Verein Region Thal

«Die Mobilität von heute zerstört unsere Lebensräume» – Zukunft soll anders sein

Gut 40 Personen aus dem Thal wollten im Pfarreisaal in Laupersdorf mehr über die Mobilität der Zukunft erfahren und diskutierten anschliessend darüber.

In Laupersdorf wurde über Leben und Arbeiten im Jahr 2030 diskutiert. Gut 40 Personen kamen zusammen um mehr über die Mobilität der Zukunft erfahren zu können und darüber zu diskutieren.

«Regiomove» heisst ein Programm, welches Gemeinden und Regionen helfen soll, sich für die kommenden Herausforderungen in Sachen Mobilität und Entwicklung fit zu machen. Zwei Mitarbeiterinnen des Berner «Büro für Mobilität», Noëlle Fischer und Martina Patscheider, zeigten am Mittwochabend in Laupersdorf Thalern die Zukunft der Mobilität auf. Gekommen waren gut 40 Personen, die meisten aus dem Umfeld des Vereins Region Thal.

So informierte Präsident Bruno Born zu Beginn, dass sich im Verein Region Thal ein Ausschuss Mobilität zusammengefunden habe, der aus Markus Schindelholz, Direktion OeBB, Kurt Bloch, Gemeindepräsident Mümliswil, Heinz Gautschi, Vize-Präsident Herbetswil, Michael Meister, Matzendorf, Luigi Abbate, Leiter Planung Postauto Schweiz und Daniel Schwarz, Projektleiter öffentlicher Verkehr, Amt für Verkehr Kanton Solothurn bestünde. Dieser Ausschuss werde zukünftige Projekte zum Thema Mobilität studieren. Die Region Thal sei Pilotregion und jetzt gehe es darum, einen Startanlass durchzuführen. «Wir wollen uns um die Mobilität der Zukunft im Thal kümmern und herausfinden, wo der Schuh drückt.»

Autos nicht besitzen, nur nutzen

Nöelle Fischer, Projektleiterin hielt dann ein gut einstündiges Referat, in welchem sie die Möglichkeiten der Mobilität der Zukunft anschaulich schilderte. «Unsere Mobilität zerstört heute unsere Lebensräume, verbraucht Land, in Dörfern verschwinden Läden und Schulen.» Lösungen, um diese Missstände zu beheben, existieren bereits, nur würden sie nicht, oder zu wenig angewendet, so die Referentin. Sie berichtete von selbstfahrenden Autos, oder Autoflotten, die allen Personen zur Nutzung zur Verfügung stünden. «Das künftige Fahrzeug hat keinen Besitzer, sondern einen Betreiber.» Heute gebe es schon Car-Sharing, Sharoo oder Mobility. «Ein anderes System heisst Taxito, ein Mitfahrsystem, eine neue Form von Autostopp. Es gibt also Formen von gemeinschaftlich genutzten Fahrzeugen, doch noch sind sie nur punktuell im Einsatz und zu wenig allgemein bekannt», ortete Fischer.

Und sie machte einen weiteren Blick in die Zukunft: «Berechnungen haben ergeben, dass ein selbstfahrendes Auto, welches ausgelastet ist, 42 konventionelle Autos ersetzt. Brauchen wir dann noch die grossen Ausbaupläne für die Strassen?» Das Potenzial zur Reduktion sei gross, denn heute sitzen pro Pendlerauto 1,1 Personen in einem Fahrzeug. «Wir haben also kein Infrastrukturproblem, sondern ein Auslastungsproblem der Fahrzeuge.»

Doch was heisst dies für den öffentlichen Verkehr? Postauto Schweiz sei in dieser Thematik schon sehr weit, indem bereits kleinere Shuttlebusse zum Beispiel in Sion patrouillierten. «Künftige werden nicht Fahrpläne den öV bestimmen, sondern die Kundenwünsche. Und: «Geld verdient der, der das Ticket vermittelt, und nicht der, der die Dienstleistung anbietet.» Daher sind jene Firmen, die Kundendaten erhalten, die Gewinner in der Zukunft.

Neue Arbeitsplatzmodelle

Doch was bedeutet die zukünftige Mobilität für unsere Arbeit? «Das Stichwort heisst Co-Working-Space», so Fischer. Die Leute arbeiten wieder im Dorf, höchstens 15 Minuten von ihrem Wohnort weg, in einem gemeinsamen Büro für unterschiedlichste Arbeitnehmer. Auch sie verhindern den täglichen Pendelverkehr auf unseren Strassen. «Das Leben auf dem Lande würde wieder attraktiver.» Konkretere Vorhaben zur Vermeidung von Verkehr wurden anschliessend im Plenum diskutiert. Zu einigen Fragestellungen wurde auch per Laserpointer abgestimmt. Und da zeigte sich: Tendenziell stehen die Thaler den neuen Möglichkeiten eher skeptisch gegenüber. Es ist erklärbar. Denn im Thal ist – ausser in der Klus – die Verkehrsproblematik noch nicht so drastisch geworden, wie in Agglomerationsgemeinden der Städte.

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