Thal-Gäu

Die Treibstoffpreise in der Region purzeln – Ein boomendes Geschäft?

Die günstigsten Tankstellen sind im Gäu ansässig.

Die günstigsten Tankstellen sind im Gäu ansässig.

Normalerweise zeigt die Preiskurve von Benzin vor Ostern nach oben. Zurzeit ist der Treibstoff aber so günstig wie «seit Ewigkeiten» nicht mehr, kann man feststellen.

Zwanzig Jahre ist es her, als Bleifreibenzin zu solchen Konditionen angeboten werden konnte. 1.20 bis 1.50 Franken: In dieser Preisspanne ist alles zu finden, zumindest im Gäu.

«Stay home» ist angesagt, zu Hause bleiben. Viele Geschäfte sind geschlossen. Vor Ort darf nur eingekauft werden, was für den täglichen Bedarf benötigt wird. Benzin gehört dazu. Günstige Preise, im Vergleich zum Rest der Schweiz, gab es diesbezüglich im Bezirk Gäu schon immer. Auch zur Zeit kostet der Liter Bleifrei im und ums Gäu zwischen zehn und 15 Rappen weniger als andernorts. Nützen tut das den Anbietern von Treibstoffen aber nicht wirklich viel, denn die Verkaufszahlen sind eingebrochen. «Zum Teil verkaufen wir noch zwanzig bis fünfzig Prozent gegenüber dem normalen Niveau», so Daniel Hofer, Unternehmensleiter der Migrol AG. Ebenso tönt es bei Ramon Werner, CEO der Oel-Pool AG in Suhr. Mit ihren Ruedi-Rüssel- und Miniprix-Tankstellen versuchen sie immer, an der Säule einen bis drei Rappen tiefer zu liegen als der Rest des Wettbewerbs. Seit dem Lockdown seien aber auch bei ihnen die Umsätze um durchschnittlich fünfzig Prozent eingebrochen. «Im Tessin sogar bis zu achtzig.»

Wieso aber zählt das Gäu auch ausserhalb der Coronazeit zu den günstigsten Anbietern der Schweiz? Dazu sagt Reinhold Dörfliger senior, welcher für die Dörfliger-Gruppe den gesamten Einkauf inklusive Heizöl bearbeitet und in Oberbuchsiten eine unabhängige Tankstelle betreibt: «Unsere Region gehörte schon immer zu den preisgünstigeren Anbietern von Treibstoffen. Woran das genau liegt, weiss ich nicht.»

Warum das Benzin billiger ist?

Immer wieder hört man Stimmen, welche meinen, dass das Benzin von preiswerteren Anbietern nicht so «sauber» sei wie jenes, welches mehr koste. Dazu nochmals Dörfliger: «Wir kaufen unseren Treibstoff bei den gängigen Anbietern ein. Minderwertige oder verschmutzte Ware können wir gänzlich ausschliessen.» Wie sich die Benzinpreise in den nächsten Jahren verhalten werden, konnte von den angefragten Personen niemand beantworten. «Eine Vorhersage, so weit im Voraus, wäre unseriös», so Sabine Schenker, Mediensprecherin der Coop Mineraloel AG, und sie sagt weiter: «Gerade die jetzige Situation zeigt, wie schnell sich die Lage durch externe Faktoren ändern kann.»

Wie gelangt das Benzin in die Tanks der Benzinanbieter? Auf der Website von Avenergy (ehemals Erdölvereinigung) wird es folgendermassen beschrieben: «Etwa 75 Prozent der in der Schweiz verbrauchten Treibstoffe für den Strassenverkehr (Benzin und Diesel) werden als Fertigprodukte importiert. Der Rest wird in der Raffinerie Cressier hergestellt. Ein Grossteil der Importe gelangt über die Rheinschiene nach Basel.»

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