Balsthal
Der Dachverband hat neuen Standort für das geplante Hundekompetenzzentrum gefunden

Bereits im Frühjahr 2019 wollte die Schweizerische Kynologische Gesellschaft ein neues Kompetenzzentrum für Hund in Balsthal bauen wollen. Dazu kam es nicht. Nun hat sie einen neuen Standort gefunden.

Gülpinar Günes
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Hundekonpetenzzentrum Basthal Schweizerische Kynologische Gesellschaft

Hundekonpetenzzentrum Basthal Schweizerische Kynologische Gesellschaft

Bruno Kissling

Es ist rund zwei Jahre her seitdem die Geschäftsstelle der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft (SKG) von Bern nach Balsthal in die ehemaligen Büros der Mondia gezogen ist. Damals hatte die SKG grosse Pläne: In der Gewerbezone Moos hätte bis zum Frühjahr 2021 ein mehrstöckiges Hundekompetenzzentrum mit Trainings- und Konferenzanlagen erbaut werden sollen. Der Plan aber scheiterte noch bevor das Baugesuch eingereicht werden konnte. Nun hat der Hunde-Dachverband eine Alternative in der Balsthaler Industrie gefunden.

Seit fünf Jahren bereits sucht die SKG nach einem geeigneten Raum für ein grösseres Hundekompetenzzentrum. Vor Balsthal habe sie bereits die Standorte Grenchen, Olten und die Umgebung Lenzburg erwägt. Aber sie entschied sich aufgrund der Lage und der Unterstützung durch die Politik für den Thaler Hauptort, wie der Geschäftsführer der SKG, Andreas Rogger, damals gegenüber dieser Zeitung sagte. Geplant war ein Hundekompetenzzentrum für 6.5 Millionen Franken in der Gewerbezone Moos mit Platz für die Geschäftsräume der SKG, für einen Teil der Hundeschädelsammlung der Albert-Heim-Stiftung, für eine Mehrzweckhalle, Trainingsplätze sowie eine Trümmerpiste für die Ausbildung von Rettungshunden.

Grundeigentümer stoppt die Umzonung

«Der Gemeinderat war damals vom Projekt überzeugt», sagt Freddy Keuchi, Ressortverantwortlicher Planung im Balsthaler Gemeinderat. Nachdem die SKG das Projekt bei der Ortsplanungskommission vorgestellt hatte, stand aber fest: Die Parzelle Nummer 3241, auf der das Gebäude geplant war, muss von einer Industrie- zu einer entsprechenden Spezialzone umgezont werden. Laut Kreuchi sei das auch bei der laufenden Ortsplanung so vorgesehen gewesen. «Auf schriftlichen Wunsch des Grundeigentümers hin wurde schlussendlich auf die Ausscheidung der Spezialzone verzichtet.» Er hängt an, dass die SKG nicht der einzige Interessent für die Parzelle gewesen sei.

 Die alte und neue Parzelle für das Hundekompetenzzentrum in Balsthal.

Die alte und neue Parzelle für das Hundekompetenzzentrum in Balsthal.

zvg/szr

Eine Alternative für ihren Hauptsitz hat die SKG mittlerweile nord-östlich des ursprünglichen Standortes gefunden: Die Stiftung Hund Schweiz hat vor Kurzem die Parzelle 2477 an der Thalstrasse 49 gekauft, wo derzeit die Unternehmen Dynasol GmbH und der Rio Getränkemarkt eingemietet sind. Wie Hansueli Beer, Präsident des Zentralvorstandes und des Stiftungsrats mitteilt, werden mit dem Kauf auch die bestehenden Mietverträge übernommen, die noch bis 2023 laufen. «Wir können die Räumlichkeiten erst ab 2024 für den Verband nutzen», sagt er. Der Getränkemarkt werde eventuell auch danach noch als Mieter erhalten bleiben.

Halb so teuer wie das ursprüngliche Projekt

Der Rest des Gebäudes soll saniert und zum neuen Hauptsitz des Verbandes und der Stiftung umgenutzt werden. Geplant ist auch ein multifunktionaler Raum, der für Schulungen, Sitzungen oder Kongresse genutzt werden kann. Es sei nicht vorgesehen, das Gebäude dafür umzubauen oder zu erweitern, wie Beer sagt. Aber die Sanitäranlagen müssten vergrössert und erneuert werden. «Das Gebäude wird lediglich modernisiert.»

Damit muss der Verband allerdings auf einige ihrer ursprünglichen Ideen verzichten: Wegen der Platzmöglichkeiten kann der Trainingsplatz für die Ausbildung der Rettungshunde «Redog» nicht mehr gebaut werden. Auch die Albert-Heim-Stiftung wird wohl weniger Platz erhalten und die Eventhalle fällt ebenfalls kleiner aus. Damit spare sich der Verband aber auch rund 50 Prozent der ursprünglichen Kosten. «Nun können wir endlich mit dem Fundraising starten», sagt Beer.