Andächtig sitzen die zahlreichen Besucher der heiligen Messe am «Seppetag», dem Namenstag 19. März des heiligen Joseph, auf den harten Holzbänken der Kluser Kapelle. Sie lauschen dem hellen Bimmeln des Glöckleins, das von Georg Rütti mit einem Seil, das von der Decke in den Kapellenraum hinunterhängt, in Schwingung gehalten wird. Das Glöcklein mit einem Durchmesser von 35 Zentimetern, das 1773 installiert wurde und nie ausgewechselt werden musste, hat allerdings starke Konkurrenz von den Verkehrsgeräuschen der unten vorbeiführenden Kantonsstrasse bekommen.

Den Gottesdienst zelebrierte Pfarrer Toni Bucher. Zum Gedenken an den Schutzpatron stand der heilige Josef im Zentrum der Andacht. Bucher führte aus, dass die Kapelle in der Klus im Jahre 1760 erbaut worden, seither aber einige Male restauriert worden sei. «Schuld» am guten Zustand der Kapelle seien Kluser Bürgerfamilien, die immer wieder handwerklich und auch finanziell Unterstützung geleistet hätten.

Jetzt vier Infotafeln

Im Innern der Kapelle fällt der grosse Rokokoaltar mit einem Altarbild auf. Fabian Thurner schuf dieses im Jahre 1761. Es zeigt unter anderem einen Blick in die Landschaft und auf das Schloss Alt-Falkenstein. Erstaunlich ist, dass der Kapellenraum über eine kleine Empore verfügt. Nach Auflösung der Korporation Klus ging die St.-Josephs-Kapelle im Jahr 2006 in den Besitz der Bürgergemeinde über.

Aussen führt eine grosszügige Steintreppe zum Eingang der Kapelle. Auffällig ist auch die grosse Stützmauer, welche die erhöhte Lage der Kapelle möglich machte. Unten an diese Stützmauer wurde nach dem Gottesdienst von Christin Steck und Anita von Burg vom Verkehrs- und Verschönerungsverein Balsthal-Klus eine weitere Tafel des Tafelpfades enthüllt.

Ihr können Details zur Geschichte entnommen werden. Der Verein brachte auch am Gasthaus Hirschen eine neue Tafel an. Somit umfasst der Tafelpfad über 20 Tafeln. Vier davon sind in der Klus angebracht. Mehr Informationen sind dem Flyer «Der Tafelpfad» zu entnehmen.

Christin Steck (l.) und Anita von Burg.

Christin Steck (l.) und Anita von Burg.