine weitere wichtige Einnahmequelle, um das Haus erfolgreich führen zu können. Diese Hotelzimmer könnten sowohl von Durchreisenden als auch von Dauergästen gebucht werden, bemerken die neuen Pächter.

«Aufwertung für den Bahnhof»

Wiedereröffnung feiert das Hotel Balsthal am Freitag, 26. Februar. Anfänglich wollen die Gebrüder Mazzaglia an sieben Tagen die Woche jeweils ab 8 Uhr morgens geöffnet haben. Wenn sich nach ein paar Wochen oder Monaten herausgeschält habe, an welchen Wochentagen weniger laufe, werde in Betracht gezogen, wöchentlich einen Ruhetag einzuführen. «Dafür lassen wir uns aber genügend Zeit. Zuerst möchten wir mit dem Hotel Bahnhof durchstarten und uns im Dorf und in der Region etablieren», so die Brüder.

Erfreut auf die Wiedereröffnung des Hotel Bahnhof reagiert Gemeindepräsident Roland Stampfli. «Das ist eine gute Nachricht für diesen Dorfteil und für die Touristik, die wir fördern wollen», sagt der Gemeindepräsident. «Darauf mussten wir lange warten und um so mehr freuen wir uns auf die Wiedereröffnung des Hotels», erklärt OeBB-Verwaltungsratspräsident Thomas Fluri. Für die OeBB und den Bahnhof sei das sehr nützlich und damit eine Aufwertung des Standorts, meint Fluri zur neuen Verpflegungs- und Übernachtungsmöglichkeit nahe dem Bahnhof. Er hoffe natürlich auf eine gute Zusammenarbeit mit den neuen Pächtern und dass diese lange andauern werde.

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