Egerkingen

Die Zukunft des Steinbruchs am Vorberg ist noch ungewiss

Die Strasse soll über die Müslen- (unten rechts) und Sonnhaldenstrasse zum Steinbruch (im Hintergrund) führen.

Die Strasse soll über die Müslen- (unten rechts) und Sonnhaldenstrasse zum Steinbruch (im Hintergrund) führen.

Gegen die Neuerschliessungspläne des Steinbruchs Vorberg in Egerkingen sind 19 Einsprachen eingegangen. Der Geminderat kann jedoch voraussichtlich nicht auf sie eingehen.

Vom 29. Juni bis 22. Juli lag der Raumplanungsbericht zur Neuerschliessung des Steinbruchs Vorberg bei der Egerkinger Gemeindeverwaltung vor. Bisher mussten die Schwerlaster über die Domherrenstrasse mitten durch Egerkinger Siedlungsquartiere fahren, um den Steinbruch zu erreichen. Dagegen regte sich Widerstand aus dem Dorfzentrum: Es habe Reklamationen gegeben, weil die Erschliessungsstrasse gleichzeitig als Fussgängerverbindung und Schulweg dient. Der Raumplanungsbericht sieht daher eine neue Erschliessungsstrasse über die Müslen- und Sandackerstrasse vor. Über eine Kreuzung an der Sonnhaldenstrasse sollen die Schwertransporter schliesslich auf die Steinbruchstrasse gelangen. Gegen diese Pläne ginen allerdings 19 Einsprachen ein.

Vor kurzem befand der Egerkinger Gemeinderat über diese. Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi relativiert allerdings die hohe Anzahl der Einsprachen. «Der Bau einer neuen Strasse ist nicht vergleichbar mit einem normalen Baugesuch», sagt sie. Die Einsprachen seien hauptsächlich von Einwohnern erhoben worden, die unmittelbar von der neuen Strasse betroffen sind. «Die meisten kritisieren die Unverhältnismässigkeit der Kosten und des Nutzens der Strasse», sagt sie. Auch der starke Eingriff in die Natur sei ein Anliegen der Anwohner. Laut Bartholdi werde in den Einsprachen ausserdem deutlich, dass die Einwohner zufrieden seien mit der jetzigen Situation, sprich mit der Erschliessung über die Domherrenstrasse seien.

Zukunft abhängig vom Nutzungsplan der STAG

Wie es mit den Einsprachen und damit mit dem Projekt weitergeht, hänge vom Nutzungsplan der Betreiberin des Steinbruchs, der STAG Steinbruch AG ab. «Bevor wir nicht wissen, was die STAG in den nächsten Jahren plant, können wir nicht auf die Einsprachen reagieren», sagt Bartholdi. Der Gemeinderat habe sich daher entschieden, der STAG eine Auflage zu machen: Das Unternehmen muss dem Rat bis Ende Juni 2020, statt wie ursprünglich vereinbart Ende 2021, einen vom Kanton geprüften Nutzungsplan vorlegen. «Erst dann können wir auf die Einsprachen eingehen», sagt Bartholdi.

Mittelfristig sei der Bestand der STAG somit gesichert. Langfristig jedoch muss sich das Unternehmen Sorgen um seine Zukunft machen: Die Abbaubewilligung des Kantons bis Ende 2021 ist nämlich mit einer alternativen Erschliessungsmöglichkeit im Westen der Gemeinde verbunden.

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